Kaum ein Aspekt von Battlefield 6 scheint einen so tiefen Graben durch die Community zu ziehen wie die Debatte um »offene« oder »geschlossene« Waffen.
Denn in BF6 sind Assault, Recon Engineer und Support nicht auf eine Waffengattung beschränkt, sondern alle Klassen können erstmal grundsätzlich alle Knarren spielen.
Ein gigantischer faux pas, sagen viele. Oder ist alles doch nicht so schlimm?
Anreiz statt Zwang
Um trotzdem einen Schwerpunkt zu setzen, sozusagen die »vorgesehene« Waffe zu verwenden, haben alle Klassen jetzt eine Spezialisierung – der Recon hält länger die Luft mit Scharfschützengewehren an, der Support rennt mit MGs schneller als seine Kollegen und so weiter.
Diese »Signature Weapons« setzen also einen Anreiz. Trotzdem steht das gesamte Arsenal grundsätzlich allen Klassen offen.
Und genau deshalb tobte sofort nach der Ankündigung dieses Systems eine gigantische Debatte unter Fans, die noch bis heute anhält und vor allem in den sozialen Medien erbittert weitergeführt wird:
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Schließlich lenkte der Entwickler unter dem enormen Druck sogar teilweise ein, justierte bei der Balance nach (und beschwichtigt mit separaten Playlists mit fest zugeordneten Waffen, die es zum Release geben wird).
Battlefield im Wandel
Ein großes Argument vieler Gegner des offenen Systems in BF6: Die Klassen würden durch die freie Waffenwahl ihre Identität und ihre klar zugeordnete Rolle verlieren.
Was stimmt: Die meisten Battlefield-Teile haben jeder Klassen stets fixe Waffen zugeordnet, insbesondere zu Beginn der Serie.
15:04
Das muss Battlefield 6 laut EUCH noch verbessern!
Aber zur Wahrheit gehört auch, dass Battlefield im Laufe der Zeit mit den Aufgaben der Klassen (und damit auch ihrer Waffenzuordnung) immer wieder experimentiert und sie teilweise auch vollkommen umgebaut hat.
Schauen wir uns nur mal den Sturmsoldaten an!
- In Bad Company 2 übernahm der Assault die Supporter-Rolle und verteilte fleißig Munition - wer braucht da bitte noch einen Support?
- In BF3 und 4 wurde die zuvor eigenständige Medic-Rolle plötzlich auf den Assault übertragen, der fortan Sturmgewehr, Defibrillator und Medkits in einem Kit vereinte.
- In BF1 wurde die Assault-Klasse dagegen auf einmal mit dem Engineer verschmolzen und bekam effektive Anti-Tank-Gadgets dazu.
Was ich damit sagen will: Eine komplett unumstößliche Formel für die Klassen in Battlefield hat es streng genommen seit Battlefield 2 nicht mehr gegeben.
Battlefields Naturgesetz
Meine These ist, dass Waffen ohnehin nie wirklich die Identität und den Spielstil einer Klasse maßgeblich geprägt haben, sondern vielmehr die jeweilige Ausrüstung.
Wer Medkits trägt, heilt seine Teamkollegen. Wer Aufklärungsequipment dabei sich hat, spottet Gegner. Und wer den Schweißbrenner rausholt, repariert damit Fahrzeuge.
Das ist für mich das eigentliche Naturgesetz von Battlefield – und das wird (und will) auch BF6 nicht ändern.
Das offene Waffensystem von Battlefield 6 geht für mich komplett in Ordnung, weil in meinen Augen die Fähigkeiten und Gadgets die Klasse definieren und nicht die Waffen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Mit dem neuen System werden die Leute eher ihre wirklich vorgesehene Rolle erfüllen, anstatt eine Klasse einzig und allein wegen ihrer Lieblingswaffe zu wählen (an die sie anders nicht ran kämen) und dann den Zweck ihrer Klasse (in Form der Gadgets) schlimmstenfalls komplett ignorieren.
Freiheit für die Klassen
Flexibilität bringt Spielspaß. Ich zum Beispiel mag in Shootern gern die Fantasie eines Spezialisten für schwere Waffen, der dicke Raketenwerfer, Maschinengewehre & Co. herumschleppt – langsam aber tödlich!
In der Beta habe ich Battlefield 6 deshalb gern als Pionier gespielt, verbündete Fahrzeuge repariert und mit der RPG Jagd auf feindliche Panzer gemacht.
Und da ich eben am liebsten MGs spiele, konnte mein Pionier einfach eine FN Minimi Mk3 einpacken und zusätzlich Sperrfeuer geben.
Mit einem geschlossenen System wäre das niemals möglich gewesen. Aber so kann ich meine liebste Waffengattung mit meiner präferierten Funktion auf dem Schlachtfeld kombinieren und mein Team ganz genau so unterstützen, wie ich möchte.
Und darin liegt für mich die Sandbox-DNA, die Battlefield im Kern schon immer ausgemacht hat.
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