Jurassic World Evo 2: Diese 6 Dinge muss das Dino-Spiel besser machen als der Vorgänger

Bei der E3 2021 gehörte Jurassic World Evolution 2 zu den großen Überraschungen. Wir haben einige dringende Wünsche an den Aufbau-Nachfolger.

von Stephanie Schlottag, Florian Franck,
16.06.2021 08:04 Uhr

Im Rahmen der E3 2021 gab's eine Überraschung für Dino-Freunde: Jurassic World Evolution 2 wurde angekündigt! Das sorgte bei den Fans für ziemlich viel Begeisterung, die seit drei Jahren auf eine Fortsetzung warten. Aber einige Bedenken gibt es dennoch, ließ der erste Teil doch in vielen Belangen noch sehr viel Luft nach oben.

Was das neue Aufbau-Spiel leisten muss, um besser als sein Vorgänger zu werden, verraten euch unsere beiden Jurassic-World-Evolution- und Dino-Experten Steffi und Florian.

Verschiedene Biome

Florian: Isla Nublar ist eine fiktive Insel, die etwa 120 Meilen von der Westküste Costa Ricas entfernt liegt. Zusammen mit weiteren fünf Inseln wird euch in JWE wenig Abwechslung geboten. Klar unterscheiden sich Aufbau und Formen der Inseln. Die Biome sind aber auf allen sechs Inseln identisch: grüne Fauna, ein paar Bäume und irgendwo versteckt sich einsam eine Palme.

Jurassic World Evolution 2 spielt nach den Ereignissen des zweiten Films. Die Dinos treiben überall auf der Welt ihr Unwesen. Wenn sich das Spiel nah an der Filmvorlage orientiert, werden wir überall auf der Welt unterwegs sein. Dadurch sind Parks in verschiedenen Biomen hoffentlich kein Wunschdenken mehr!

Durch verschiedene Biome könnten die Dinosaurier im Park mit neuen Anforderungen an das Wohlbefinden ausgestattet werden. Dem T-Rex frieren die kleinen Ärmchen im skandinavischen Biom ab? Zeit für eine Fußbodenheizung im Gehege. Mehr Komfort für unsere Dinos und mehr Gestaltungsmöglichkeiten für uns als Spieler.

Jurassic World Evolution 2 - Ankündigungstrailer zur Wirtschaftssim mit Dinos 1:27 Jurassic World Evolution 2 - Ankündigungstrailer zur Wirtschaftssim mit Dinos

Mehr Anspruch bei Fraktionen

Steffi: Die Idee mit den konkurrierenden Fraktionen, die uns sabotieren, wenn wir sie vernachlässigen, klang eigentlich ganz cool. An der Umsetzung lassen sich aber noch jede Menge Schräubchen festziehen. Das Ganze läuft nämlich viel zu oft darauf hinaus, dass unser Sicherheitsdienst direkt sämtliche Fleischfresser befreit, wenn wir ihm morgens mal keinen Kaffee mitgebracht haben.

Viel besser wäre es, wenn unsere Entscheidungen realistische Auswirkungen hätten, je nachdem, ob wir Wissenschaft, Unterhaltung oder Sicherheit priorisieren. Dass sich die Abteilungen quasi bis zum Tod bekämpfen, ergibt irgendwie nicht wirklich Sinn, solange wir nicht heimlich eine Armee aus Nedry-Klonen beschäftigen. Besser wäre, wenn uns einfach bestimmte Technologie-Zweige eröffnet werden oder wir besondere Aufgaben freischalten, ohne dass wir ständig Angst vor blutigen Racheakten haben müssen.

Sabotage ist ein spannendes Spielelement, das aber auch leicht von den Fraktionen getrennt werden könnte. Vielleicht gibt es stattdessen Besucher, die für ein Selfie in Dino-Gehege einbrechen? Das wäre doch mal realistisch!

