Oblivion und Kingdom Come: Deliverance haben viel mehr gemeinsam, als man erstmal denken könnte. Klar, das eine ist ein High-Fantasy-Rollenspiel, das andere setzt auf mittelalterliche Realitätsnähe komplett ohne Magie.
Aber abgesehen vom Setting ähneln sie sich doch sehr: bei der dynamischen Welt, den Sandbox-Elementen, den NPC-Tagesabläufen, dem Leveling-By-Doing-System und so weiter. Das ist keineswegs Zufall, wie der KCD-Director Dan Vavra erklärt hat. Oblivion war laut ihm der stärkste Einfluss bei der Entstehung von Kingdom Come.
Und seit ich das gelesen habe, fällt es mir noch viel mehr auf. Unter anderem beim UI. Gehen wir Vavras interessanteste Aussagen dazu doch mal durch.
»Habe Dinge geliebt und gehasst«
Die Infos stammen aus diesem X-Thread (in dem sich Vavra auch mal wieder wundervoll klar zu Hasskommentaren gegen die gleichgeschlechtlichen Romanzen in KCD positioniert, aber anderes Thema):
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Wieder in Oblivion :) Das war das Spiel, das KCD am meisten beeinflusst hat. Im Guten (Dinge, die mich inspiriert haben) und im Schlechten (Dinge, die ich gehasst und anders gemacht habe). Auf jeden Fall eines der einflussreichsten Spiele überhaupt (...).
In den Kommentaren wird er noch etwas konkreter. Zum Beispiel beim Thema User Interface. Das haben die Entwickler von KCD damals anhand von Oblivion als Grundlage erstellt – und auch, wenn sich das Endergebnis unterscheidet, man erkennt es doch noch. Vor allem beim Kompass.
Auch in Kingdom Come 2 mit seinem weiterentwickelten UI kann man noch die Spuren des alten Vorbilds erkennnen.
Mir persönlich fallen die Gemeinsamkeiten vor allem in den Interaktionen mit der Welt auf. Was Oblivion (und davor Morrowind) begonnen hatte, hat Kingdom Come in meinen Augen dann gemeistert: Dass sich die Welt und ihre oft schrulligen Bewohner wirklich lebendig anfühlen. Ein Satz, den sich viele Open-World-Rollenspiele in die Werbeanzeigen schreiben, aber für meinen Geschmack nur selten einhalten können.
Beide Spielreihen haben außerdem den Mut, auch mal albern zu werden. Oder Quests einzubauen, die völlig anders funktionieren als der Rest des Spiels – denkt an die Farbtrolle aus Oblivion oder das Sasauer Kloster in KCD. Und natürlich kommt es in beiden immer wieder zu völlig absurden NPC-Interaktionen, wenn KCD da auch deutlich glaubwürdiger rüberkommt.
Die Unterschiede sind in meinen Augen auch sehr klar: KCD setzt deutlich mehr auf eine spannende und unterhaltsame Hauptquest. Und mit Heinrich auch auf einen Spielcharakter mit einer festen Rolle in der Welt. Oblivion lässt mir da mehr Freiraum, bezahlt das aber mit viel weniger persönlichen Momenten.
Das soll keine Kritik an einem der beiden Wege sein, sie sind einfach unterschiedlich. Und das ist ja auch wunderbar so!
Welche Überschneidungen seht ihr zwischen Kingdom Come: Deliverance und Elder Scrolls – konkret dem originalen Oblivion? Welche Unterschiede findet ihr gut und welche Herangehensweise bevorzugt ihr persönlich? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen! Falls mir wer ein Schwert auf die Brust setzen und mich zur Entscheidung zwingen würde, würde ich KCD wählen. Köter ist halt ein starkes Argument.

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