Selten hat mich ein neues Produkt so sehr überrascht, wie das Lenovo Legion Go Fold. Als mir mein Kollege Jusuf in WhatsApp den Leak von letzter Woche per WhatsApp schickte, habe ich erst einmal verwirrt auf mein Handy geschaut und dachte einfach nur »Was zur … ?«.
Jetzt hat Lenovo den faltbaren Handheld offiziell auf dem Mobile World Congress in Barcelona gezeigt. Zwar befindet sich das Gerät noch in einem Konzeptstadium, aber so wie wir den Hersteller kennen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bald in ein massentaugliches Produkt verwandelt wird.
Bis dahin hoffe ich, dass sich noch einige Dinge ändern – und ist das eine Uhr auf dem Controller?!
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OLED-Handheld zum Zusammenfalten
Das Herzstück von diesem Handheld ist ein riesiger 11-Zoll pOLED-Bildschirm, der in der Mitte zusammengefaltet werden kann.
Im geschlossenen Zustand wird aus dem Lenovo Legion Go Fold ein Handheld mit 7,2-Zoll-Display – also ein Formfaktor, wie man ihn von Steam Deck und Co. kennt.
Der Legion Go Fold bietet dank seines Faltmechanismus zwei verschiedene Displaygrößen. (Bildquelle: Lenovo)
Der OLED-Bildschirm hat eine hohe Gesamtauflösung von 2.435 × 1.712 Pixeln, erreicht 500 Nits Spitzenhelligkeit und ist mit 165 Hz besonders schnell. Die technischen Daten ähneln denen des ersten Lenovo Legion Go sehr.
Zusammen mit der Größe und dem OLED-Panel habe ich sehr hohe Erwartungen; ich glaube, das könnte einer der besten Handheld-Bildschirme werden.
Abnehmbare Controller – mit eingebauter Uhr?
Wie beim Lenovo Legion Go 2 lassen sich die Controller abnehmen. Beim Legion Go Fold habt ihr jedoch jeweils zwei Ansteckplätze, je nachdem, ob ihr geschlossen oder gefaltet spielen wollt.
Die Tasten und Sticks scheinen denen des Lenovo Legion Go 2 zu gleichen – inklusive Mausrad.
Beim Design hat Lenovo ganz klar Komfort über Ästhetik gestellt – zumindest in meiner Meinung.
Bei einem so großen Gerät ist das wohl die richtige Entscheidung. Die Controller besitzen große, ausgeprägte Griffe, ähnlich wie beim Asus ROG Xbox Ally X oder der PlayStation Portal, die das Spielen über einen längeren Zeitraum mit Sicherheit komfortabler machen.
Mit 868 Gramm Gesamtgewicht ist der Legion Go Fold zwar kein Leichtgewicht, aber immer noch leichter als der Legion Go 2 mit 920 Gramm.
Der rechte Controller ist gleich in mehrerer Hinsicht interessant:
- Wie beim Legion Go 2 lässt er sich als Vertikal-Maus verwenden, um mausgesteuerte Spiele zu spielen.
- Es ist ein kreisrundes Display verbaut, das auf den Pressebildern eine Uhr anzeigt. Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, so ein Feature in einen Handheld einzubauen, aber es ist doch irgendwie genial. Bei dem kleinen Bildschirm handelt es sich nämlich um das Trackpad für die Maussteuerung; jetzt kann es eben sogar als Display für Leistungsmetriken und andere Einstellungen verwendet werden.
- Das Mausrad befindet sich jetzt an der Vorderseite unter dem Analog-Stick. Bei den Vorgängern war es leicht mit dem Daumen erreichbar. Ich bin noch skeptisch, wie praktikabel die neue Position ist.
Die Basisplatte für die Vertikalmaus ist gleichzeitig die Controller-Halterung: Mit dem Zwischenstück lassen sich beide Controller zu einem verbinden. Dann wird aus ihnen ein klassisches Gamepad, das etwas breiter ist.
Alles in einem: Handheld, Laptop und Tablet
Im aufgeklappten Zustand lässt sich eine Tastatur mit eingebautem Trackpad verbinden. Das Gerät erinnert dann etwas an die Surface-Serie von Microsoft oder an das iPad Pro.
Ohne angebrachte Peripherie wird aus dem Lenovo Legion Go Fold ein 11-Zoll-Tablet, das bei Bedarf auch zu einem kompakten 7-Zoll-Gerät gefaltet werden kann.
All diese Features können das Gerät zu einem der flexibelsten auf dem Markt machen:
- Großer 11-Zoll-Handheld (sowohl horizontal als auch vertikal)
- Kompakter 7,2-Zoll-Handheld
- FPS-Modus mit Vertikalmaus
- Tabletop-Modus mit abgenommenen Controllern
- Laptop-Modus für Produktivität
- 11-Zoll-Tablet für Medienkonsum oder Browsing
- 7,2-Zoll-Tablet zum Lesen und mehr
Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Lenovo Legion Go Fold mehrere Geräte ersetzen kann und eben darum besonders gut für alle geeignet ist, die nach einer All-in-One-Lösung suchen.
Wechsel zu Intel und ein Haken
Lenovos Wahl beim Prozessor ist in zweierlei Hinsicht kurios. Die Handhelds des Herstellers haben bisher konsequent auf AMD-Chips gesetzt. Im Legion Go Fold ist jetzt der Intel Core Ultra 7 258V verbaut. Obendrein handelt es sich dabei um einen Lunar-Lake-Chip und nicht um einen der neuen Panther-Lake-Generation.
Immerhin konnte genau dieser Chip schon im MSI Claw 8 AI+ beweisen, dass er nicht nur zu den schnellsten Handheld-Chips gehört, sondern auch besonders effizient ist – und das ist auch dringend nötig.
Lenovo soll beim Legion Go Fold einen verhältnismäßig kleinen 48‑Wh‑Akku verbaut haben. Gerade bei einem so großen Gerät, ist das etwas enttäuschend. Vielleicht ändert sich das aber noch zum Release.
Immerhin ist der Intel Core Ultra 7 258V immer mit 32-GByte.RAM ausgestattet, was in heutigen Zeiten keine Selbstverständlichkeit ist.
Der Legion Go Fold wird hoffentlich Realität, aber es wird nicht leicht
Handhelds sind weit gekommen, doch 2026 könnte ein besonders schwieriges Jahr für sie werden. Die weiter anhaltende Speicherknappheit trifft die mobilen PCs besonders hart und darum befürchte ich, dass die Hersteller dieses Jahr eher vorsichtig sind mit neuen Ankündigungen oder Experimenten in diesem Bereich.
Dann kommt plötzlich Lenovo und stellt ein Gerät vor, das kaum experimentierfreudiger sein könnte.
Ich hoffe sehr, dass Lenovo das Konzept in die Realität überführt, aber ich sehe auch ganz klar die Hindernisse, die damit verbunden sind.
Zum einen wäre da ganz klar der Preis: ein faltbares OLED-Tablet mit schneller Hardware, abnehmbaren Controllern und das auch noch in Zeiten steigender Preise? Ein Preis jenseits von 2.000 Euro würde mich nicht wundern.
Wenn dann auch noch ein eher älterer Chip und ein kleiner Akku akzeptiert werden müssen, wird das Gerät wohl nahezu keine Käufer und Käuferinnen finden.
Was haltet ihr vom Lenovo Legion Go Fold? Würdet ihr euch so ein Gerät kaufen? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!
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