Hideo Kojima - Spiele oder Filme machen: Hier liegt für den Designer der Unterschied

Entwicklerlegende Hideo Kojima erklärte auf Twitter den Unterschied zwischen Spiel und Film. Dafür wählte er allerdings ein schmerzhaftes Beispiel.

von Martin Dietrich,
07.09.2017 14:01 Uhr

Für Hideo Kojima ist der Entstehungsprozess von Filmen und Spielen grundsätzlich anders.Für Hideo Kojima ist der Entstehungsprozess von Filmen und Spielen grundsätzlich anders.

In einem langen Twitter-Thread erläutert Metal Gear Erfinder Hideo Kojima seine Sicht darauf, inwieweit sich Spiel und Film unterscheiden. Der Designer war dafür bekannt, in seinen Spielen die Zwischensequenzen auf Spielfilmlänge zu drücken. Zur Erklärung seiner Sichtweise hat Kojima ein, zunächst wenig spektakuläres, Beispiel gewählt: einen Flur.

"Sagen wir, wir stellen uns einen Flur vor, den der Spieler hinuntergehen muss. Der Flur hat eine Bedeutung für den Plot und das Spiel-Design. Er soll die Geschichte vorantreiben als auch die Steuerung beibringen…"

Kojima -und Horrorfans denken jetzt höchstwahrscheinlich an das eingestellte Silent Hills, dass mit der Demo P.T. sehr prominent einen Flur in den Mittelpunkt rückte. Nachdem sich der japanische Entwickler und Konami trennten, wurde das Projekt, an dem auch Regisseur Guillermo del Toro beteiligt war, eingestellt. Ob Kojima ganz bewusst einen Flur als Beispiel wählte, wissen wir natürlich nicht - zuzutrauen wäre es dem exzentrischen Designer aber.

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Kritik am Outsourcing

In seiner Ausführung kommt er zu dem Schluss, dass eine Spieleentwicklung ständig im Fluss ist und jeder Teil des Spiels überdenkt werden muss. Filme seien während ihrer Entstehung linearer und nicht mit der Entwicklung eines Spiels zu vergleichen.

"Ein Actionspiel kann niemals fertiggestellt werden, wenn man es nach einer Blaupause entwickelt und dann die Teile am Fließband zusammenbaut."

Dabei kritisiert er auch das Vorgehen des Outsourcings. Entwickler sollten Bestandteile ihres Spiels nicht an externe Studios weitergeben. Das sei weder für die Entwickler noch die Spieler förderlich. So könne man nicht ständig an gewissen Teilen des Spiels arbeiten und sie verbessern. Beispielsweise lagerte Eidos Montreal bei Deus Ex: Human Revolution die Entwicklung der Boss-Kämpfe auf das Studio Grip Entertainment aus.

Kojimas nächstes Spiel wird Death Stranding, das zunächst für die PS4 erscheinen wird und später für den PC. Ein genaues Release-Datum ist bisher nicht bekannt. In einem Interview gab Kojima auch kürzlich bekannt, wie der Film Dunkirk ihn inspiriert.


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