Mehr Gestaltungsmöglichkeiten

Florian: Wege werden schnell gezogen, das Gehege wird mit ein paar Klicks grob umrissen und der Dino wird transportiert. Nach der Landung prüfen wir die Werte: Unsere vorher ausgehobene Pfütze ist nicht groß genug. Wir vergrößern den Bereich ein wenig und schon passt alles. Gleiches gilt für Bäume und Grasland. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren seit Release in Jurassic World Evolution immer überschaubar. Zwar kamen mit DLCs ein paar neue Elemente hinzu, wirklich umfangreich wurde das Spiel dadurch aber nicht.

Die Gäste unseres Parks produzieren keinen Müll, müssen niemals sitzen - zumindest nicht am Wegesrand und besitzen keinen ästhetischen Anspruch in Bezug auf das Parkdesign. Sie dürsten nur nach einem: spektakuläre Dinosaurier. Im Vergleich zu Planet Coaster, welches knapp zwei Jahre früher erschien und den Begriff »gestalterische Freiheit« neu definierte, enttäuschte Jurassic World Evolution auf ganzer Linie. Natürlich habe ich keinen umfangreichen Baukasten wie in Planet Coaster erwartet, allerdings würden Dekorationsobjekte oder auch Wasserfälle für ein schöneres Ambiente sorgen.

Wie schön Jurassic World Evolution aussehen kann, seht ihr in unserer Galerie:

Jurassic World Evolution - Screenshots der Dinosaurier im Park-Simulator ansehen

In Jurassic World Evolution 2 hoffe ich außerdem, dass Wege sich frei platzieren lassen und es zudem verschiedene Typen gibt. Mitarbeiterwege und Straßen für Ranger Teams wären eine sinnvolle Erweiterung. Die Ranger Teams im ersten Teil waren ja auf den regulären Wegen unterwegs und nahmen keine Rücksicht auf die Besucher des Parks, die andauernd beiseite springen mussten.

Viel mehr Platz

Steffi: Was wollen Dinosaurier, um sich richtig wohl zu fühlen? Klar, Wasser, Medizin, ein paar Menschlein zum Verspeisen. Aber vor allem brauchen die Riesenreptilien viel Platz. Und genau der ist leider Mangelware in JWE, selbst die geräumigste Insel Sorna fällt maximal unter "mittelgroß". Das ist extrem schade, denn selbst im Sandbox-Modus gibt es keine Möglichkeit, alle Dinos in einem Mega-Park auszustellen. Obwohl Youtuber wie Evolution Square aus dem begrenzten Raum beeindruckend viel herausholen, wünscht sich die Community seit Jahren händeringend mehr Bauplatz.

Die gute Nachricht: Das Setting des zweiten Teils sollte viel Freiraum ermöglichen, immerhin spielt er nach den Ereignissen von Fallen Kingdom, in dem die Dinosaurier endlich von den kleinen Inseln in Südamerika entkommen. Theoretisch sind uns also viel weniger Grenzen gesetzt - hoffentlich spiegelt sich das auch in unseren Parkgrößen wider.

Seit es Videospiele gibt, kommen darin auch Dinosaurier vor. In dreißig Jahren hat sich verdammt viel getan bei Grafik, Animation und Gameplay - klickt euch doch mal durch unsere Zeitreise-Galerie:

Dinosaurier in Spielen - Von 1980 bis heute ansehen

Mehr echte Management-Möglichkeiten

Florian: Hand aufs Herz: Ist jemals jemand von euch in Jurassic World Evolution Pleite gegangen? Nachdem die ersten Dinosaurier in den Park einziehen, kommen automatisch Besucher, die unser Konto schneller vollmachen, als wir Micropachycephalosaurus aussprechen können.

Und selbst wenn wir mal dicht am Bankrott schrammen: Die drei Abteilungen haben eine Gelddruckmaschine und schrecken nicht davor zurück, uns für simple Fotos oder dem Bau eines Gebäudes sehr viel Geld anzubieten. Finanzen spielen nach kurzer Zeit keine Rolle mehr und selbst fehlgeschlagene Brutvorgänge, die uns 10 Millionen Dollar Verlust bescheren, sorgen maximal für ein Achselzucken.

