Huuu huuu! Scream, Conjuring und Finale Destination – habt ihr als wahre Horror-Experten bestimmt alles schon gesehen. Es gibt jedoch noch mehr Filme, bei denen ihr die Hälfte eurer Zeit vor Angst hinter dem Sofa verbringen könnt. Deshalb wollen wir euch 8 Horrorfilm-Empfehlungen vorstellen, die ihr vielleicht noch nicht auf dem Schirm hattet.
Aber Vorsicht! Wie ihr wisst, hat es das Genre in sich und die folgenden Werke sind nichts für schwache Nerven. Also schnappt euch am besten noch eine kuschelige Decke und etwas Nervennahrung.
Viel Spaß beim Gruseln!
Lake Mungo
1:50
Der Horrorfilm Lake Mungo erzählt seine Spuk-Geschichte im Stil einer True-Crime-Doku
- Release: 2010
- Cast: Talie Zucker, Rosie Traynor, David Pledger
- Regie: Joel Anderson
- Wo streamen? Prime Video
Natalie: Wenn man True Crime und fiktiven Horror mischt, dann kommt dabei die Mockumentary Lake Mungo heraus. Mockumentary bedeutet: Der Film ist zwar aufbereitet, wie ein Doku-Film, ist aber komplett erfunden. Ein bisschen wie Blair Witch Project also, ihr versteht schon! Genau dieses Detail macht Lake Mungo für mich aber auch so spannend!
Wir begleiten eine Familie, die jüngst ihre Tochter verloren hat. Die 16-jährige Alice Palmer ist ertrunken – und seitdem passieren im Elternhaus merkwürdige Dinge. Spukt hier der Geist von Alice? Will sie, dass das Mysterium um ihren Tod gelöst wird? Oder gibt es für all die »paranormalen« Ereignisse eine durch und durch rationale Erklärung?
Lake Mungo ist langsamer, atmosphärischer Horror, oft sehr subtil. Der Film lenkt den Zuschauer in unterschiedliche Richtung, setzt kleine Häppchen und Intrigen vor, die am Ende ein großes Bild ergeben. Ich lerne mehr über Alice und ihre Vergangenheit. Über ihre Beziehungen. Obwohl ich weiß, dass ich eine fiktive Geschichte verfolge, fühlen sich Teile davon ziemlich real an. Und bis zum Schluss bleibt die Frage offen: Spukt es nun wirklich in Alices Elternhaus?
Smile - Siehst du es auch?
2:12
Smile: Der vielleicht gruseligste Filmtrailer des Jahres
- Release: 22. September 2022
- Cast: Sosie Bacon, Kyle Gallner, Jessie T. Usher, Caitlin Stasey, Kal Penn
- Regie: Parker Finn
- Wo streamen? Als Video-On-Demand bei Amazon Prime Video, Apple TV, Sky oder MagentaTV
Franzi: Meine Horror-Kenntnisse beschränken sich auf Satanic, Smile … und das war’s! Ja, ich bin ein bekennender paranoider Angsthase und meide Filme, die mich im Dunkeln gruselige Gestalten sehen lassen. Damit gehöre ich aber eigentlich auch zur Zielgruppe. Ich kann euch daher versichern, dass ich bei Smile wirklich die Hälfte der Zeit im Kinosaal unter meiner Jacke verbracht habe.
Ein normales Lächeln bekommt in dem Horrorthriller eine ganz neue Bedeutung. Die Psychiaterin Dr. Rose Cotter muss mit ansehen, wie eine ihrer Patientinnen auf bizarre und grausame Art Selbstmord begeht. Fortan wird Rose von einer unheimlichen, lächelnden Entität verfolgt, die ihre Opfer in den Wahnsinn treibt. Rose versucht dabei, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um nicht die Nächste zu sein.
Der schlimmste und gleichzeitig auch grandioseste Aspekt an Smile ist die Atmosphäre. Wenn ich sehe, wie sich bei einer Figur nur ein Mundwinkel bewegt, läuft es mir bereits eiskalt den Rücken herunter. Rose wird überall von dem Fluch heimgesucht und es gibt einfach kein Entkommen. (Für mich übrigens auch nicht, denn ich war mit meinem damaligen Arbeitskollegen im Kino und wir sind mit einem einzigen Auto gefahren.)
