GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Jederzeit online kündbar

Seite 2: Intel Core i9 vs. AMD Threadripper - Alles zu Technik, Release & Preis

Intel vs. AMD: Technische Daten

Kaby Lake-X

Broadwell-E

Skylake-X

AMD Threadripper

AMD Ryzen 5/7

Architektur

Kaby Lake

Broadwell-EP

Skylake-SP

Zen

Zen

Kernzahl (min./max.)

4/4

6/10

6/18

10*/16

4/8

max. DIE-Size

nicht bekannt

246 mm²

484 mm²

378 mm²*

189 mm²

max. L3-Cache

8 MByte

25 MByte

24,75 MByte

32 MByte (4 x 8,0 MByte)*

16 MByte (2 x 8,0 MByte)

max. L2-Cache pro Kern

256 KByte

256 KByte

1.024 KByte

512 KByte*

512 KByte

PCI E-Lanes (min./max.)

16/16

28/40

28/44

64/64

24/24

max. TDP

112 Watt

140 Watt

165 Watt

155 Watt*

95 Watt

max. Turbo-Taktrate

4,5 GHz

3,5 GHz

4,5 GHz*

3,9 GHz*

4,0 GHz

Speicher

DDR4-2666 (Dual-Channel)

DDR4-2400 (Quad-Channel)

DDR4-2666 (Quad-Channel)

DDR4 (Quad-Channel)

DDR4-2666 (Dual-Channel)

Verbindung DIE/Heatspreader

nicht verlötet

verlötet

nicht verlötet

verlötet *

verlötet

Preis

ca. 280/380 Euro

ca. 380 bis 1.550 Euro

ca. 420 bis 2.000 Euro

nicht bekannt

ca. 160 bis 480 Euro

*noch nicht offiziell bestätigt

Mehr Kerne sind nicht alles

Der Blick auf die Übersicht mit den technischen Daten zeigt, dass AMD mit den kommenden Threadripper-Prozessoren grundsätzlich sehr gut gegen Intels Skylake X-CPUs aufgestellt ist. Durch den Core i9 7980XE sichert sich Intel zwar knapp die Krone in Sachen Kernzahl (18 statt 16), AMD kann gleichzeitig aber mit der höheren Zahl an unterstützten PCI Express-Lanes punkten. Das ist vor allem für den Betrieb von mehreren Grafikkarten und schnellen Datenträgern wie M.2-NVMe-SSDs wichtig.

Ein entscheidender Aspekt dabei: Die Threadripper-Prozessoren werden laut AMD alle dieselbe Zahl an PCI Express-Lanes und Quad-Channel-Unterstützung bieten, während Intel seine CPUs künstlich beschneidet. Intel-Modelle mit weniger als zehn Kernen bieten maximal 28 PCI Express-Lanes, die beiden Kaby Lake X-CPUs sogar nur 16 PCI Express-Lanes und nur Dual-Channel-Speicher.

Wer sich eine Kaby Lake X-CPU kauft, der muss sich also nicht nur mit vier Kernen auf der High-End-Plattform X299 zufriedengeben, er kann gleichzeitig nicht alle Features, die diese Plattform mit ihren entsprechend teuren Mainboards zu bieten hat, wirklich ausnutzen.

Intels Argument für Kaby Lake X ist neben guter Eignung für das Übertakten auch die potenzielle Upgrade-Möglichkeit, die der Sockel 2066 zu bieten hat. Wir halten es aber nach aktuellem Stand für sinnvoller, im Preisbereich von etwa 300 Euro eine Kaby Lake-CPU wie den Core i7 7700K für die günstigere Sockel 1151-Plattform zu kaufen. Alternativ kann man auch zu einer Ryzen-CPU mit sechs oder acht Kernen wie den Ryzen 5 1600 oder Ryzen 7 1800X greifen.

Ebenfalls ein mögliches Argument für Threadripper: Prozessor-DIE und Heatspreader sind bei Intel nicht verlötet, sondern über normale Wärmeleitpaste verbunden, während AMD vermutlich wie im Falle von Ryzen auf eine verlötete Verbindung setzen wird. Das bietet potenziell Vorteile bei der Kühlung und den Chip-Temperaturen, die im Falle von Prozessoren mit hoher Kernzahl und entsprechender Verlustleistung eine wichtige Rolle spielen, insbesondere für Übertakter.

