Normalerweise bin ich geduldig mit Software-Entwicklern. Ich habe gelernt, dass nach anfänglichen Problemen und nach langem Warten immer noch etwas Gutes herauskommen kann. Normalerweise schreibe ich keine Rants. Und normalerweise würde ich auch nie so eine nach Clickbait schreiende Überschrift schreiben wie: »Was Microsoft jetzt tun muss.«
Aber der neue Microsoft Flight Simulator ist nicht normal.
Ich bin grundsätzlich immer noch begeistert von dem Programm. Er hat ein riesiges Potenzial, das Genre der zivilen Flugsimulationen auf Jahre hinweg neu zu beleben. Und gerade deshalb mache ich mir Sorgen, dass Microsoft diese Chance vergeigt.
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Der Autor
Mario Donick fliegt im echten Leben Ultraleichtflugzeuge und am PC bevorzugt das realistische X-Plane. Außerdem kennt er das vom Flugzeughersteller Lockheed Martin entwickelte Prepar3D, das auf dem Flight Simulator X basiert und als professionelle Ausbildungs- und Übungs-Software verwendet wird. Als Autor schreibt Mario unter anderem für das FS Magazin, eine Fachzeitschrift für Flugsimulatoren. Kurzum: Wenn er uns eine Mail über »Flight-Level-Anfragen im ATC« und »Dienstgipfelhöhen« schreibt, verstehen wir Simulatoren-Noobs höchstens die Hälfte von dem, was da steht.
Für GameStar Plus hat Mario Donick auch mehrere Guides zum Flight Simulator verfasst. Eine Auswahl:
Startschwierigkeiten beim MS Flight Simulator
Gut, die Zahlen sehen erstmal positiv aus: Der Flight Simulator ist seit einem Monat veröffentlicht und wurde in der kurzen Zeit über eine Million Mal heruntergeladen, darunter häufig über den Microsoft Game Pass. Auch die aktuellen Steam-Statistiken sehen für einen Flugsimulator nicht schlecht aus; im Durchschnitt waren in den letzten dreißig Tagen durchschnittlich rund 13.500 Spielerinnen und Spieler gleichzeitig aktiv.
Zum Vergleich: der alte Flight Simulator X liegt in den Steam-Statistiken der letzten Monate immer zwischen 2.000 – 2.500 Personen; X-Plane 11 nutzen durchschnittlich 1.500 – 2.000 Leute, und AeroflyFS 2 kommt bei Steam nicht einmal auf 50 durchschnittliche Spielerinnen und Spieler.
Die absoluten Steam-Zahlen sind für das Genre zwar nicht ganz repräsentativ, weil Flugsimulatoren oft außerhalb Steams gekauft und gespielt werden, aber ein Trend ist erkennbar – und obwohl die absoluten Zahlen beim Flight Simulator 2020 anfangs gut waren, gingen sie seit Release doch konsequent nach unten. Das ist zwar erwartbar – viele Leute probieren es aus, fliegen ein bisschen herum, stellen fest, dass das Genre doch nichts für sie ist, und spielen dann wieder ein anderes Spiel. Dafür ist der Durchschnittswert recht gut. Aber bei den Zahlen ist nicht berücksichtigt, ob das wirklich aktives Fliegen bedeutet – oder etwa endloses Festhängen im Launcher, um das Spiel zu installieren oder zu updaten.

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