AMD Ryzen 4000/5000 Specs & Release - Alle Infos, Leaks & Gerüchte

Was können wir von AMD's neuen Prozessoren in Sachen Performance erwarten, wann werden sie erscheinen und was werden sie kosten?

von Alexander Köpf,
05.10.2020 14:01 Uhr

Erste Lebenszeichen von Ryzen 4000/5000 werden am 8. Oktober im Rahmen eines Online-Events erwartet. Erste Lebenszeichen von Ryzen 4000/5000 werden am 8. Oktober im Rahmen eines Online-Events erwartet.

Mit der Einführung der Zen-Architektur in Form der Ryzen-Prozessoren für den Desktop läutete AMD 2017 ein erfolgreiches Stück Firmengeschichte ein. Am aktuellen Kurs will man daher festhalten und mit Ryzen 5000 Konkurrent Intel auch in Zukunft unter Druck setzen. Doch was wissen wir bislang über die Ryzen-3000-Nachfolger?

Im Folgenden tragen wir zusammen, was es über Neuerungen, Spezifikationen und Leistung der Ryzen 5000 zu sagen gibt, welche Gerüchte und Spekulationen im Raum stehen und wann die Zen-3-CPUs erscheinen werden.

Letztes Artikel-Update: 19. Oktober 2020
Neu hinzugefügt: Infos zu Namensgebung und Performance.

Aus Ryzen 4000 wird Ryzen 5000: Ursprünglich war mit Blick auf die neuen Ryzen-Prozessoren von der 4000er-Generation die Rede. Mittlerweile gilt jedoch als gesichert, dass AMD gleich zur 5000er-Reihe übergeht.

Grund hierfür dürften die Verwirrungen um die Nomenklatur der APUs sein, welche vor allem in Laptops Einsatz finden. Die werden nämlich schon als Ryzen 4000 geführt, obgleich sie, ebenso wie die Ryzen 3000 für den Desktop, auf der Zen-2-Architektur basieren.

Die möglichen Spezifikationen

Gegenüber der Ryzen-3000-Reihe, die auf der Zen-2-Architektur basiert, soll Ryzen 5000 um 100 bis 200 MHz höher takten. Zuletzt war in dem Zusammenhang von Taktraten von 4,9 GHz und sogar bis 5,0 GHz die Rede. Gleichzeitig soll auch die Leistung pro Taktzyklus (Instructions per Cycle, IPC) gesteigert werden. Hier wurden oftmals 17 Prozent genannt, was ein Kern-normiertes Leistungsplus von rund 20 Prozent vermuten lässt.

Zuletzt wurde die Zahl jedoch korrigiert und eine IPC-Steigerung bei Zen 3 von 10 bis 15 Prozent vorhergesehen, was vermutlich immer noch in Performance-Zugewinnen im Bereich von 15 Prozent resultieren könnte.

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Wie soll die gestiegene Leistung erreicht werden? Zen 3 wird in einem optimierten 7nm-Verfahren gefertigt werden. Die Rede ist sogar von EUV-Technik (Extreme Ultraviolet). Allein dadurch dürfte die Effizienz der Chips verbessert, respektive die Leistung angehoben werden. Hinzu kommen noch etwaige architektonische Vorteile wie ein neues Kern-Design, beispielsweise die Umgruppierung des Cache.

Generell soll auch der sogenannte CPU-Core-Complex (CCX) überarbeitet werden. Demnach wird er bei Zen 3 nicht mehr höchstens vier Kerne beherbergen, sondern ganze acht. Das könnte gerade für Nutzer, für die acht Kerne und 16 Threads ausreichend sind, von großem Interesse sein, wie unser Test zum Ryzen 3 3300X zeigt.

Denn wenn alle Kerne auf einem Core-Complex Platz finden, bedarf es nicht mehr des sogenannten »Infinity Fabrics« für die Kommunikation zwischen den Kernen. Gleichzeitig können alle Kerne auf einen gemeinsamen L3-Cache zurückgreifen. Dadurch verringern sich die Signallaufzeiten, was wiederum zu besserer Effizienz beziehungsweise höherer Leistung führen kann.

