Einer meiner besten Kamera-Käufe bekommt nach 6 Jahren endlich einen Nachfolger

Eine kleine Kamera hat die Sichtweise des Autors Patrick verändert. Umso mehr freut er sich über den Nachfolger: die Ricoh GR iV.

Die Ricoh GR III von Patrick ist entweder in der Jackentasche oder gerade am Aufladen. (Bild: GameStar Tech, Patrick) Die Ricoh GR III von Patrick ist entweder in der Jackentasche oder gerade am Aufladen. (Bild: GameStar Tech, Patrick)

Kleine Kameras sind äußerst erfolgreich. Das zeigt die Liste der 20 meistverkauften Kameras im Jahr 2024 eines japanischen Fachhändlers, in der die Ricoh GR IIIx auf Platz 8 zu finden ist – und das zu Recht, wie ich finde!

Dabei hat die Kamera inzwischen über sechs Jahre auf dem Buckel.

Dank ihres Formfaktors passt die GR III(x) in fast jede Tasche und ist äußerst leistungsstark. Mit ihr konnte ich schöne Momente und Bilder einfangen, da es kaum eine Ausrede gibt, sie nicht mitzunehmen.

Jetzt hat der Hersteller endlich einen Nachfolger angekündigt, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Aber was zeichnet diese Kamera überhaupt aus?

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Patrick Schneider
Patrick Schneider

Patrick fotografiert seit 2017, mit kleinen Pausen dazwischen. 2024 hat er sich die Ricoh GR III gegönnt und sie hat ihm vor allem eines gelehrt: Unterschätze niemals kleine Kameras! Seitdem er das Teil gekauft hat, fotografiert er deutlich mehr, da sie nahezu immer dabei ist. Sie ersetzt zwar nicht sein Arbeitstier, aber das soll sie auch gar nicht.

Was die Ricoh GR III auszeichnet

»Leistungsstark bei einem sehr bequemen Formfaktor.« So beschreibe ich die Ricoh GR III in einem Satz. Die Kamera bietet alles, was man unterwegs benötigt, um ansehnliche Fotos mit möglichst viel Kontrolle und hoher Ergonomie zu knipsen. Sämtliche Einstellungen erreicht man komfortabel mit einer Hand.

Für mich hat die Ricoh GR III die Kameras von Flaggschiff-Smartphones aufgrund der Kombination aus Komfort, Ergonomie, Sensor und Brennweite obsolet gemacht.

  • Die Ricoh GR III ist mit einem APS-C-Sensor ausgestattet, der deutlich größer ist als der von Smartphones.
  • Daraus resultieren scharfe Bilder, ein natürliches Bokeh (Hintergrundunschärfe) und ein hoher Dynamikumfang.
  • Selbst bei schlechten Lichtverhältnissen kann die Kamera dank der relativ hohen Lichtstärke des Objektivs (f/2,8) und des eingebauten Stabilisators noch gute Ergebnisse erzielen.
  • Je nach Modell setzt der Hersteller bei der Kamera auf ein 28-Millimeter-Objektiv. Eine Brennweite, mit der ich am liebsten arbeite.
  • An der Kamera selbst sind zudem drei Profile integriert, die man mit eigenen Einstellungen belegen kann. Ein paar Mal drehen und die gespeicherten Einstellungen werden abgerufen. Praktisch.

Hinweis: Wenn ihr die Bilder in voller Auflösung begutachten möchtet, klickt sie an und wählt unten links die Option »In Originalgröße anzeigen« aus.

Diese Profile sind etwa bei den vielen Filmsimulationen, die Ricoh in die Kamera integriert hat, hilfreich. Optional können die vorhandenen Farbprofile zudem nach eigenem Gusto bearbeitet werden. Als Grundlage hierfür dienen zahlreiche »Rezepte«, die im Internet oder in einer App zu finden sind.

Die Nachteile sind nicht von der Hand zu weisen

Versteht mich bitte nicht falsch: Smartphone-Kameras reichen den allermeisten Menschen aus – und das aus gutem Grund. Ja, die Ricoh ist kompakt, kann aber den Formfaktor eines Smartphones nicht schlagen, die obendrein immer schmaler werden.

Zudem bieten Smartphones dank mehrerer Objektive (Weitwinkel, Ultraweitwinkel, Tele) mehr Flexibilität. Nicht alle Objektive sind gleich leistungsstark, aber der Trend zu besseren Sensoren und Objektiven bei Smartphone-Kameras ist fortlaufend, wenn auch schleichend.

