Unsterblichkeit ist schwer zu erreichen. Ein berühmter Maler müsste man sein, der sich das Ohr abschneidet. Oder ein General, der zum Kaiser aufsteigt und ganz Europa unterwirft. Von den Büchern über einen Zauberlehrling mit blitzförmiger Narbe wird man ohne Zweifel noch sehr lange Zeit sprechen. Aber unsterbliche Computerspiele ... tja, bei Spielen ist das so eine Sache.
Denn für wahre Unsterblichkeit müssten sich Spiele auf ewig bewahren lassen. Und das heißt eben nicht nur: eine Packung im Regal, ein USB-Stick mit den Spieldaten in der Schublade. Spiele müssen technsich kompatibel zu neuen Betriebssystemen und aktueller Technik sein. Sie müssen fit gemacht werden für neue Monitor-Auflösungen und moderne Grafikkarten. Damit auch kommende Generationen das potenzielle Meisterwerk erleben können.
Das übernimmt in vielen Fällen der Hersteller, mit offiziellen Remasters und Neuveröffentlichungen - doch was, wenn nicht? Dann finden clevere Fans einen Weg, ihr Lieblingsspiel zukunftssicher zu machen. Bei fheroes2 hat sich dafür ein Team aus leidenschaftlichen Programmierern zusammengefunden, die das betagte Runden-Strategiespiel Heroes of Might and Magic 2 noch 26 Jahre nach Release auf eine neue Engine portieren. Kostenlos!
GameStar Plus sprach mit dem Chef-Entwickler des Fan-Projekts über neue 4K-Auflösungen, hochskalierte Einheitengrafiken und wieso das alles nur lächerliche drei Megabyte Platz auf der Festplatte der Spieler benötigt.
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Der Autor
Für Peter Bathge ist HoMM 2 auch ohne neue Engine unsterblich, denn mit dem Strategiespiel verbindet er einige seiner schönsten Kindheitsereinnerungen. Mit dem universell beliebten Nachfolger Heroes of Might & Magic 3 ist er dagegen nie so recht warm geworden. Jahre später hat Peter dafür viel zu viel King's Bounty: The Legend gespielt. Als er hörte, dass jemand an einem Remake zu Heroes 2 arbeitete, musste er unbedingt mit den Verantwortlichen reden. Wichtige Erkenntnis: Die Zahl 32167 wird auch in fheroes2 wieder eine wichtige Rolle spielen. Versteht ihr nicht? Schaut's nach!
Neuer Glanz für ein 26 Jahre altes Spiel
Als ich den Discord-Call mit Ihar Hubchyk aus dem entfernten Singapur aufnehme (Zeitunterschied sechs Stunden), räumt der gelernte Software-Ingenieur mit über zehn Jahren Berufserfahrung erstmal mit verschiedenen Vorurteilen gegenüber fheroes2 auf. »Viele Leute glauben, es ist eine Mod. Das ist nicht korrekt. Es ist ein Remake.«
Und an diesem Fan-Remake arbeiten mehr Menschen als an manchem neuen Spiel aus der Indie-Szene: Etwa zehn aktive Mitglieder zählt das Entwicklerteam zur Zeit. Acht Entwickler arbeiten in ihrer Freizeit am Code, zwei Tester überprüfen alles auf die korrekte Funktionsweise. Zusammen mit den Leuten, die sich eher sporadisch beteiligen, sind es sogar mehrere Dutzend. Der Community Manager spricht von über 50 Menschen.
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