Eigentlich hatte ich an dieser Stelle einen kleinen Scherz eingeplant, wo ich von meinem Kollegen Sören erzähle, der eine arme Socke ist, weil er seit über sechs Jahren auf den Release der Fortsetzung von Hollow Knight wartet. Tja, wer lacht jetzt?
Die arme Socke bin nämlich ich. Denn seit zwei Tagen versuche ich verzweifelt, das aktuell meist erwartete Steam-Spiel auf der gamescom anzuspielen.
Über 350.000 Spielerinnen und Spieler warten allein auf Steam auf die Fortsetzung. Zwei Tage vor dem angekündigten Silksong-Stream warten schon über 18.000 Leute in der Leitung. Der Hype ist groß — und das spüre ich hier in Köln gewaltig.
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Silksong kommt! Der Nachfolger von Hollow Knight erscheint in wenigen Tagen und der Trailer zeigt euch endlich Spielwelt, Bosse und Gegner
Der Silksong-Stand bei Xbox ist bereits gestern am Pressetag komplett überrannt. Ich probiere es zweimal, aber mein voller Terminkalender lässt lange Wartezeiten einfach nicht zu. Beim Termin zu den neuen Handhelds ROG Xbox Ally und Ally X ist das Spiel ebenfalls nicht anspielbar.
Ich gebe die Hoffnung schon fast auf — und dann fällt mir endlich ein Fast Pass in die Hände. Sorry an alle, die seit Stunden in der stickigen Halle 7 anstehen. Aber jetzt kann ich euch nach vier Anläufen endlich von meinen Eindrücken erzählen … nachdem ich läppische 10 Minuten reinschnuppern konnte. Nein, das ist kein Scherz.
Neue, bunte Welt
Silksong ändert im Vergleich zum Vorgänger nicht nur den Hauptcharakter, sondern auch die Welt. Hornet wird zu Beginn des Spiels von einer Karawane in das Reich Farlum entführt. Doch ihr gelingt es, aus dem Gefährt auszubrechen und sie landet in der Wildnis — hier startet die Demo.
Direkt als Erstes fällt mir die farbenfrohe Umgebung auf. Ich stehe mitten in einer Waldlichtung. Um mich herum sprießen knallgrüne Büsche aus dem Boden und dicke Lianen winden sich um die Durchgänge. Sonnenlicht fällt in sanften Strahlen von oben auf den Hain und taucht alles in eine gemütliche und warme Atmosphäre.
Ein starker Kontrast zu dem in Grautöne getauchten Vorgänger, der - vom Grünweg mal abgesehen - mich meist mit einem düsteren Setting in die passende Stimmung versetzt.
Der ruhige Einstieg wird zusätzlich von der wunderschönen musikalischen Untermalung betont. Ruhige Klänge begleiten mich, während Hornet ihr Bewusstsein wiedererlangt und sich ihre Nadel-Waffe schnappt. Zeit, die neue Welt zu erkunden!
Alte Bekannte und neue Fremde
Hollow Knight ist bekannt für seine präzise Steuerung, die es Spielerinnen und Spielern erlaubt, selbst schwierigste Plattforming-Passagen mit Leichtigkeit zu bezwingen — solange sie die Steuerung beherrschen.
Silksong fühlt sich in den ersten zehn Minuten schön vertraut an: Wenn ich die Sprungtaste kurz drücke, führt Hornet einen kleinen Hüpfer aus — halte ich sie länger gedrückt, schaffe ich einen großen Sprung über den Abgrund. Lande ich kurz vor einer schwebenden Steinplattform, greift Hornet nach dem Vorsprung und zieht sich daran hoch.
Die erste Änderung fällt mir auf, als ich einer kleinen Raupe begegne und den berühmten Pogo-Jump
ausprobieren möchte. Im Vorgänger konnte ich mit dem kleinen Ritter auf einen Gegner oder aber auch Umgebungsdetails wie Stacheln springen und dabei einen Angriff nach unten ausführen, um zusätzlichen Schaden auszuteilen (und er sieht einfach cool aus!).
In Silksong ist mir ein solcher Sprung nicht gelungen. Führe ich die gewohnte Tastenkombination nämlich mit Hornet aus, macht sie einen kleinen vertikalen Bogen, bevor sie landet — sie greift also nicht direkt nach unten an.
Generell fühlte sich das Kämpfen noch etwas gewöhnungsbedürftig an, obwohl ich mich erst vor der gamescom wieder mit Hollow Knight vertraut gemacht habe. Hornet hat eine größere Reichweite als der namenlose Ritter; die Winkel, das richtige Tempo, der Rhythmus — all das muss ich neu erlernen. Zehn Minuten haben leider nicht ausgereicht, um mich da noch mehr reinzufuchsen.
Schöne Seide
Ähnlich wie im ersten Teil kann sich auch Hornet in Silksong selbst heilen. Der große Unterschied: Statt Seele sammelt die Heldin Seide. Diese produziert sie jedes Mal, wenn sie einen Gegner erlegt.
Konnte der namenlose Ritter allerdings sofort ein Leben auffüllen, sobald genug Seele vorhanden war, muss Hornet zusätzlich noch warten, bis sich die Spule unter ihrer Lebensanzeige voll aufgefüllt hat. Erst dann leuchtet die Unterfadenspule (ja, ich habe gegoogelt!) links von ihrer Lebensleiste auf und sie kann sich heilen. Dafür aber auch gleich mehrere Leben auf einmal!
Gegner lassen außerdem Scherben als Währung fallen, mit denen ich später Werkzeuge aufwerten kann. Werkzeuge sind das Äquivalent zu den Fähigkeiten aus dem ersten Teil, die Hornet neue Skills und stärkere Angriffe verleihen — die konnte ich allerdings noch nicht ausprobieren.
Als ich gerade im ersten Bosskampf gegen ein … fliegendes Raupen-Biene-Insekten-Dingens stecke, läuft die Zeit auch schon ab.
Obwohl ich nur zehn Minuten mit dem Spiel verbracht habe, bin ich mir sicher, dass Silksong seine Fans begeistern wird. Es fühlt sich insgesamt schon sehr gut an: Der Look ist liebevoll gestaltet und atmosphärisch, die Steuerung präzise, wenn auch gewöhnungsbedürftig und das Spiel bringt genug Neuerungen mit, um sich nicht wie eine langweilige Kopie des Erstlings anzufühlen.
Und ihr armen Socken, die ihr sechs Jahre lang darauf warten musstet, seid nach all der Zeit erlöst: Denn Silksong erscheint endlich, endlich, endlich am 4. September 2025. This is not a Silkpost!
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