H1Z1 - Entlassungen bei Daybreak, Chaos um US-Sanktionen gegen Oligarchen

Der Entwickler Daybreak könnte sich in US-Sanktionen gegen russische Oligarchen verheddert haben. Jetzt gibt es zumindest eine große Entlassungswelle.

von Stefan Köhler,
27.04.2018 18:11 Uhr

Beim H1Z1-Macher Daybreak herrscht Chaos um den Firmenbesitzer, nun gibt es eine Entlassungswelle.Beim H1Z1-Macher Daybreak herrscht Chaos um den Firmenbesitzer, nun gibt es eine Entlassungswelle.

Derzeit herrscht Chaos rund um den Entwickler Daybreak, den Machern von H1Z1, Planetside 2 und Everquest 2. Nach einer Entlassungswelle sollen etwa 70 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren haben. Die Kündigungen sollen im direkten Zusammenhang mit der schwachen Performance von H1Z1 stehen, wie MassivelyOP berichtet.

Der Battle-Royale-Shooter verlor durch Fortnite: Battle Royale und Playerunknown's Battlegrounds den Großteil der eigenen Community, trotz Free2Play-Umstellung kommt H1Z1 aktuell nicht mehr über 10.000 gleichzeitig aktive Spieler zu Spitzenzeiten.

Hier beginnt aber gerade erst eine verwirrende Geschichte um Daybreak, die im April ihren Anfang nahm. Daybreak soll demnach finanzielle Problem wegen US-Sanktionen gegen russische Oligarchen haben.

Geld von russischem Oligarchen eingefroren?

Auf Anfang: Am 06. April melden Medien, dass die Trump-Regierung neue Sanktionen gegen sieben russische Oligarchen verhängt habe. Damit wolle man Getreue Putins wegen der angeblichen Einflussnahme auf die US-Wahlen im Jahr 2016 bestrafen.

Unter den Oligarchen war auch Viktor Vekselberg, Besitzer des Firmenkonglomerats Renova Group. Eine der Tochterfirmen von Renova ist Columbus Nova und genau diese Firma hat 2015 Sony Online Entertainment mit allen Spielelizenzen für H1Z1, Planetside 2 und Co. aufgekauft und in Daybreak umbenannt.

Das war zumindest bis April 2018 die offizielle Wahrheit. Fans der Daybreak-Spiele stellten sich daraufhin berechtigterweise die Frage, ob mit den eingefrorenen Geldern von Viktor Vekselberg nun die Tochterfirmen wie Daybreak in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Auf Anfrage von MassivelyOP meldete sich Daybreak dann in dieser Woche: Daybreak war nie im Besitz von Columbus Nova. Vielmehr soll der Investor und ehemalige Manager von Columbus Nova, Jason Epstein, die Mehrheit an Daybreak halten. Mit der Bitte um eine Aufklärung der Situation gab Daybreak weiter an, dass es bei der bisherigen Kommunikationen einen Fehler gegeben habe, den man nun bereinigt.

H1Z1: King of the Kill - Screenshots ansehen

Seit 2015 operierte Daybreak nun also unter der (angeblich) falschen Prämisse, dass die Firma im Besitz von Columbus Nova sei. Pressemeldungen, Datenschutzbestimmungen von Daybreak-Spielen: Alle inkorrekt. Dass sich in den letzten drei Jahren verschiedene Manager von Columbus Nova als Präsidenten von Daybreak abwechselten, war wohl auch ein Kommunikationsfehler. Alte Pressemeldungen wurden von den Daybreak-Servern schließlich gelöscht.

Einen Kommunikationsfehler gab es wohl auch auf Wikipedia: Wochen vor der Berichterstattung, direkt zum Start der US-Sanktionen Anfang April, versuchte das Konto »Daybreakpr« die Wikipedia-Seite von Daybreak zu ändern. Da Wikipedia-Administratoren hier schon ein böses Spiel witterten, wurde das Konto vorübergehend gesperrt. Daybreakpr hatte versucht, den Besitzer von Daybreak von Columbus Nova auf Jason Epstein zu ändern. Damals gab es noch gar keine Medienanfragen.

H1Z1 - Trailer zur Free2Play-Umstellung 0:30 H1Z1 - Trailer zur Free2Play-Umstellung

Wird Daybreak nun gekauft?

Egal, ob nun das schlecht laufende H1Z1 oder eingefrorene Oligarchen-Gelder Schuld tragen, es wurden nun also mehrere Dutzend Mitarbeiter gefeuert. Mit einem Hinblick auf die möglichen Russland-Verstrickungen sieht die aktuelle Kündigungswelle allerdings alles andere als gut aus. Das wird auch bei Daybreak sicherlich allen Beteiligten klar sein. Die Zukunft der aktuellen und kommenden Daybreak-Spiele soll einer Pressemeldung nach nicht in Gefahr sein, aber auch dabei könnte es sich um ein Fehler bei der Kommunikation des Unternehmens handeln.

Geschickte Kommunikation sieht man hingegen bei der Konkurrenz: Firmen wie Blizzard empfehlen sich bereits bei den Mitarbeitern und verlinken ihre Karriereseiten.

Angeblich soll Intrepid Studios derzeit mit Daybreak einen möglichen Kauf verhandeln, beide Firmen wollen sich allerdings nicht dazu äußern. Intrepid sind die Macher hinter dem Online-Rollenspiel Ashes of Creation und sitzen in San Diego, Kalifornien, genau wie Daybreak.


Kommentare(13)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen