Für viele von euch kommt das jetzt sicher total überraschend, aber als freiberuflicher Spielejournalist wird man eher nicht reich. Urlaub ist ein Luxus, den man sich immer doppelt und dreifach überlegen muss: wer wegfährt, schreibt keine Texte. Wer nichts schreibt, verdient nichts. Darum habe ich mir meine Auszeit einfach digital gegönnt und zum ersten Mal Red Dead Redemption 2 installiert.
Das sieht ohne jede Übertreibung so gut aus, dass ich stundenlang einfach nur blöd in die Landschaft glotzte und überhaupt nicht darüber hinwegkam, wie gut Spiele heutzutage aussehen können. Meine Abenteuer im wilden Westen waren aber nicht einfach nur virtuelle Ferien – sie waren auch ganz einfach Erholung von all den Gurken, die ich im vergangenen Jahr testen durfte.
Nach Enttäuschungen wie Dungeons & Dragons: Dark Alliance, dem Flachwitz-Rohrkrepierer Rustler und dem Langeweile-Simulator Werewolf: The Apocalypse – Earthblood war das objektiv fabelhafte Red Dead Redemption 2 eine wahre Wohltat.
Letzten Endes habe ich es nicht mal durchgespielt, weil ich eben immer was zu meckern habe, war aber trotzdem dankbar, einfach mal etwas spielen zu dürfen, worauf ich ganz einfach tierisch Bock hatte. Das Spiel hatte mir für einige Stunden hervorragend gefallen, dann nutzte sich die typische Rockstar-Formel leider immer mehr ab. Dabei hätte es mir vor zehn Jahren vielleicht noch viel besser gefallen.
Der Autor
Ein wichtiger Teil von Sascha Penzhorns Job ist, Spiele zu spielen, die er eigentlich verachtet. Ihr wollt ihn leiden sehen, also quält er sich zu eurer Unterhaltung regelmäßig. Und manchmal muss man in diesem Job auch ganz einfach Spiele testen, die sich als richtig fiese Gurken herausstellen. Das fällt dann unter Berufsrisiko, denn wären alle Spiele plötzlich hervorragend, bräuchte man keine Tester mehr. Zum Ausgleich darf er sich ab und zu Spiele und Themen aussuchen, an denen er ehrlich interessiert ist. Das ist im ersten Moment nicht ganz so lustig, weil er hier weniger leidet, doch als geborener Pessimist sucht er sich wie bei Forza Horizon 5 sein Leid mit der Zeit ganz einfach selbst. So haben alle was davon.
RDR2 ist immer noch atemberaubend schön
In 4K und mit allen Details maximal aufgedreht sieht Red Dead Redemption 2 auch 2022 noch abartig gut aus. Okay, Raytracing hat das Spiel ohne Mods anscheinend überhaupt nicht und das HDR sieht aus wie gekotzt, trotzdem: wow.
Vielleicht liegt es daran, dass ich sonst überwiegend Indie- und AA-Games spiele und einfach keine gute Grafik mehr gewohnt bin. Vielleicht ist es der Placebo-Effekt, weil ich mir dieses Spiel einfach mal selbst ausgesucht habe. Aber ich habe vom ersten Moment an Gänsehaut.

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