Ich liebe Klemmbausteine, doch gelegentlich bringen sie mich auch zur Weißglut. Ewiges Steine suchen, undeutliche Farben und störende Ausrichtungspunkte können das eigentlich so entspannende Hobby ziemlich nervig gestalten.
Über die letzten Jahre habe ich mir allerdings zahlreiche Strategien angeeignet, mit denen ich die meisten Komplikationen ordentlich entschärfen konnte. Die besten davon möchte ich teilen und vielleicht könnt auch ihr dann das Beste aus euren Klemmbausteinen herausholen. Wenn ihr noch weitere Tipps habt, dann schreibt sie unbedingt in die Kommentare!
Hier können auch Profis noch was lernen
Tipp 1: Pappe statt Plastik
Wer schon mal ein Set ohne Bauschritte-Unterteilung gebaut hat, weiß, dass schnell tausende Steine auf einmal griffbereit sein müssen und dadurch immer nur im Weg rumliegen. Früher habe ich den ganzen Tisch leer geräumt oder Brotdosen verwendet, um die Steine nach Farben zu sortieren. Doch häufig waren die Gefäße zu klein oder zu tief, wodurch ich dauernd wühlen musste und besonders kleine Teile nur schwer finden konnte.
Die Lösung: Ich sortiere die Steine nach Farbe in alte Kartons, z.B. die von alten Klemmbaustein-Sets. Manche kann ich dafür direkt verwenden, andere muss ich erst präparieren. Dafür schneide ich einfach die Rückseite heraus, klebe alle offenen Kanten zu und schon habe ich einen flachen Behälter mit viel Fläche.
Der Karton stammt von einem Ikea-Produkt. Die Trennwand ist abnehmbar, steht durch das stabile Material aber fest und fällt nicht um. Die gesamte Präparation hat mit einer Schere unter zwei Minuten in Anspruch genommen.
Das hat folgende Vorteile:
- Ich kann möglichst viele Steine zur selben Zeit sehen, ohne viel wühlen zu müssen.
- Wenn ich eine bestimmte Farbe oder auch alle Steine für längere Zeit nicht brauche, kann ich die Kartons einfach zur Seite stellen und sogar stapeln. Sind sie leer, passen sie oft auch ineinander, um Platz zu sparen.
- Mit Schere und Klebeband kann ich die Behälter an meine Bedürfnisse anpassen, beispielsweise indem ich Trennwände einbaue oder die Größe anpasse. Bisher habe ich das nicht gemacht, möglich ist es aber.
- Es gibt keinen Ärger, weil ich wieder alle Schalen und Dosen zweckentfremde.
- Es ist fast kostenlos.
Tipp 2: Wechselt die Perspektive
Ein bestimmtes Teil ist spurlos verschwunden und so langsam kommt die Vermutung, dass es nicht mitgeliefert wurde und ich Ersatz anfordern muss. Fast immer finde ich es dann doch irgendwann. Glücklicherweise geht das auch schneller.
Das Problem ist häufig ein ungünstiger Blickwinkel, bei dem das gesuchte Teil verdeckt wird oder ich habe schon so lange auf den Steine-Haufen geschaut, dass ich dafür blind
geworden bin. Dafür gibt es drei Lösungen.
- Aufstehen! Gucke ich von oben, habe ich einen völlig neuen Blickwinkel und die
Blindheit
wird auch reduziert. - Wenn ich Gefäße verwende, kann ich diese einfach in 90-Grad-Schritten drehen, um die Blickwinkel zu ändern und meine
Blindheit
zu reduzieren. - Wenn auch das nichts hilft, dann schmeiße ich einfach hin und komme in fünf Minuten zurück. Mein Kopf muss sich dann neu konzentrieren und ich kann so das gesuchte Teil schneller entdecken.
1:01
Lego nennt es nicht Black Pearl, aber dieses Piratenschiff ist riesig und hat fantastische Details: Selbst die Kanonen lassen sich ausfahren
Tipp 3: Doppelt hält besser
Damit ist nicht die Klemmkraft gemeint, sondern das Licht. Durch zwei oder drei aus verschiedenen Ecken kommende Lichtquellen verhindere ich, dass ich beim Bau unnötige Schatten verursache. Außerdem kann ich Strukturen innerhalb der losen Steine besser erkennen, was es leichter macht, bestimmte Teile auseinanderzuhalten und zu finden.
