Seite 3: Gut geklaut ist halb gewonnen - Die wichtigsten GTA-Klone

Scarface: The World Is Yours (2006 / PC, Xbox, PS2, Wii)

Tot im eigenen Pool, aus dem Hinterhalt erschossen, so glanzlos endet die Geschichte von Drogenboss Tony Montana (dargestellt von Al Pacino). Wirklich? Im ziemlich verspäteten Spiel zum Film von 1983 nicht, hier überlebt der cholerische Kubaner den Angriff auf seine Villa und verliert statt seines Lebens nur all seinen Besitz und sein geliebtes Vermögen. Das bedeutet wieder selbst Drogen auf der Straße zu verkaufen, Polizisten zu schmieren und sich langsam, aber sicher zurückzuholen, was Tony (un-)rechtmäßig zusteht.

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Während er in den Storymissionen alle Beteiligten an seinem Sturz ausschaltet, gewinnt Tony Miami nach und nach zurück. Dabei muss er ständig darauf achten, nicht zu viel Aufsehen bei Polizei und Gangstern zu erregen, sonst jagen die Tony ohne Vorwarnung und eröffnen das Feuer, sobald sie den Ex-Paten entdecken. Unter Druck werden auch die täglichen Geschäfte schwieriger, störender Kugelhagel verdirbt den Drogenhandel und die Besuche in den eigenen Geschäften, etwa einem Zigarrenladen oder Nachtclub. Das Geld fließt in schnelle Autos oder sinnlosen Luxus für das eigene Anwesen - den mächtigsten Mann Miamis sollen sogar Blinde sofort erkennen!

Gun (2005 / PC, Xbox, Xbox 360, PS2, Gamecube, PSP)

Sagenhaften Indianerschätzen nachzujagen, ist selten eine gute Idee, der Schatz im Silbersee zeigt's. Zu schade, dass die zwielichtigen Gestalten im Western-Shooter Gun nichts auf solche Weisheiten geben und auf der Suche nach dem großen Geld den gesamten Westen umkrempeln. Der Spieler, alias Colton White, gerät dabei unfreiwillig zwischen die Fronten von machtgierigen Eisenbahnern, kannibalischen Ex-Soldaten und Indianern auf dem Kriegspfad.

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Zum Glück kann er auf ein umfangreiches Wild-West-Arsenal zurückgreifen, um heil aus der Sache herauszukommen. Neben der recht interessanten Geschichte um Colton, der langsam seine eigene Vergangenheit wiederentdeckt, begeistert Gun durch seine glaubwürdige Darstellung des »Alten Westens«. Colton reitet für den Pony Express, jagt steckbrieflich gesuchte Ganoven, hütet Rinderherden, schürft Gold - oder tut gar nichts davon und reitet stattdessen in den Sonnenaufgang über Empire City.

Saboteur (2009 / PC, Xbox 360, PS3)

Was der Geschichtsunterricht nicht beantwortet: War das besetzte Europa während des zweiten Weltkriegs wirklich überall schwarz-weiß? Wie konnte ein einziger irischer Automechaniker ganz Frankreich vor den Nazis retten? Die Frage nach der Zweifarbigkeit klärt Saboteur auch nicht wirklich, die Irengeschichte erlebt der Spieler selbst mit, wenn er Sean Devlin auf seinem Rachefeldzug gegen einen deutschen Oberst begleitet und nebenher Paris und das Hinterland befreit.

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Die deutsche Besatzung unterdrückt Frankreich nicht nur politisch, sondern auch optisch - beherrscht die Wehrmacht ein Gebiet, drückt graue Farblosigkeit die Stimmung, die einzige Ausnahme sind die strahlend roten Nazi-Embleme. Wenn Sean und die Résistance erfolgreich zuschlagen, hebt das die Moral der unterdrückten Massen und bringt gleichzeitig die Farben zurück. Der Zweite Weltkrieg wird so zum Krieg der Farben gegen die drohende Trostlosigkeit.

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