So ziemlich alle Neuigkeiten rund um die kommende Harry-Potter-Serie auf HBO – insbesondere die mit Spannung erwarteten Casting-Meldungen – werden von der Kontroverse rund um die Autorin J.K. Rowling und das Thema Transfeindlichkeit überschattet.
Der Schauspieler John Lithgow hat sich auf dem International Film Festival in Rotterdam nun zur Produktion der Serie sowie der Involvierung von J.K. Rowling geäußert (via SFFGazette.com).
Nehme das Problem sehr ernst
Auch dem 80-jährigen Lithgow ist der über allem schwebende Kontrast sehr bewusst. Auf der einen Seite eine magische Welt, in der sich vor allem junge Menschen willkommen und gut aufgehoben fühlen, so wie sie sind. Auf der anderen Seite die Schöpferin dieser inklusiven Welt, die ebenjene Toleranz nicht aufzubringen vermag.
Ich nehme dieses Thema und dieses Problem sehr ernst. J.K. Rowling hat dieses großartige Werk für junge Menschen geschaffen, Kinderliteratur, die sich in das Bewusstsein der Gesellschaft eingeprägt hat. Jung und Alt lieben Harry Potter und die Harry-Potter-Geschichten. Es geht dabei um Akzeptanz. Es geht um Gut gegen Böse. Es geht um Freundlichkeit gegen Grausamkeit. Das berührt einen tief.
Ich finde es ironisch und unerklärlich, dass Rowling dann solche Ansichten geäußert hat. Ich habe darüber gelesen, aber ich habe [Rowling] nie getroffen. Sie ist an dieser Produktion so gut wie überhaupt nicht beteiligt.
Die Leute, die Harry Potter neu adaptieren und in eine achtjährige Fernsehserie verwandeln, sind bemerkenswert. Das sind die Leute, mit denen ich wirklich gerne zusammenarbeiten möchte.
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Ein Neuanfang ohne J.K. Rowling?
Diese klaren Aussagen von John Lithgow klingen nicht danach, als ob der erfahrene Darsteller in seinem reifen Alter für die Rolle des Schulleiters Albus Dumbledore auch dann zur Verfügung gestanden hätte, wenn J.K. Rowling tiefer in die Serie involviert wäre.
Kein Wunder, denn auch abseits der Kontroversen um Rowling ist die Verpflichtung für die HBO-Serie keine Entscheidung, die Lithgow leichtfertig getroffen hat. Schließlich verpflichtet er sich für satte zehn Jahre, wodurch er am Ende der angepeilten Seriendauer stolze 90 Jahre alt sein wird.
Trotzdem scheint Lithgow sehr entspannt mit der vor ihm liegenden Aufgabe umzugehen. In einem früheren Interview vermutete er bereits, dass es leicht sein wird, Dumbledore zu spielen.
Das klare Bekenntnis Lithgows zur Serie und gegen Rowling lässt vermuten, dass sowohl der immer weiter anwachsende Cast als auch die Showrunner hinter der Kamera mit ihrem Serien-Reboot versuchen möchten, die magische Welt ohne ihre Schöpferin neu zu erfinden und sich so von den Kontroversen loszusagen.
Bis Harry-Potter-Fans das neue Hogwarts endlich besuchen können, vergeht noch etwas Zeit. Erst 2027 soll die erste Staffel – die sich dem ersten Buch Der Stein der Weisen widmet – beim Streaming-Anbieter HBO Max erscheinen.
HBO Max ist übrigens vor Kurzem auch in Deutschland ganz offiziell an den Start gegangen. Alles zu Preisen, Abo-Modellen und mehr erfahrt ihr im oben verlinkten Artikel.