Grand Theft Auto ist heute bekannt für seinen überdrehten Humor, actionreiche Shooter-Einlagen und rasante Verfolgungsjagden mit der Polizei. Seid ihr Fan der Reihe, wart ihr ziemlich sicher das ein oder andere Mal in letztere verwickelt, seid durch Fußgängerzonen geheizt oder habt versucht die Cops in Eisenbahntunneln abzuschütteln.
Dass das ein so wichtiger Teil der Reihe geworden ist, stand in den 90ern aber noch in den Sternen. Das erste Grand Theft Auto hieß zu Beginn seiner Entwicklung noch Race'n'Chase und war als schnödes Rennspiel konzipiert. Ein Polizei-Bug brachte jedoch die entscheidende Wendung.
Die Polizei dreht durch
Spulen wir einmal zurück: Im Jahre 1995 schraubte das Studio Rockstar North - damals noch unter dem Namen DMA Design - an einem Multiplayer-Rennspiel. Vorgesehen waren mehrere Modi, darunter Straßenrennen, Crash-Derby und Bankraub. Das Gameplay war im frühen Stadium laut Creative Director Gary Penn sehr linear und ohne die heute beliebten Sandbox-Elemente (via Gamedeveloper).
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Grand Theft Auto - Die Geschichte der GTA-Reihe bis GTA 5 - Die Geschichte der GTA-Reihe bis GTA 5
Die Spielerinnen und Spieler sollten entweder in die Rolle der Fluchtwagenfahrer oder Polizisten schlüpfen. Die Aufgabe der letzteren war es, die Amateur-Rennfahrer zu verfolgen und anzuhalten, allerdings noch ganz ohne Massenkarambolagen.
Richtig überzeugen konnte dieses Spielprinzip nicht. Das Spiel war von Abstürzen geplagt und auch die Auto-Steuerung war für die Testerinnen und Tester ein großes Manko - für ein Rennspiel ein nahezu sicheres Todesurteil. Race'n'Chase hat einfach keinen Spaß gemacht, und der Publisher BMG war kurz davor, das Projekt auf Eis zu legen.
Aber dann passierte etwas, das alles veränderte. Waren die Spielerinnen und Spieler als Asphalt-Banditen unterwegs, wurde die Rolle der Cops von der KI übernommen. Penn erinnert sich:
Dann, eines Tages – ich glaube, es war ein Bug –, drehte die Polizei plötzlich völlig durch und wurde aggressiv. Das lag daran, dass sie versuchten, durch dich hindurchzufahren. Ihre Wegfindung war wohl durcheinander, und das war ein großartiger Moment, denn plötzlich entstand das echte Drama: »Oh mein Gott, die Polizei ist verrückt – sie versucht, mich von der Straße zu rammen.«
Der Bug bewirkte, dass die Polizisten ihr Ziel innerhalb des Spielers hatten und es nie richtig erreichen konnten. Dadurch fuhren sie immer wieder in das Spieler-Auto hinein und ließen einfach nicht locker.
Das sei so großartig gewesen, dass die Entwickler das beibehalten haben. Nach ein wenig Optimierung machte diese Mechanik das Spiel herrlich dramatisch, weil die Polizei jetzt versuchte, die Spielerinnen und Spieler zu rammen und von der Straße zu drängen. Ab da ging es weniger um die Missionen, sondern mehr um die Welt drumherum, in der man herumalbern konnte.
Und so wurden die hitzigen Verfolgungsjagden eines der wichtigsten Kernelemente von GTA. Hier hat der Satz »It's not a bug, it's a feature« tatsächlich mal etwas bedeutet.

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