Aktueller Leak zu Core-Complex- und Die:

  • Pro Core-Complex-Die (CCD) ein CCX mit maximal acht Kernen (16 Threads)
  • Pro CCD ein L3-Cache mit 32 MB

Bei Zen 2 fanden auf einem CCD noch zwei CCX Platz, weshalb der L3-Cache dazwischen geteilt wurde (zweimal 16 MB). Pro Chip können für Ryzen 4000 außerdem zwei CCDs verbaut werden, was die maximale Kernzahl weiterhin auf 16 samt 32 Threads beschränkt.

Ryzen 5000 mit Zen-3-Architektur soll zudem die letzte Prozessor-Generation für den AM4-Sockel bilden. Wie AMD aber erst kürzlich bekanntgegeben hat, werden die neuen CPUs dabei nicht mit allen älteren AM4-Boards kompatibel sein, sondern lediglich mit Boards, auf denen ein 500er-Chipsatz verbaut ist. In der AMD-Community sorgte die Ankündigung zuletzt für Enttäuschung.

Ryzen 5000 in 5 Nanometer? Berichten der taiwanischen Digitimes zufolge, könnte Ryzen 4000 (5000) bei TSMC in einem Verfahren mit fünf statt sieben Nanometer gefertigt werden. Bislang galt ein 7-nm-Verfahren als gesichert, zumal AMD dies selbst mehrfach bestätigte. Mögliche Gründe für einen Wechsel in der Fertigung entgegen den bisherigen Ankündigungen könnten etwaige Verzögerungen beim Release sein. Dazu aber mehr im nächsten Abschnitt.

Das Wichtigste zu Ryzen 5000 zusammengefasst:

  • Zen-3-Architektur, optimiertes 7nm-Verfahren (vielleicht sogar EUV-Technik), eventuell auch 5 Nanometer
  • 100 bis 200 MHz gesteigerte Taktraten gegenüber Zen 2 alias Ryzen 3000
  • IPC-Steigerung um die 15 Prozent
  • neues Kern-Design, überarbeiteter Core-Complex mit acht statt vier Kernen
  • letzte AM4-Generation, jedoch offiziell nur mit 500er-Platinen kompatibel
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Die Performance der Ryzen 5000

Mittlerweile gibt es angeblich geleakte Benchmark-Ergebnisse zu den Ryzen-5000-Prozessoren. Besonders der vermeintliche Achtkerner Ryzen 7 5800X und der Zwölfkerner Ryzen 9 5900X werden immer wieder genannt.

Enormer Leistungssprung? Letzterer soll aktuellen Informationen zufolge satte 25 Prozent schneller sein als der Ryzen 9 3900X. Damit würde wohl nicht nur die Konkurrenz aus eigenem Hause in Form der Ryzen 3000 deutlich abgehängt, sondern auch ein wichtiger Sieg gegen Intel eingefahren. Derzeit gelten Core i9 10900K und Co. noch als schnellste Prozessoren für Spieler - das könnte sich bald ändern.

Wann ist mit Ryzen 5000 zu rechnen?

Bislang stand ein Release gegen Ende 2020 im Raum. Teils war sogar von einer Verzögerung des Marktstarts der Ryzen 5000 bis ins Jahr 2021 die Rede.

Launch im Herbst: Mittlerweile sieht jedoch alles nach einem relativ zeitnahen Launch aus (wir haben allerdings auch schon Oktober), denn AMD hat offizielle Vorstellungstermine sowohl für die neuen Radeon-Grafikkarten als auch für die neuen Ryzen-Prozessoren genannt. Schon am 8. Oktober werden wir demnach endlich Konkretes zu den wahrscheinlich Ryzen 5000 genannten Chips erfahren.

Was wird Ryzen 4000 kosten? Dazu gibt es im Augenblick noch keine Informationen. Sehr wahrscheinlich wird sich AMD aber primär an den eigenen Produkten der vorangehenden Serie orientieren und wieder in ähnlichen Preisbereichen agieren.

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