Joker: US-Regierung warnt vor potentiellen Amokläufern bei Kinovorstellungen

Zum Kinostart des neuen DC-Film wächst die Angst vor einer Wiederholung des Amoklaufs im Jahr 2012. Warner hat nun offiziell Stellung dazu bezogen.

von Vera Tidona,
25.09.2019 16:40 Uhr

Der Joker-Film dürfte die hitzige Diskussion über gewaltverherrliche Darstellung in der Öffentlichkeit kräftig anheizen.Der Joker-Film dürfte die hitzige Diskussion über gewaltverherrliche Darstellung in der Öffentlichkeit kräftig anheizen.

Zum Kinostart des DC-Films Joker mit Joaquin Phoenix in wenigen Wochen wendet sich das FBI mit einem Anliegen an die Öffentlichkeit. Demnach wird offen vor möglichen Amokläufern bei der Kinovorstellung des Films gewarnt. US-Berichten nach wird Polizisten, FBI und Angehörige des US-Militärs empfohlen, besondere Aufmerksamkeit an den Tag zu legen, wenn sie den Film im Kino sehen.

Damit wolle man ein Wiederholen der tragischen Vorkommnisse aus dem Jahr 2012 vermeiden, bei dem es während der Vorführung des Batman-Films The Dark Knight Rises in Aurora, Colorado zu einer Schießerei kam. Damals eröffnete der Täter, der sich selbst angeblich als Joker bezeichnete, das Feuer auf die anwesenden Kinobesucher. Dabei kamen 12 Menschen ums Leben, zahlreiche Opfer wurden teilweise schwer verletzt.

Joaquin Phoenixs Darstellung als der Joker wird schon vorab von zahlreichen Kritikern gelobt. Joaquin Phoenixs Darstellung als der Joker wird schon vorab von zahlreichen Kritikern gelobt.

Joker-Film wird nicht in allen Kinos gezeigt

Der Amoklauf ist auch der Grund, warum in dem besagten Kino in Aurora der kommende Joker-Film nicht gezeigt wird. Damit kommt das Filmstudio Warner Bros. einer Bitte der Angehörigen der Opfer nach, den Film in diesem besonderen Kino auszusetzen, da es »schmerzliche Erinnerungen« in ihnen wachrufen könnte.

Schon zuvor wurde Todd Phillips als Regisseur des Films sowie der Joker-Darsteller Joaquin Phoenix selbst in einigen Interviews zu dem brisanten Thema angesprochen und zogen Stellung zu den Thesen, der Film könne womöglich Gewalt verherrlichen und sogar dazu anstiften.

Der Joker-Film wird als eine Charakterstudio über den bekannten Schurken beschrieben.Der Joker-Film wird als eine Charakterstudio über den bekannten Schurken beschrieben.

Warner zieht Stellung: Der Joker ist kein Held!

In einem offiziellen Statement (via Deadline) betont Warner noch einmal, dass die dargestellte Comic-Figur Joker »keinesfalls ein Held sei« und der Film auch nicht vor hat, einen aus ihm zu machen. Das Thema Waffengewalt sei »in der Gesellschaft ein kritisches Problem, dem man sich annehmen müsse«. Warner unterstütz Opfer von Gewalt schon seit geraumer Zeit und appelliert an die Politik, parteiübergreifende Gesetze zu erlassen.

Gleichzeitig glaube man bei Warner daran, als Geschichtenerzähler auch schwierige Gespräche über komplexe Probleme ansprechen zu können. Man könne aber sicher sein: Weder der fiktionale Charakter Joker noch der Film selbst befürworte jegliche Gewalt in der realen Welt. Es sei »nicht die Absicht des Films, der Filmemacher oder des Studios, diesen Charakter als Helden hinzustellen«.

Der Joker-Film kommt am 10. Oktober 2019 in die Kinos. Spätestens dann kann sich jeder selbst ein Bild von der Darstellung des Oberschurken aus den Batman-Comics machen.

Finaler Trailer zum DC-Film Joker mit Joaquin Phoenix 2:24 Finaler Trailer zum DC-Film Joker mit Joaquin Phoenix


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