Ich empfehle, das Licht zu nehmen, das bei euch ohnehin installiert ist, und das mit einem beweglichen Licht zu ergänzen. Ich verwende zusätzlich zum Deckenlicht eine bewegliche Leselampe, die ich an der Tischkante befestige, sowie einen kleinen Lichtmonitor. Beides findet man im Internet bereits ab 10 Euro und ich kann sie super leicht regulieren, verschieben und abmontieren.
Tipp 4: Verdeckt die Ausrichtungspunkte
Ausrichtungspunkte sind die kleinen, weißen Unebenheiten, die auf fast jedem Klemmbaustein zu finden sind. Die stammen von der Produktion in den Gussformen und können zuweilen etwas hässlich aussehen. Häufig kann ich Sets jedoch so bauen, dass die Ausrichtungspunkte verdeckt und somit unsichtbar werden.
Das funktioniert natürlich nicht immer, jedoch häufig genug, um es im Hinterkopf zu behalten. Und wenn ich unsicher bin, wo und welche Steine am Ende nicht sichtbar sein werden, blättere ich einfach durch die folgenden Seiten der Anleitung.
Tipp 5: Werft einen Blick in die Anleitung
No shit, Sherlock! Natürlich muss ich in die Anleitung schauen. Doch der Trick ist es, bereits vor dem Bau zu machen. Das kann verschiedene Vorteile haben, mir liegt dabei aber besonders einer am Herzen: Ich kann Farbfehler vermeiden.
Niemals haben die Steine in der Anleitung dieselbe Farbe wie in echt, meistens sind sie dort etwas dunkler. Gerade bei ähnlichen Farbtönen kann es dazu führen, dass ich versehentlich die falsche Farbe verwende. Das lässt sich jedoch einfach vermeiden, indem ich hinten in der Anleitung nachschaue, welche Farben es gibt und gegebenenfalls wie diese verbaut werden.
Und glaubt ja nicht, dass das nur bei großen Sets ohne Bauschrittunterteilung wichtig ist. Beispiel gefällig? Kein Problem!
Bei dem Walkie Talkie der Die drei ??? Themenwelt
von BlueBrixx Pro werden verschiedene Silberstufen verwendet. Sie sind ähnlich hell, jedoch glänzt die eine Farbe etwas mehr. Dass diese Unterscheidung existiert, habe ich in der Anleitung mehrfach übersehen. Hätte ich vorher hinten nachgesehen, wäre es mir vermutlich direkt aufgefallen.
Das ist jetzt natürlich ein sehr spezielles Beispiel, doch durch die andere Farbgebung in den Anleitungen passiert es auch mit Leichtigkeit bei auffälligeren Farbunterschieden.
Tipp 6: Stellt sicher, dass alles sitzt
Besonders bei Steinen mit hoher Klemmkraft, etwa bei Cobi oder der kürzlich von mir getesteten Murder Mansion von ourcrea, passiert es schnell, dass Steine zwar fest sind, jedoch nicht auf Anschlag sitzen. Das passiert besonders leicht bei Platten.
Sitzen die Noppen nicht vollständig aufeinander, kann das langfristig zu Stabilitätsverlust führen. Platten sind zudem deutlich anfälliger für Flex, also für ungewollte Kurven. Das kann die Stabilität des Modells dermaßen beeinträchtigen, dass spätere Steine kaum stabil angebracht werden können.
Bonus-Tipp: Versucht, wenn ihr Platten aufeinander setzt, diese nicht nur mit euren Händen zusammenzusetzen. Dreht sie um und drückt die positiven Noppen auf die Tischplatte und achtet darauf, dass ihr den Druck nicht nur auf den äußeren Rändern und Ecken aufbaut. Sonst können im inneren Hohlräume entstehen, die ebenfalls Flex verursachen.
Habt ihr noch weitere Tipps? Vielleicht auch ungewöhnliche? Dann schreibt sie unbedingt in die Kommentare, damit der Rest der Community auch was davon hat.
Ansonsten empfehlen wir euch, einen Blick in die Linkbox weiter oben zu werfen. Dort zeigen wir euch beispielsweise, wie ihr ohne zusätzliche Kosten Lego-Steine nachbestellen könnt, die in eurem Set fehlen oder die kaputt geliefert wurden.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.