Late Night with the Devil
2:19
Late Night With the Devil: Der Trailer zum Mystery-Thriller verspricht ein teuflisches Film-Event
- Release: 2024
- Cast: David Dastmalchian, Laura Gordon, Ian Bliss
- Regie: Cameron Cairns, Colin Cairnes
- Wo streamen? Prime Video
Natalie: Wie ihr meinem ersten Film-Tipp vielleicht schon entnehmen könnt, bin ich großer Fan von Filmen, die aus dem klassischen Format ausbrechen und mal was anderes ausprobieren. Late Night with the Devil fällt in eine ähnliche Nische: Diesmal ist es keine Doku, sondern eine Late Night Talk Show in den 1970er Jahren.
Der charismatische Moderator Jack Delroy will seiner Show das gewisse Etwas verleihen und entscheidet sich dazu, live im Fernsehen mit dem Teufel zu sprechen. Dafür lädt er ein junges Mädchen ins Studio ein, das angeblich besessen sein soll. Was als unterhaltsame TV-Sensation beginnt, geht sehr schnell sehr schief.
Wenn ihr Jumpscares, schnelle Action und ein flinkes Pacing in euren Horrorfilmen bevorzugt, dann ist das der falsche Film für euch. Late Night with the Devil lässt sich viel Zeit, verweilt oft bei scheinbar nebensächlichen Details, schlägt einen ruhigen Ton an – aber genau das sticht eben aus der Masse heraus und bleibt mir als einzigartige Horrorerfahrung im Kopf. Ist es der gruseligste Film, den ich je gesehen habe? Nein. Aber definitiv einer der unterhaltsamsten.
A Quiet Place
1:56
In A Quiet Place wurde 2018 Stille zum einzigen Retter der Post-Apokalypse
- Release: 2018
- Cast: Emily Blunt, John Krasinski, Millicent Simmonds, Noah Jupe, Cade Woodward, Leon Russom
- Regie: John Krasinski
- Wo streamen? Amazon Prime
Miffy: Anders als Franzi werde ich von Horrorfilmen angezogen, wie David Cronenbergs Fliege von menschlicher DNA. Deshalb versuche ich mich mal auf zwei Highlights zu konzentrieren, die mir in den letzten Jahren ans Herz gewachsen sind.
Empfehlung Nummer 1 ist A Quiet Place, der mich 2018 im Kino richtig aus dem Sessel gehauen hat. Das Spiel mit Sound ist in Horrorfilmen besonders wichtig, und das hat man sich hier zu Herzen genommen. Wir begleiten Familie Abbott, die sich in der Postapokalypse ihr Leben auf einer Farm aufgebaut hat. Aber statt Zombies oder Nachwehen eines Atomkriegs sind es hier alienartige Kreaturen, die die Menschheit fast ausgelöscht haben. Das Problem: Sie sind mit einem außerordentlich guten Gehör ausgestattet und orten menschliche Geräusche meilenweit.
Das führt dazu, dass nicht nur das Leben der Abbotts extrem still ist, sondern auch ein Großteil des Films. Jedes Knacken im Holzboden und jeder Schmerz, der durch einen Schrei herausgelassen werden will, wird zum potenziellen Todesurteil. Durch diese unheimliche Stille baut sich die Spannung deutlich authentischer auf als in vielen anderen Horrorfilmen, die versuchen, den gleichen Effekt mit Hintergrundmusik zu erzielen.
