KI besiegt Menschen - OpenAI-Bots schlagen erneut Profi-Spieler in Dota 2

Der OpenAI-Bot hatte bereits vor einem Jahr den Dota-2-Profi Dendi zermalmt. Nun wiederholt die mächtige KI ihren Erfolg gegen ein Menschenteam - dieses Mal aber knapper!

von Sebastian Zelada,
06.08.2018 13:55 Uhr

Der OpenAI-Five-Bot ist selbst den Elite-Profis in Dota 2 haushoch überlegen.Der OpenAI-Five-Bot ist selbst den Elite-Profis in Dota 2 haushoch überlegen.

AI-Bot gegen Menschen. Das ist aktuell eine beliebte Konstellation in Videospielen. Absolute E-Sports-Profis treten gegen selbstlernende Maschinen an. Das geht meist schlecht für die Menschen aus. So auch wieder geschehen bei einem Gefecht in Dota 2. OpenAI Five trat mit einem virtuellen Team von fünf Spielern gegen fünf Menschen an. Am Ende hieß es 2:1 für den Bot.

Doch das vermeintlich knappe Ergebnis sollte niemanden täuschen. Der Bot hatte bereits im vergangenen Jahr den Dota-2-Profi Dendi in einem Best-of-Three-Match innerhalb von zwei Runden vernichtend geschlagen. Und auch dieses Mal sah es nicht anders aus, obwohl er gegen die ehemaligen Profis Merlini, Fogged, Cap und Blitz spielte, die allesamt zu den besten 0,05 Prozent Spielern der Welt gehören. Nachfolgend könnt ihr das komplette Event sehen:

OpenAI Five Benchmark von OpenAI auf www.twitch.tv ansehen

Bot verliert nur aufgrund extremen Handicaps

Bereits in den »Aufwärmrunden« gegen das Publikum stampfte OpenAI Five alles in Grund und Boden. Die Profis verloren dann ebenfalls sang- und klanglos die ersten zwei Spiele. Eigentlich wäre das Match dann schon vorbeigewesen, denn auch hier fand die Best-of-Three-Regel Anwendung.

Um der ganzen Sache noch einen interessanten Dreh zu verpassen, durfte im dritten Match das Publikum das Heldenquintett aussuchen, mit dem der Computer spielen sollte. Das resultierte in einem extremen Handicap, aus dem OpenAI Five bereits vor dem Match eine magere Siegchance von 2,9 Prozent errechnete.

So kam es dann auch: Das menschliche Team entschied das letzte Match für sich und bewahrte seine Ehre - irgendwie. Unter halbwegs gleichwertigen Ausgangsbedingungen scheinen aber selbst die talentiertesten Vertreter unserer Spezies kein Land mehr gegen Bots auf diesem Niveau zu sehen.

Team hinter OpenAI verbessert Bot weiter

In den vergangenen Monaten arbeitete das Team von OpenAI Five daran, den Bot weiter zu optimieren, seine Reakionszeit zu verbessern und ihm frische Strategien beizubringen. David Farhi, einer der Forscher hinter der Technologie, beschreibt einen der großen Vorteile von OpenAI Five: »Es reagiert viel schneller, wenn etwas Schockierendes passiert.«

Blitz, einer der hochkarätigen menschlichen Gegner des Bots, lobt das virtuelle Teamwork der Technologie: »Der Teamwork-Aspekt des Bots ist einfach überwältigend. Es fühlt sich an, als spielten fünf selbstlose Spieler, die einer guten Gesamtstrategie folgen.«

Zu beobachten war innerhalb der Gefechte, dass OpenAI Five wiederholt seine Safe Lane opferte, um die Safe Lane des Gegners zu kontrollieren. So zwang sie das menschliche Team dazu, die Schlacht vor allem auf der Seite zu führen, die für sie schwieriger zu verteidigen war. Interessant ist das deshalb, da der Bot eine selbstlernende künstliche Intelligenz ist, die mit einigen Eckdaten gefüttert wird und dann aus etlichen simulierten Spielen die Schlüsse zieht, aus denen sie ihre Strategien ableitet.

Ein Teil des Teams von OpenAI Five hält den Laptop in die Höhe, der die menschlichen Gegner in die Knie zwang.Ein Teil des Teams von OpenAI Five hält den Laptop in die Höhe, der die menschlichen Gegner in die Knie zwang.

Besser dank Bots

Die obengenannte Strategie ist inzwischen auch in der profesionellen E-Sports-Szene die beliebteste. Blitz sagte jedoch, dass er sie erst nach acht Jahren des Spielens begann zu nutzen, nachdem Team Liquid ihm davon erzählt hatte.

Der Bot operiert mit durchschnittlich 150 bis 170 Aktionen pro Minute (das theoretische Maximum sind 450) und hat eine durchschnittliche Reaktionszeit von 80 Millisekunden. Bei aller Überlegenheit hat OpenAI Five jedoch für den Menschen durchaus positive Seiten. Profispieler nutzen die Technolgie für ihr Training und adaptieren Strategien des Bots, um selbst besser zu werden.

OpenAI, die Nonprofit-Organisation hinter OpenAI Five wurde von Elon Musk und Sam Altman gegründet. OpenAI Five nutzte maschinelles Lernen, um Dota 2 zu spielen.

Es kann jeden Tag Spiele eines Zeitraums von 180 Jahren gegen sich selbst spielen und lernt über die Erfahrungswerte, sich zu verbessern. Für die diesjährige Dota-2-Weltmeisterschaft, The International 2018, wollen die Entwickler eine Bot-Mannschaft gegen die teilnehmenden Profis antreten lassen.

Die Ex-Profis aus dem aktuellen Test waren also nur der Anfang. William »Blitz« Lee glaubt an einen Sieg der AI. Vom 20. bis zum 25. August wird The International laufen. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit. Mehr zum Thema lest ihr auf dem offiziellen Blog von OpenAI.

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