Mit Restaurants, Bars und Souvenir-Shops drucken wir im späteren Verlauf ebenfalls Geld. Die Besucher zahlen fast jeden Preis und die einzelnen Geschäfte sind, nah an Gehegen gebaut, immer komplett voll. Mitarbeiter brauchen wir auch nicht einstellen: Wir klicken einfach auf das ausgegraute Icon und ein neuer Kollege arbeitet im Restaurant.

Einen Eintrittspreis für den Park können wir nicht festlegen, gleiches gilt für Aussichtsplattformen und Besuchergalerien. Im Vergleich mit den (ebenfalls überschaubaren) Management-Möglichkeiten in Planet Coaster und Zoo wirkt es bei Jurassic World Evolution fast so, als wurde das Management komplett vergessen und mit einer absolut rudimentären Version kurz vor dem Release in einer Nacht-und-Nebel-Aktion hinzugefügt. Für JWE 2 wünsche ich mir zumindest eine Annäherung an die Planet-Reihe.

Komplexes Verhalten der Dinos

Steffi: So schön die Dinos in JWE aussehen, so statisch schreiten sie leider auch durch ihre Gehege. Das fällt spätestens beim Reinzoomen unangenehm auf: Da züchten wir uns eine riesige Herde Edmontosaurier heran - und dann interagieren die gar nicht richtig miteinander! Gemeinsam umherziehen, Körperpflege, nebeneinander schlafen, Imponiergehabe, leider alles Fehlanzeige. Unsere Dinos zeigen kaum natürliche Verhaltensweisen.

Wenn wir wollen, dass die Riesenechsen irgendwas Spannendes anstellen, müssen wir sie gegeneinander kämpfen lassen. Und selbst dafür bietet JWE nur ein simples Schema-A-Grundgerüst. Wie viel cooler wäre es denn, wenn unsere Raptoren in der Gruppe angreifen, statt sich dämlicherweise einzeln von Rexi fressen zu lassen? Genau das wird doch in den Filmen ständig gezeigt!

Dass Frontier komplexe Verhaltensweisen beherrscht, beweisen sie ja eindeutig in Planet Zoo, wo die Tiere unglaublich lebensecht wirken. Davon darf - und muss! - sich JWE 2 einiges abschauen.

Dinos in Spielen könnten noch viel cooler sein als bisher, findet auch »Kino-Saurier«-Experte Daniel Hercenberger:

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Florian Franck | @SirMetalizer: Letztes Jahr habe ich mir für Jurassic World Evolution alle DLCs gekauft und wurde insgesamt über 133 Stunden unterhalten. Allerdings fehlen mir abwechslungsreiche Inseln und Gestaltungsmöglichkeiten. Es fühlte sich halt alles gleich an. Einige der Dinos sind nur im Jurassic Park DLC enthalten. Mods umgingen das Problem, allerdings ohne integrierten Steam-Workshop - ach ja, Mod-Support über Steam wäre ebenfalls ein wünschenswertes Feature. Ihr merkt: Die Wunschliste ist lang. Der Ankündigung von Jurassic World Evolution 2 hat mich wie einen Microraptor vor Freude quietschen lassen und ich kann es kaum erwarten, endlich einen richtigen Jurassic Park zu bauen - ohne Dinos, die Jagd auf Menschen machen.

Steffi Schlottag | @ThePumpkini: Ich hatte Jurassic World Evolution schon auf meinen Ablagestapel verbannt und durch Planet Zoo ersetzt - natürlich mit einem kleinen Tränchen, weil Dinos das einzige sind, was noch cooler ist als Tiere. Aber nach ein paar Dutzend Stunden war einfach die Luft raus, weil es trotz DLCs zu wenig Abwechslung für meinen Geschmack gab. Und dann lief bei der E3 dieser neue Trailer und zack, ich bin wieder im Dino-Wahn!

Ihr sucht nach einer spannenden Dino-Alternative? Dann schaut euch doch mal Prehistoric Kingdom an. Das Aufbauspiel durchläuft gerade eine Closed Alpha, sieht aber schon ziemlich gut aus. Neben Urzeitechsen gibt's darin auch Mammuts, Säbelzahntiger und Wollnashörner. Alles, was wir jetzt schon wissen, lest ihr hier in unserer Plus-Preview.

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