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Legos Kataloge waren früher kleine Kunstwerke, heute trauere ich den 90er-Jahre-Prospekten hinterher

Vom detailverliebten Modellbau zur sterilen Produktliste: Wie sich Legos Prospekte wandelten und weshalb heutigen Heften das spielerische Herz fehlt.

Peter hat viele schöne Erinnerungen an alte Lego-Prospekte. Dort wurden Themenwelten wie die der Piraten mit viel Liebe und von Hand gebauten Modellkulissen vorgestellt. 30 Jahre später ist von dieser Hingabe wenig übrig. Peter hat viele schöne Erinnerungen an alte Lego-Prospekte. Dort wurden Themenwelten wie die der Piraten mit viel Liebe und von Hand gebauten Modellkulissen vorgestellt. 30 Jahre später ist von dieser Hingabe wenig übrig.

Früher war alles besser? Manchmal, ja manchmal ist das wirklich so.

Zum Beispiel bei den heutigen Lego-Katalogen. Das waren während meiner Kindheit in den 90er-Jahren ein Garant für leuchtende Augen und »Boah, das brauche ich!«-Tagträumereien,

Heutzutage ist davon fast gar nichts mehr geblieben. In Prospekten wie dem für das restliche Jahr 2026 werden die Sets dagegen regelrecht lieblos aneinandergereiht. Die Magie von damals? Verflogen.

Die Werbung als Geschichtenerzähler

Am Zweck der Lego-Kataloge hat sich nichts geändert, auch wenn ihre gedruckte Form vom Aussterben bedroht ist - das Internet, Apps und Social Media haben sie nahezu obsolet gemacht, selbst bei den ganz Kleinen.

Wahrscheinlich floss deshalb noch deutlich mehr Liebe in die Gestaltung der Prospekte: In aufwendiger Handarbeit wurden für die Fotos im Katalog echte Dioramen gebaut. Ritter ritten über beflockte Berghänge, Piratenschiffe kreuzten durch modelliertes Wasser und Astronauten stapften durch feinen Sand.

Ich besaß als Kind nur einen Bruchteil dieser Sets. Das spielte keine Rolle, denn die Inszenierung gab meiner Fantasie den entscheidenden Anstoß.

Alle Sets auf einen Blick: Die großen Fotos mit typischen Spielsituationen habe ich mir als Kind Dutzende Male immer wieder angeschaut. Alle Sets auf einen Blick: Die großen Fotos mit typischen Spielsituationen habe ich mir als Kind Dutzende Male immer wieder angeschaut.

Diese Prospekte beherrschten die Kunst des visuellen Geschichtenerzählens meisterhaft. Die Fraktionen wurden von Jahr zu Jahr neu arrangiert, um Bündnisse und Konflikte ohne Begleittext zu vermitteln.

Im Katalog von 1993 schnitt etwa die Mannschaft von Ice Planet einen tiefgefrorenen Blacktron-Piloten aus einem Eisblock. Ein Jahr später ging der dänische Hersteller noch einen Schritt weiter.

Durch die Ausgabe von 1994 zog sich eine fortlaufende Schnitzeljagd. Der Schurke Max Timebuster flüchtete vor Gesetzeshütern quer durch Epochen und Themenwelten. In einer Art »Wo ist Waldo?« konnten sich junge Leser damit beschäftigen, ihn auf jeder Seite zu suchen.

Im Laufe der Jahre gesellten sich Comics und Begleittexte dazu, was blieb war die liebevolle grafische Darstellung und Inszenierung dessen, was Lego Umsatz macht und Kinder zum Träumen bringt: die neuen Sets.

Die wurden übrigens auch in aufwendigen Video-Werbespots bestens vorgestellt:

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Heute sieht das meist ganz anders aus, besonders bei den an erwachsene Sammler gerichteten Sets:

Video starten 0:57 Lego belebt eine eurer Kindheitserinnerungen wieder, schießt Tim und Struppi auf den Mond

Die Stadt verliert ihren Charme

Im Prospekt wirken die Seiten oft wie eine uninspirierte Abfolge von ausgestanzten Produktbildern vor verschwommen dargestellten grafischen Hintergründen. Das Maximum an Dynamik findet sich in der Star-Wars-Sektion:

Die kleine Kampfszene aus den Klonkriegen istt im modernen Lego-Storytelling die Ausnahme. Die kleine Kampfszene aus den Klonkriegen istt im modernen Lego-Storytelling die Ausnahme.

Wo Rennautos früher durch Boxengassen flitzen und auf den Fotos jubelnde Zuschauer am Rand stauiger Pisten standen, stehen die heutzutage angebotenen Flitzer isoliert auf sterilem Grund.

Einst löschte die Lego-Feuerwehr Brände auf stimmungsvoll beleuchteten Rollfeldern, führte in den Prospekten Rettungseinsätze zu Land, zu Wasser und in der Luft durch. Die Fantasie des Betrachters wurde so angeregt, das Potenzial von Spiel-Features und Kombination der unterschiedlichen Baukästen schien unendlich.

Heutzutage werden einem die City-Sets dagegen schnöde vor den Latz geknallt:

Früher Heute Früher Heute

Solche hübsch gemachten Dioramen wie links gibt's in den Lego-Katalogen heutzutage nicht mehr zu sehen.

Vermutlich ist die Masse an Lego-Sets schuld (der aktuelle Prospekt ist 160 Seiten groß!). Vielleicht hatten die Designer früher einfach mehr Platz, um die Handvoll Sets pro Themenwelt auf einer Extraseite mit Hochglanzpapier stilvoll in Szene zu setzen.

Denn die kleinen statischen Produktfotos gab es ja auch schon damals. Aber sie spielten eben nur die zweite Geige hinter den tollen handgebauten Dioramen, die direkt klarstellten, was mit Klemmbausteinen alles möglich ist.


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