Es muss irgendwann zu meiner Zeit im Kindergarten gewesen sein, als mein Vater einen damals schon recht alten Rechner mit Windows 95 in mein Kinderzimmer stellte.
Er hat circa 30 Minuten gebraucht, um hochzufahren, und ich habe kaum etwas anderes damit gemacht, als ein Spiel zu spielen, von dem ich heute nur noch verschwommen die schwarz-orangene Farbpalette in Erinnerung habe.
Seitdem nutze ich Windows-PCs und habe das (fast) nie bereut. Auf Apples World Wide Developers Conference 2023 (WWDC) gab es allerdings einige Ankündigungen, die mich zumindest teilweise auf ihre Seite ziehen konnten.
Microsoft vs. Apple
Ich bin mir darüber im Klaren, dass die alte Diskussion um »Apple oder Microsoft?« und »MacOS oder Windows?« mittlerweile einen unwahrscheinlich langen Bart hat, also will ich euch in aller kürze sagen, warum Windows für mich immer die bessere Wahl war:
- Gaming: Ich bin leidenschaftlicher Gamer und zocke seit Jahren fast täglich. Leider passen Apple und Videospiele einfach nicht gut zusammen. Nur die wenigsten Spiele laufen nativ auf Apple-Geräten und für den Rest muss man Drittanbieter-Apps wie Parallels Desktop nutzen. Doch selbst das ist keine Garantie für Erfolg.
- Hardware: Noch vor wenigen Jahren konnte man sich zum Preis eines Macs einen High-End-Windows-PC kaufen, der schlichtweg mehr fürs Geld bot. Außerdem gefällt mir die hohe Individualisierbarkeit der Hard- und Software bei Windows-Systemen.
- Zubehör: Seit ich denken kann, braucht man, um Apple-Geräte im Alltag zu nutzen, zusätzliche Kabel oder Adapter, die bei anderen Herstellern entweder beigelegt oder direkt verbaut sind. Das hat sich für mich immer nach Abzocke angefühlt.
- Erfahrung: Der Mensch gehört bekanntlich zur Gattung der Gewohnheitstiere. Spätestens, als dann in meiner IT-Ausbildung zum Windows 7-Administrator wurde, war der Apple-Zug für mich erstmal abgefahren.
Apple holt auf und der PC-Markt bremst ab
Nach über 20 Jahren Windows, ist es schwer sich einzugestehen, dass Apple eine reale Alternative darstellt. Dennoch zeigt die WWDC 2023, dass es möglich ist.
Ich wurde hellhörig, als Jeremy Sandmel anfing von einem »Game Mode« zu sprechen. Dieser soll die Spielerfahrung optimieren, indem Games höher von der Hardware priorisiert werden. Außerdem soll die Audio- und Input-Latenz deutlich geringer ausfallen als bisher.
Das klingt schonmal nach einem Schritt in Richtung Apple-Gaming. Ganz zufrieden bin ich damit allerdings nicht. Windows bietet immerhin deutlich mehr Gaming-Komfort.
Dennoch: Gaming-Hardware ist teurer denn je und für den Preis eines iMacs kann man sich heute gerade mal eine Grafikkarte leisten - zumindest wenn sie eine Weile halten soll. Ein Punkt für Apple.
Mit der Zeit ändert sich auch der Fokus auf gewisse Dinge. Ich zocke zwar immer noch sehr viel, doch das ist nicht das einzige, was meine Hardware für mich tun soll. Das entscheidende Stichwort lautet »Geistige Gesundheit«.
Apple zeigt mit ihrer Journal-App beispielsweise, dass sie versuchen immer am Puls der Zeit zu sein. Dazu gehört für mich auch ein Bewusstsein über das eigene Wohlbefinden. Das sogenannte Journaling, also Tagebuch schreiben, soll da Wunder wirken.
Auch hier erfindet Apple das Rad gewiss nicht neu. Immerhin gibt es schon lange Apps, wie zum Beispiel Day One, die euch beim Schreiben eines Tagebuchs unterstützen können. Trotzdem macht es deutlich, wie Apple tickt und dass wir in Zukunft noch mehr Features in dieser Richtung bekommen könnten. Das macht mir persönlich Lust auf Apple-Produkte.
Apple steht für Innovation
Auch Apples Drang nach und Innovationen beeindruckt mich als Windows-Fans sehr.
Neben eher kleineren Ankündigungen für neue Betriebssysteme wurde zum Beispiel auch die Mixed-Reality-Brille »Vision Pro« angekündigt. Sie soll circa 3.500 Dollar kosten.
Was erstmal klingt, wie ein Schlag ins Gesicht für … na ja, so ziemlich jeden, ist eigentlich etwas Gutes. Diese Brille wird wahrscheinlich neue Maßstäbe im AR- und VR-Bereich setzen und diverse andere Hersteller dazu bringen, ihr Produkt zu überdenken. Immerhin sind erste Erfahrungsberichte, wie zum Beispiel von The Verge, hellauf begeistert.
Denkt nur mal an das erste iPhone und dessen Auswirkungen auf die Handy-Branche. Ich hoffe, dass es Apple gelingt, auch den VR-/AR-Bereich zu revolutionieren. Allein der Versuch, diesen eher brach liegenden Zweig wiederzubeleben, ist meiner Meinung nach beachtenswert und verdient Lob.
Der Wechsel zu Apple?
Innovation hin oder her. Am Ende des Tages bringt mir die 3.500-Dollar-Brille noch nicht viel. Werde ich also in absehbarer Zeit auf Apple-Produkte wechseln?
Ich sehe auf jeden Fall Potenzial!
Die Orientierung am Lifestyle der Nutzer gefällt mir außerordentlich bei Apple-Produkten. Microsoft bleibt, was das angeht, weit abgeschlagen.
Die WWDC hat mir deswegen zum ersten Mal im Leben wirklich Lust darauf gemacht, ein Apple-Produkt auszuprobieren.
Ich habe es besonders auf die Produktpalette der iPads abgesehen, da ich momentan noch kein Tablet besitze. Das stelle ich mir als einen optimalen Einstieg in die Welt der Apple-Produkte vor.
Außerdem höre ich seit Jahren von befreundeten Musikern, dass Macs einfach besser für Musikproduktion sind. Vielleicht ist es an der Zeit, das für mich selbst herauszufinden.
Wie seht ihr das? Ist ein iPad der richtige Einstieg? Hat euch die WWDC gefallen? Konntet ihr auch abgeholt werden, oder wart ihr eher enttäuscht? Nutzt ihr Apple-Geräte oder seid ihr, wie ich, bisher Windows- und Android-affin? Was gefällt euch an den jeweiligen Systemen besser? Schreibt uns eure Meinungen und Erfahrungen unten in die Kommentare!
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