Beim Thema Videoaufnahmen kommt die Kamera mit modernen Smartphones ohnehin nicht mit. Fairerweise ist die Kamera hauptsächlich als Foto-Kamera konzipiert. Meiner Meinung nach sollte der Hersteller die Videofunktionen ganz verwerfen und sich auf das Wesentliche fokussieren: Fotos.

Zu guter Letzt lassen sich Bilder und Videos auf dem Handy sofort mit Freunden und Familie teilen und im Notfall vorher auf dem Gerät selbst bearbeiten.

Die Ricoh GR ist hingegen vielmehr ein Werkzeug für »ernsthafte Fotografen«, die ein möglichst hohes Maß an kreativer Kontrolle wünschen.

Was die neue Ricoh GR IV besser machen will

Soweit zum Konzept des Herstellers. Doch worin genau verbessert sich die für Herbst 2025 angekündigte neue Ricoh? Die Verbesserungen lassen sich auf die folgenden Punkte herunterbrechen:

  • Neuer Sensor: Die Kamera verfügt über einen neuen 25,7-Megapixel-APS-C-Sensor.
  • Verbesserte Bildqualität: Durch den neuen Sensor und ein neu entwickeltes Objektiv soll eine noch bessere Bildqualität erreicht werden.
  • Bildstabilisierung: Der Sensor ist auf fünf Achsen stabilisiert (zuvor drei Achsen).
  • Höhere Lichtempfindlichkeit: Die Kamera unterstützt eine Lichtempfindlichkeit von ISO 100 bis 204.800.
  • Überarbeitetes Bedienelement: Das Daumenrad auf der Rückseite entfällt zugunsten einer neuen Plus-Minus-Wippe.
  • Speicher: Der interne Speicher wächst auf rund 50 GByte.

Die vierte Generation entwickelt sich optisch kaum weiter und sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. (Bild: Ricoh) Die vierte Generation entwickelt sich optisch kaum weiter und sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. (Bild: Ricoh)

Was leider weiterhin fehlt, ist eine Wetterbeständigkeit. Der Hersteller verpasst es meiner Meinung nach, die größte Schwäche der Ricoh-Kamera auszubügeln. Die Leistung der Kamera ist bereits jetzt mehr als ausreichend und bedarf eigentlich kein Upgrade – zumindest nicht für mich.

Selbstverständlich muss Ricoh nach immerhin sechs Jahren das Bedürfnis nach einem neuen Modell stillen. Das kann in zweifacher Hinsicht seine guten Seiten haben.

Ricoh GR III
Ricoh GR III
Dank eines großen APS-C-Sensors schießt die Ricoh GR III Fotos in Systemkamera-Qualität. Ihr müsst allerdings mit nur einer Brennweite zurechtkommen.
Canon G7X Mark III
Canon G7X Mark III
Der große 1-Zoll-Typ-Sensor in Kombination mit einem lichtstarken Zoom-Objektiv, sorgt dafür, dass ihr für jede Situation gewappnet seid.
Sony RX100 VII
Sony RX100 VII
Einer der besten Kompaktkameras auf dem Markt, mit rasantem Autofokus und eingebauten elektronischen Sucher. Dank eines 8x-Zooms entgeht euch auf Reisen kein Moment.

Die Ricoh GR III könnte bald günstig zu haben sein

Die Ankündigung eines Nachfolgers bringt potenziell einen positiven Nebeneffekt mit sich. Besitzer einer Ricoh GR III werden möglicherweise auf das neue Modell umsteigen und ihre alte Kamera auf diversen Plattformen günstiger verkaufen.

Neu kostet die Kamera immerhin noch rund 1.050 Euro. Gebraucht geht sie teilweise noch für 800 Euro weg, teilweise weniger. Das ist viel Geld für eine Kamera, die 2019 auf den Markt gekommen ist.

Wenn ihr also mit dem Gedanken spielt, eine kompakte (Zweit-)Kamera zu kaufen, bietet sich in wenigen Monaten möglicherweise eine gute Gelegenheit.

Was der Nachfolger der beliebten Kompaktkamera tatsächlich auf dem Kasten hat, werden wir voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres erfahren. Auch wenn der Kauf für mich nicht infrage kommt, freue ich mich darauf, die ersten Tests und Eindrücke zu sehen.

Nun interessiert mich eure Meinung zum Thema (Kompakt)Kameras! Was haltet ihr im Allgemeinen von kleinen Kameras und Smartphone-Kameras? Reicht euch die Smartphone-Kamera völlig aus oder schleppt ihr lieber eine DSLR/DSLM mit euch durch die Gegend? Auf welche Kamera setzt ihr? Schreibt es gerne unten in die Kommentare!

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