Gegenüber dem Vorgänger Broadwell-E (u.a. Core i7 6950X) hat Skylake X indes unter der Haube durchaus einige Verbesserungen zu bieten. Dazu gehört eine neue Aufteilung von L2- und L3-Cache (der flottere L2-Cache ist größer, der langsamere L3-Cache etwas kleiner und nicht-inklusive), ein gitterförmiges Mesh-Netzwerk statt des kreisförmigen Ringbus zur direkteren Verbindung von CPU-Kernen, Speichercontroller, Cache und der I/O-Komponenten und der neue Turbo Boost 3.0, der jetzt für zwei statt einen Kern gilt. Auf die Spieleleistung dürfte all das aber nur sehr geringe Auswirkungen haben.

AMD will Skylake X mit 16 Kernen, stolzen 64 PCI Express-Lanes und Quad Channel-Unterstützung entgegen treten. Wie viele Threadripper-Modelle es genau geben wird, ist allerdings noch nicht bekannt. AMD will Skylake X mit 16 Kernen, stolzen 64 PCI Express-Lanes und Quad Channel-Unterstützung entgegen treten. Wie viele Threadripper-Modelle es genau geben wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Skylake X & Threadripper für Spieler: Kaufen oder nicht?

Apropos Spieleleistung: Hier wird Intel mit Skylake X im Vergleich zu Threadripper die Nase vorerst vermutlich leicht vorne haben, wenn die Startschwierigkeiten der Sockel 2066-Plattform behoben worden sind. Einerseits wegen höherer Taktraten, andererseits aufgrund der noch relativ jungen Zen-Architektur von AMD, die in Spielen noch nicht immer ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Sicherheit können hier natürlich nur Testberichte bringen, wobei sich aber generell die Frage stellt, ob man als Spieler überhaupt auf eine (relativ teure) CPU mit zehn oder mehr Kernen setzen sollte?

In unserem aktuellen CPU-Testsystem liegt der Ryzen 5 1600X mit sechs Kernen fast gleichauf mit dem Ryzen 7 1800X mit acht Kernen. Zumindest in unseren Benchmark-Titeln helfen die beiden zusätzlichen Kerne dem 1800X also nicht. Die Intel-Prozessoren mit acht Kernen können sich zwar gleichzeitig trotz niedrigerer Taktraten im Vergleich zum Vierkerner Core i7 7700K knapp an die Spitze des Testfeldes setzen, ob mehr als acht Kerne für einen deutlicheren Vorsprung sorgen würden, ist aber fragwürdig.

Die Ergebnisse können zwar grundsätzlich je nach Titel, Auflösung und Grafikeinstellungen stark variieren. Wir halten es aber eher für unwahrscheinlich, dass Spiele in näherer Zukunft gut mit mehr als acht Kernen skalieren werden, zumal ältere Engines in überarbeiteter Form immer länger weiterverwendet werden und die neuen Konsolen (PlayStation 4 Pro, Xbox One X) jeweils nur über acht Kerne verfügen (die nicht alle von den Spiele-Engines genutzt werden können).

Wer wirklich nur mit seinem PC spielt, der benötigt deshalb nicht unbedingt eine der kommenden, vergleichsweise teuren High-End-CPUs von AMD oder Intel und investiert das gesparte Geld stattdessen besser in eine schnellere Grafikkarte. Wir der PC aber auch produktiv genutzt, etwa für das parallele Streamen oder für das Bearbeiten von Videos, dann können die zusätzlichen Kerne bereits jetzt schon einen größeren Unterschied machen.

Mehr Kerne bieten gleichzeitig generell bessere Zukunftssicherheit. Da man eine CPU außerdem in der Regel vergleichsweise lange behält, kann es auch aus Spielersicht sinnvoll sein, einen Prozessor mit zehn oder mehr Kernen zu kaufen – wenn das entsprechende Budget und genügend GPU-Leistung vorhanden sind.

Viele Kerne benötigen auch entsprechend viel Platz: Links ist hier ein Threadripper-Prozessor für Desktop-PC zu sehen, rechts ein deutlich kleiner Raven Ridge-Chip für Notebooks. Viele Kerne benötigen auch entsprechend viel Platz: Links ist hier ein Threadripper-Prozessor für Desktop-PC zu sehen, rechts ein deutlich kleiner Raven Ridge-Chip für Notebooks.

2 von 3

nächste Seite


zu den Kommentaren (28)

Kommentare(28)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.