So finster die Nacht
Link zum YouTube-Inhalt
Originaltitel: Låt den rätte komma in
- Release: 2008
- Cast: Kåre Hedebrant: Oskar, Lina Leandersson: Eli, Per Ragnar: Der Vater, Henrik Dahl: Erik, Karin Bergquist: Yvonne, Peter Carlberg: Lacke, Ika Nord: Virginia, Mikael Rahm: Jocke
- Regie: Tomas Alfredson
- Wo streamen? Amazon Prime
Nele Wobker: Mir gefällt der Originaltitel dieses Films »Låt den rätte komma in« (Schwedisch für »Lass den Richtigen hinein«) wesentlich besser, weil er in zweierlei Hinsicht passt:
Zum einen handelt es sich bei diesem tragischen Film im Grunde um eine bittersüße, kindliche Liebesgeschichte, in der der zwölf Jahre alte Oskar die richtige Person zwar findet, diese gleichzeitig aber so gegensätzlich ist, dass es kompliziert wird.
Dieses geschlechtslose Kind namens Eli ist nämlich ein junger Vampir und hier kommt der zweite namensgebende Aspekt beim Originaltitel zu tragen: Es gibt bekanntermaßen in der Folklore den Mythos, dass Vampire die Behausung eines Menschen nur betreten können, wenn dieser ihn oder sie darum bittet. Und Protagonist Oskar bittet Eli hinein, was den Beginn einer intensiven Freundschaft einläutet.
Oskar lebt in einem Vorort in Stockholm und wird von anderen Kindern aufs Übelste gemobbt. Als Eli mit einem menschlichen Vormund in die Nachbarschaft zieht, ist er augenblicklich angetan von dem schüchternen Kind. Eli ist bleich, hat Schwierigkeiten mit der Kälte und scheint weder Junge noch Mädchen zu sein (was in der Romanvorlage übrigens noch deutlicher hervorgestellt wird).
Die Faszination und Zuneigung bestehen sofort auf beiden Seiten und schnell wird Eli zu Oskars Schutzschild. Doch Eli ist nun einmal nicht wie andere Kinder. Was Oskar magisch anzieht, sorgt gleichzeitig dafür, dass der kleine Vorort immer häufiger Schauplatz schrecklicher Morde wird, denn Eli muss sich irgendwie ernähren.
Der Film handelt von der unkonventionellen Beziehung zwischen zwei Ausgestoßenen, der ersten Liebe und der Frage, wie weit man für seine einzige Bezugsperson und große Liebe gehen würde, auch wenn diese ein Monster ist.
The Substance
2:25
Im Horrorfilm The Substance soll ein Wundermittel das Altern aufhalten, doch es birgt ungeahnte Nebenwirkungen
- Release: 2024 | Cast: Demi Moore, Margaret Qualley, Dennis Quaid
- Regie: Coralie Fargeat
- Wo streamen? Prime mit zusätzlichen Mubi-Abo
Miffy: Eine Sache vorweg: Für diesen Film solltet ihr mit einem starken Magen gesegnet sein. The Substance ist weder Slasher noch Dämonen-Grusel, sondern plastischer Body-Horror. Es geht um den menschlichen Körper und das Älterwerden, das besonders in Hollywood zu den Top-Problem-Themen gehört.
Im Film wird uns Elisabeth Sparkle (Demi Moore) vorgestellt, deren Karriere-Zenit längst überschritten ist. Die Schauspielerin steht seit Jahrzehnten als Moderatorin und Vorturnerin der Aerobic-Sendung »Sparkle your Life« vor der Kamera. Ausgerechnet am Tag ihres 50. Geburtstags wird sie aus ihrer eigenen Sendung rausgeschmissen - Man möchte ein jüngeres Publikum ansprechen, und sie ist schlichtweg zu alt. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Umwege kommt sie an ein mysteriöses Wundermittel namens »The Substance«, mit dem sie eine jüngere, gesündere Version von sich selbst … gebiert? (Der Prozess ist schwierig in Worte zu fassen). Während Elisabeths jüngeres Ich namens Sue (Margaret Qualley) heiter durch die Gegend tingelt, befindet sich ihr älterer Körper in einer Art Standby. Dieser nährt die Jungspund-Hülle mit einem körpereigenen Serum, das sich jedoch nur regeneriert, wenn Elisabeth jede Woche die Körper tauscht. Wenn sie das nicht tut, werden die Falten einer 50-Jährigen zu ihrem geringsten Problem.
