Habitat - Als LucasArts das Online-Rollenspiel erfand

Habt ihr schon mal etwas von Habitat gehört? Vermutlich nicht. Dabei startete LucasArts mit diesem C64-Titel im Jahre 1986 einen Vorläufer der modernen Online-Rollenspiele. Der war revolutionär, ist jedoch heute nahezu vergessen.

von Michael Förtsch,
14.01.2019 08:00 Uhr

Eines der allerersten MMORPGs stammt von LucasArts - und wurde schon in den 1980er Jahren schnell zum Ziel für Griefer, Anarchisten und virtuelle Mörder. Wir decken die geheime Geschichte von Habitat auf.Eines der allerersten MMORPGs stammt von LucasArts - und wurde schon in den 1980er Jahren schnell zum Ziel für Griefer, Anarchisten und virtuelle Mörder. Wir decken die geheime Geschichte von Habitat auf.

Eigentlich war es absehbar, Branchenkenner hatten den Tag durchaus kommen sehen. Aber dennoch wurde er von Fans mit einem schockierten Seufzer oder gar dem ein oder anderen Tränchen aufgenommen: Am 4. April 2013 wurde das Studio LucasArts geschlossen.

Erst einige Monate zuvor hatte die Walt Disney Company das »Star Wars«- und »Indiana Jones«-Studio Lucasfilm samt dessen Tochterfirmen wie der Special-Effects-Schmiede Industrial Light & Magic, dem Audiostudio Skywalker Sound und eben auch LucasArts übernommen.

Sicher: Auf dem Papier existiert LucasArts immer noch. Aber dahinter steht lediglich eine Handvoll Mitarbeiter, die sich um Rechteverwaltung und Lizenzen kümmern. Die Entwicklungsabteilung wurde hingegen aufgelöst. Über 150 Designer, Programmierer und Künstler verloren ihren Job. Damit ist das LucasArts heute Geschichte.

Das Studio, das einst Star Wars: Jedi Knight, Maniac Mansion, Monkey Island und viele Klassiker mehr hervorbrachte, aber auch das wohl erste erfolgreiche Online-Rollenspiel entwickelt hat. Ein Online-Rollenspiel von LucasArts? Ja, gemeint ist das nahezu vergessene Habitat, das mit seinen innovativen Ideen und Konzepten einfach ein Jahrzehnt zu früh dran war.

Wie in nahezu allen Online-Rollenspielen gab es auch in Habitat virtuelles Geld. Die sogenannten Tokens verdienten Spieler, in dem sie sich regelmäßig einloggten oder an den abgehaltenen Events teilnahmen. Dazu gab es auch Schatzsuchen, bei denen unter anderem ein Geldbaum gefunden werden konnte. Wie in nahezu allen Online-Rollenspielen gab es auch in Habitat virtuelles Geld. Die sogenannten Tokens verdienten Spieler, in dem sie sich regelmäßig einloggten oder an den abgehaltenen Events teilnahmen. Dazu gab es auch Schatzsuchen, bei denen unter anderem ein Geldbaum gefunden werden konnte.

Ein Experiment

Während seiner Gründungsphase in den 1980er-Jahren waren für LucasArts - seinerzeit noch Lucasfilm Games genannt - Adventure- und Star-Wars-Videospiele noch kein Thema. Stattdessen waren die Entwickler angehalten, originäre Ideen auszubrüten und mit dem interaktiven Medium zu experimentieren.

Ein Paradebeispiel dafür ist Rescue on Fractalus, bei dem verunglückte Piloten von einer Alien-Welt gerettet werden müssen, die in Echtzeit aus Fraktalen berechnet wird. Für das Sportspiel Ballblazer hat das Studio hingegen eigenes ein Physik-Regelwerk entworfen. Aber bei all diesen Videospielen waren die Nutzer stets alleine und isoliert.

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