»CUT MY LIFE INTO PIECES, THIS IS MY LAST REPORT!«
Ja, ich geb es zu, das ist nicht ganz der Songtext, aber jedes Mal, wenn ich meine Spielvorstellung zu Last Report schreiben will, habe ich einen Papa Roach-Ohrwurm und deswegen müsst ihr den jetzt auch erdulden.
Dabei passt das Lied wirklich so gar nicht zum Spiel. In Last Report übernehme ich nämlich die Rolle eines Nationalparkwächters, der in der Nachtschicht das Gelände über Kameras und Berichte, die namensgebenden Reports, im Auge behält. Schließlich gibt es in jedem Naturschutzgebiet immer wieder Leute, die illegal fischen, ihren Dreck nicht wegräumen, in geschützte Bereiche vordringen, ein Reh ausweiden und dann an einen Baum hängen …
Achso, der letzte Punkt passiert gar nicht überall? Verrückt. Dann muss das wohl eine sehr seltene Wolfspezies sein, die sich da austobt. Was sollte auch anderes nachts in einem riesigen, menschenleeren Nationalpark vor sich gehen?
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Dieser Schreibtischjob ist der Horror
Auf den ersten Blick wirkt meine Nachtschicht wirklich gemütlich. Ich sitze bequem in meinem Büro, ab und an kommt eine Kollegin oder ein Kollege vorbei, um Kaffee zu trinken und zu quatschen, und dazwischen durchsuche ich an meinem PC die Screenshots der Kameras aus dem Park nach möglichen Verstößen gegen die Parkordnung und ordne sie entweder unter »alles tutti« oder »Regelverstoß« ein.
Und eine Zeit lang verliere ich mich in den Berichten, weil ich natürlich alles in die richtige Kategorie abheften will. Immerhin gibt es eine Mitarbeiterbewertung und da muss ich die Topwertung einfahren. Während mir Platzierungen bei Autorennen oder Kill/Death-Ratio in Shootern wirklich herzlich egal ist, entwickle ich nämlich bei solchen »Dingen richtig einordnen«-Aufgaben nämlich regelmäßig einen absurden Ehrgeiz, der vielleicht Stoff für eine eigene Kolumne ist.
Gratis-Demo
Falls ihr unsicher seid, ob euch Last Report taugt, könnt ihr das Spiel aktuell kostenlos auf Steam ausprobieren. Das volle Erlebnis kostet mit 5 Euro außerdem weniger als ein Döner.
Die Kategorie ist: Verwesende Tierkadaver
Aber die seltsamen Vorkommnisse häufen sich. Hier ein Stromausfall. Da eine Kollegin, die nicht mehr erreichbar ist. Rot leuchtende Augen glühen durch die Dunkelheit des Waldes. Und ich sitze an meinem Schreibtisch und kann nichts dagegen tun. Und meinem Mitarbeiterscore schadet das auch! Worunter soll ich bitte »Tierkadaver läuft verwesend durch den Wald« abheften?
Last Report ist eins von den Horrorgames, die sich in einem einzigen Raum abspielen, und deren reduzierte Grafik der Phantasie freien Lauf lässt. Anders als bei actiongeladenen Titeln wie Outlast oder Amnesia bin ich nicht ständig auf der Flucht und hetze durch ein Gebiet nach dem nächsten.
Stattdessen bin ich an meinen Stuhl gefesselt, oft mit dem Blick auf den PC und nicht auf die Fenster meiner kleinen, einfachen Waldhütte, die übrigens auch keinen wirklich überzeugenden Schutz vor dem Grauen da draußen bietet. Was lauert da im Wald? Bin ich in Gefahr? Stecken Menschen hinter der ganzen Sache, oder vielleicht doch etwas ganz anderes?
Mit knapp anderthalb Stunden für einen Spieldurchlauf und mehreren Enden startet Last Report langsam, nimmt dann aber ordentlich an Fahrt auf und liefert ein wirklich gutes Ende. Ich will nicht zu viel spoilern, aber die Auflösung passt gut zum Rest des Spiels, auch wenn mir persönlich das Ende fast schon ein bisschen zu plötzlich kam. Ich hätte mich gerne noch ein bisschen weiter gegruselt.
Der Grafikstil ist nicht für jeden was, aber wenn euch die Prämisse interessiert, gibt es gerade eine Gratisdemo auf Steam, mit er ihr ausprobieren könnt, ob der Vibe des Spiels zu euch passt.
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