Ich wache auf, erhebe mich von meinem Strohbett und trete vor die Tür der Mühle. Das erste was ich höre, ist eine angewiderte Magd: Was stinkt denn hier so fürchterlich? Ach, du bist es nur.
Eine tolle Begrüßung.
Kingdom Come: Deliverance 2 empfängt mich nicht gerade freundlich in seiner Mittelalter-Welt. Im Prolog raubt es mir all meine Besitztümer und lässt mich dann halb nackt, schmutzig und frierend auf der Straße liegen. Und mehr könnte ich mir nicht wünschen.
Vom barfüßigen Bettler zum rausgeputzten Ritter
Dass mir das Rollenspiel zu Beginn rein gar nichts schenkt und mich selbst herausfinden lässt, was ich eigentlich in der offenen Welt tun und was ich besser lassen sollte, gehört für mich zu einer der größten Stärken von Kingdom Come 2.
Auch wenn ich ein paar Stunden brauchte, um mich daran zu gewöhnen, hatte ich gerade in dieser Anfangszeit richtig viel Spaß. Von den ersten, durch Quests gewonnenen und aus Gräbern geraubten Groschen kaufte ich mir irgendwann einen ersten Gambeson, der besser aussah als das zusammengeflickte und blutverschmierte Banditen-Outfit, das ich mir davor erkämpft hatte.
Später kam ein Breitschwert dazu, das ich in einem schweren Kampf von einer Gruppe Wilderer erbeutet hatte und ein erster Kürass als Belohnung für eine Questkette. Ihr merkt wahrscheinlich, worauf ich hinaus will: Ich habe all diese Gegenstände mühsam dem Spiel abgerungen. Nichts davon wurde mir einfach geschenkt und deshalb fühlte es sich unglaublich gut an, endlich bessere Rüstungsteile und Waffen zu bekommen.
Wenn ich dann viele Stunden später in glänzender Rüstung eine Banditenbande aufmische, habe ich das Gefühl, mir diesen Erfolg wirklich verdient zu haben:
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Kingdom Come 2: Banditen wollen uns überfallen und machen Bekanntschaft mit unserem Breitschwert
Ich habe mich selbst sabotiert
Und genau deswegen stören mich Vorbesteller-Inhalte wie die Brunswiek-Rüstung oder Aktionen wie Twitch-Drops, die mir wertvolles Rüstzeug einfach in meine Truhe legen.
Sie zerstören genau diese Aufstiegs-Erfahrung und damit einen integralen Teil meiner Begeisterung für Kingdom Come 2: Was war das ganze Leid im Prolog überhaupt wert, wenn ich gleich danach wieder als stolzer Ritter durch Böhmen marschieren kann? Und wie viel weniger spannend ist es, wenn ich es von Anfang an mit jedem Banditen aufnehmen kann und sich die Welt nicht erst nach und nach für mich öffnet?
Beide Rüstungen können ab Minute eins abgeholt werden und sind robuster und wertvoller als alles, was ihr in der ersten Open World finden könnt. Ich kann euch gerade deshalb nur davon abraten, sie gleich zu Beginn einzusacken, wenn ihr Kingdom Come 2 auf die richtige
Art erleben wollt. Außerdem kann es schnell ziemlich teuer werden, die Rüstungen zu reparieren.
Immerhin muss ich Entwickler Warhorse im Falle der Brunswiek-Rüstung auch Lob aussprechen. Denn die wird euch nicht einfach vor die Füße geschmissen, sondern hinter einer großen Schatzsuche versteckt, die mit einem Rätsel und mehreren Schatzkarten aufwartet.
Meine Empfehlung: Solltet ihr als Vorbesteller die Brunswiek-Quest haben, dann wartet damit, bis ihr schon die meisten Quests im ersten Gebiet erledigt habt und über eine anständige Rüstung verfügt. Und falls ihr nicht weiter kommt, führe ich euch im obigen Guide zu eurer Beute.

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