The Substance ist eine explizite Kritik am Schönheits- und Jugendwahn unserer heutigen Gesellschaft. Aber auch als Liebhaberin von liebevoll inszenierten, praktischen Effekten und gut platziertem Humor, hat mich der Film abgeholt und wird mir noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.
Nosferatu: Eine Symphonie des Grauens
1:44
Nosferatu, eine Symphonie des Grauens: Der Trailer zum über 100 Jahre alten Vampir-Klassiker
- Release: 4. März 1922
- Cast: Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schröder, Alexander Granach
- Regie: F. W. Murnau
- Wo streamen? Youtube
Paul: Wer meine Artikel bei GameStar kennt, der weiß, dass ich eine Schwäche für Retrospiele habe. Wenn die Pixel größer sind als die Monitore, auf denen sie dargestellt werden, dann bin ich glücklich. Insofern ist es vermutlich nur konsequent, dass auch meine Horror-Empfehlung aus dem Retro-Sektor kommt. Wobei … gilt mehr als 100 Jahre alt
eigentlich noch als retro
? Oder ist das nicht eher schon prähistorisch?
Worauf ich hinaus möchte: Warum nicht mal einen der ganz großen Klassiker des Horrors genießen? Der aus einer Zeit stammt, als es noch keine Jumpscares gab, keinen Body Horror, keine Creepypasta. Es gab ja noch nicht mal Sprache. Ich rede natürlich von »Nosferatu: Eine Symphonie des Grauens«, dem Stummfilm mit Max Schreck als tief sitzende furchterregendem Graf Orlok.
Wir alle kennen Graf Dracula aus etlichen Verfilmungen der Neuzeit. Hier aber das schwarz-weiße Original zu erleben, das auf Bram Stokers 1897er-Roman »Dracula« basierte, diesen Meilenstein des deutschen Expressionismus, mit den großen Gesten, der erhabenen Musik und den Maßstäbe setzenden Darstellungen - das ist ein ganz besonderes Erlebnis!
Und wer es ein bisschen moderner mag, der greift halt zum gleichnamigen Remake aus dem Jahr 2024 mit Bill Skarsgård und Lily-Rose Depp. Da wird auch mehr gesprochen, wie ich gehört habe.
Sinister
2:28
Sinister - Der Trailer zum clever-inszenierten Horrorfilm
- Release: 22. November 2012
- Cast: Ethan Hawke, Juliet Rylance, Fred Thompson, James Ransone
- Regie: Scott Derickson
- Wo streamen? Home of Horror - Zusatzkanal auf Amazon Prime Video; als Video-on-Demand bei Amazon Prime Video, Apple TV, Sky oder MagentaTV
Dennis: Wenn ihr mal wieder Lust auf einen Horrorfilm habt, der euch nicht für dumm verkauft, muss ich euch unbedingt Sinister empfehlen. Was diesen Film für mich so besonders macht, ist nicht nur, dass er gruselig, sondern auch unglaublich clever aufgebaut ist.
Das fängt schon bei der Hauptfigur an: Ein ehrgeiziger True-Crime-Autor (Ethan Hawke), dessen Motivation absolut nachvollziehbar und fast schon tragisch ist. Ihr versteht, warum er die fatalen Entscheidungen trifft, die er trifft. Hier gibt es keine dummen Ich gehe mal eben allein in den dunklen Keller
-Klischees.
Und statt euch mit billigen Jumpscares zu bombardieren, baut der Film eine meisterhafte Atmosphäre des Unbehagens auf. Allein die Soundkulisse ist genial. Der wahre Horror entsteht aber durch die alten Super-8-Filme, die im Haus gefunden werden. Wie diese Aufnahmen von harmlosen Familienmomenten langsam in unvorstellbaren Schrecken umschlagen, ist brillant gemacht und bleibt euch noch lange im Gedächtnis.
Für alle Horror-Liebhaber: In unserer Themenwoche könnt ihr euch jeden Tag mit uns gemeinsam gruseln. Da Halloween immer näher rückt, bekommt ihr aber auch einiges an Input für einen gelungenen Schauer-Abend. Egal, ob Video- und Brettspiele oder Filme und Serien. An Halloween wird euch sicher nicht langweilig.
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