Ende der H1Z1 Pro League - Teams wurden nicht bezahlt, Spieler wütend über »falsche Versprechungen«

Die professionelle E-Sport-Liga von H1Z1 schließt ein halbes Jahr nach ihrer Gründung. Spieler und Teams beklagen verspätete Bezahlungen und unehrliche Organisatoren.

von Martin Dietrich,
19.11.2018 13:08 Uhr

H1Z1 Pro League hat mit Problemen zu kämpfen und wird vorerst auf Eis gelegt. H1Z1 Pro League hat mit Problemen zu kämpfen und wird vorerst auf Eis gelegt.

Die H1Z1 Pro League ist nicht mehr. In einem Schreiben, das ESPN vorliegt, hat sich Twin Galaxies Co-Chef Jace Hall an Teams und Spieler gewendet und der zweiten Saison der E-Sport-Liga eine Absage erteilt. Auch eine noch ausstehende Bezahlung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Alle Teams wurden von jeglichen Liga-Verpflichtungen befreit.

Im April dieses Jahres startete die Pro League für H1Z1 in Zusammenarbeit mit dem Entwickler Daybreak und der Plattform Twin Galaxies, die aus Las Vegas heraus übertragen wurde. Die Zuschauerzahlen konnten jedoch bei weitem nicht die Größe der Konkurrenz erreichen - am ersten offiziellen Wettbewerbstag der Liga schalteten gerade mal 7.900 Zuschauer über Facebook zu, die die exklusiven Streaming-Rechte besitzen.

Verspätete Bezahlungen

Zusätzlich gab es Probleme beim Management der Liga. Laut ESPN-Quellen sollte jedes Team pro Jahr 400.000 US-Dollar erhalten, bei 15 Teams macht das sechs Millionen Dollar. Die 400.000 Dollar Teambezahlung sollte dabei in zwei Tranchen gezahlt werden. Pro Teilbetrag waren 125.000 für Spielergehälter gedacht und 75.000 Dollar für andere Zwecke wie Content-Erstellung.

Während die ersten 200.000 Dollar noch keine Probleme bereiteten, ist die zweite Hälfte der Bezahlung immer noch nicht bei den Teams angekommen, obwohl laut Vertrag bereits Ende Juli das Geld hätte ausgezahlt werden müssen.

Im September verließ daraufhin Obey Alliance als erstes Team die Pro League. Viele der teilnehmenden E-Sport-Größen wie Cloud9, Counter Logic Gaming oder SoloMid bezahlten ihre Spieler aus eigener Tasche und machten so Verlust.

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Spieler wütend über Versprechen der Organisatoren

Nachdem nun weitere Deadlines verstrichen sind und das Geld wohl noch eine Weile auf sich warten lässt, ziehen die Organisatoren erstmal den Stecker. Auf Twitter sind aber nach der Ankündigung weitere Anschuldigungen gegen Twin Galaxies aufgetaucht.

»KandiiVan« Spieler für Tempo Storm antwortete beispielsweise auf einen Tweet von Twin-Galaxies-Chef Jace Hall, dass ein derartiger Rückgang des Spielerinteresses nicht hätte vorausgesehen werden können. Der E-Sportler widerspricht dieser Einschätzung und zitiert Hall, der bei einem Meeting gesagt haben soll, dass die Liga weitergehen würde, selbst wenn es nur 75 aktive H1Z1-Spieler geben würde.

Hall antworte darauf, dass diese Aussagen vor dem Amoklauf in Las Vegas im Oktober 2017 getätigt wurden. Eine eigentlich geplante TV-Übertragung der Pro League wurde danach abgesagt. Dadurch konnte diese potenzielle Zuschauerschaft nicht erreicht werden.

E-Sportler »Shades« behauptet darüber hinaus, dass einige Teams die erste Tranche der Bezahlung nicht wie geplant ausgezahlt hätten. Die Spielergehälter sollen für andere Zwecke verwendet worden sein. Und obwohl Jace Halle darüber Bescheid wusste, sollen diese Teams auch die restliche Bezahlung erhalten, mit keiner Garantie, dass die Spieler noch ihr Geld sehen. »Shades« nennt allerdings keine Namen, daher ist momentan unklar, welche Teams er meinen könnte.

Quellen: ESPN, Dexerto

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