Bessere Physik, schönere Welt, weniger Speicherhunger: Der Flight Simulator 2024 will das Unmögliche schaffen

Auf der FSExpo zeigten Microsoft und Asobo drei Felder, in denen der Nachfolger des Microsoft Flight Simulators 2020 besonders auftrumpfen soll.

Heißluftballons werden von einer Kernneuerung des MSFS 2024 besonders profitieren. Heißluftballons werden von einer Kernneuerung des MSFS 2024 besonders profitieren.

Der Microsoft Flight Simulator 2024 wurde als Nachfolger des 2020ers beileibe nicht nur liebevoll von der enthusiastischen Flightsim-Community aufgenommen.

Doch Microsoft und Asobo sind entschlossen zu betonen, was den 2024 alles von seinem Vorgänger abheben wird. Auf der FSExpo - das bedeutendste Flugsimulations-Fachtreffen der Welt - zeigte das Team nun einige Neuerungen auf Seiten der Technik. Wir stellen euch diese drei Kernfelder vor:

  • Verbesserungen an der Physikengine
  • Geringerer Speicherhunger
  • Der digitale Zwilling

Alles zusammengenommen sei der Microsoft Flightsimulator 2024 laut Programmchef Jörg Neumann bei Asobo die größte Unternehmung aller Zeiten im Bereich der Flugsimulation.

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1. Verbesserungen an der Physikengine

Die Möglichkeiten der Physikengine werden stark erweitert, so fügen die Entwickler neue Systeme zur Simulation von Körpern hinzu - und zwar für fest und weich. Flugzeuge fallen klassischerweise in erstere Kategorie, zu letzterer gehören indes die neuen, standardmäßig enthaltenen Heißluftballons. Das Spiel simuliert bei diesen das Aufblähen und Schrumpfen je nach innerem Druck.

Hinzu kommt die in den Rettungseinsätzen genutzte Option zur korrekten Darstellung von Seilen. Allerdings machen die Änderungen auch vor den Flugzeugsystemen wie Elektrik, Pneumatik, Treibstoff oder Hydraulik halt. All diese sollen durch die Bank noch realistischer ausfallen.

Komplett neu sind Heißluft-Ballons indes nicht. Es gibt sie bereits in MSFS 2020 als Drittanbieter-Addon, jedoch fehlt hier natürlich die komplexe Drucksimulation. Die Lösungen fallen klassisch innerhalb der Grenzen der aktuellen Version der Engine aus.

2. Geringerer Speicherhunger

Der 2024er-Simulator soll weit weniger Festplattenplatz brauchen. Denn das Streaming wird ausgeweitet. So soll nur noch das absolut fürs Spielen notwendige heruntergeladen werden. Aktuell streamt der MSFS 2020 Höhenmodelle, Fotogrammetrie-Darstellungen von Städten, Wetterdaten sowie Satellitenfotos als Geländetexturen.

Inwiefern dieser Streaming-Fokus Zwang oder optional ist, wissen wir nicht. Alle Simmer mit eher schwachen Internetverbindungen sind sicher nicht erpicht, noch mehr als bisher schon zu streamen. Die Entwickler wollen mit diesem Verstoß scheinbar auf Kritik reagieren, nach der der Simulator 2020 mit seinen weit über 100 GB Installationsgröße zu viel Speicher verschlingt.

Der Microsoft Flight Simulator 2024 zeigt sich im spektakulären Revealtrailer Video starten 2:14 Der Microsoft Flight Simulator 2024 zeigt sich im spektakulären Revealtrailer

3. Der digitale Zwilling

Bei dem digitalen Zwilling handelt es sich in MSFS 2020 und bald auch im 2024 um die möglichst realistische Darstellung der Erde - allen voran anhand von Höhendaten, Wettersystem, Geländetexturen und Nachbildungen von Städten. In dem Nachfolger halten scheinbar auch - wie der obige Trailer gegen Ende andeutet - Jahreszeiten Einzug. Bisher lassen sich Bäume nur per Mod an den jeweiligen Monat anpassen.

Dank verbesserten Algorithmen aus dem Feld des maschinellen Lernens sollen Bereiche mit geringer Datendichte - vor allem ländliche Räume - akkurater dargestellt werden. Eine neue 3D aus 2D-Technologie ermögliche ferner hochauflösenden dreidimensionalen Content aus flachen Aufnahmen generieren zu können.

Obendrein soll die Welt dynamischer ausfallen. Mehr Tierherden, weltweiter Transit - von Schiffen anhand von Live-Daten erzeugt - sowie verbesserter Straßenverkehr versprechen die wohl bis hierhin lebendigste Nachbildung der Erde im globalen Maßstab.

Bei all den Änderungen in Sachen Technik drängt sich allerdings eine Kernfrage auf: Werden vor allem die Ergänzungen an der Engine auch größtenteils - vor allem bei der Physik - in den Vorgänger übernommen? Je größer hier der Unterschied zwischen MSFS 2020 und 2024 ausfällt, desto mehr Unbehagen wird dies wahrscheinlich den Addon-Anbietern bereiten, die auf breiter Front derzeit mit kostenlosen Updates und parallelen Releases neuer Produkte werben.

Asobo verspricht allenthalben Rückwärtskompatibilität, ob dies gelingt, bliebt abzuwarten.

Übrigens: Für einige Tage verschenken Microsoft und Asobo noch ein Flugzeug für MSFS 2020, die Ford 4-AT Trimotor. Der alte Hochdecker mit den namengebenden drei Motoren kostet wahrscheinlich bereits ab kommender Woche 15 Euro. Greift also bei Interesse lieber direkt im Ingame-Marketplace zu.

Was denkt ihr denn mit einigen Tagen Abstand über die Ankündigung des 2024er? Ändert sich eure Sicht unter dem Licht der ersten Details zu dem? Freut ihr euch auf den Nachfolger und unterstützt das Vorhaben von Microsoft oder empfindet ihr die bisher vorgestellten Ergänzungen als zu gering, um solch einen Schritt zu rechtfertigen? Sollte der MSFS 2020 lieber als Plattform bleiben, die stetig ergänzt wird? Schreibt uns eure Meinung gern in die Kommentare!

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