Auf der Game Developers Conference, einer Konferenz für Spieleentwickler in den USA, werden jedes Jahr die sogenannten Game Developers Choice Awards vergeben. Die Trophäen gibt es in verschiedenen Kategorien, unter anderem Spiel des Jahres, Gamedesign und bestes Audio.
Seit 2022 gibt es außerdem einen Preis für gesellschaftlichen Impact, mit dem Spiele ausgezeichnet werden, die sich in bedeutendem Maße für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Intersektionalität und/oder Nachhaltigkeit einsetzen und das Leben der Menschen auf sinnvolle Weise positiv beeinflussen
.
Diesen Award hat in diesem Jahr das Life-is-Strange-Sequel Double Exposure gewonnen. Doch entgegennehmen konnte das Entwicklerteam den Preis nicht - denn sie wurden in den vergangenen Monaten allesamt entlassen.
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Life is Strange - Test-Video zu Double Exposure
Wie wir bereits im Dezember berichteten, folgte beim für Life is Strange zuständigen Entwicklerstudio Deck Nine Games bereits kurz nach der Veröffentlichung des jüngsten Serienteils eine Reihe von Entlassungen. Das Studio sprach damals in einer Stellungnahme von herausfordernden Zeiten
, es war allerdings bereits die zweite Entlassungswelle bei Deck Nine innerhalb von nur einem Jahr.
Von den Kündigungen maßgeblich betroffen war vor allem das Autorenteam von Double Exposure. Denn da die Story bereits viel früher fertig sein muss, als der Rest des Spiels, kann man das Narrativ-Team hinten raus als erstes entlassen.
Das schreibt zumindest Elizabeth Ballou, frühere Narrative Designerin beim Studio Deck Nine auf BlueSky: Es ist passend, dass niemand da war, um den GDCA-Preis entgegenzunehmen, den Double Exposure gewonnen hat, weil wir alle entlassen wurden lol
. Ballou musste Deck Nine im Zuge der ersten Kündigungswelle im Februar 2024 verlassen.
Wir waren vor Ort, aber wussten von nichts
Während andere Entwickler bei den GDC Awards also fleißig ihre Preise entgegennahmen, blieb die Bühne beim Preis für Double Exposure leer.
Dabei waren laut Ballou sogar einige der beteiligten Entwickler privat auf der Konferenz anwesend. Sie hätten allerdings nicht gewusst, dass ihr Spiel überhaupt nominiert gewesen sei. Deswegen war auch niemand vorbereitet, den Preis entgegenzunehmen.
Am Ende scheint es den anwesenden ehemaligen Deck-Nine-Angestellten aber doch noch möglich gewesen zu sein, ihren verdienten Preis nach Ende der Show entgegenzunehmen. Unter einem Bild, das Elizabeth Ballou später auf BlueSky postete, schreibt die Entwicklerin an die gesamte Branche gerichtet: Bitte stellt die Leute ein, die dieses Spiel gemacht haben und dann gefeuert wurden
.
Wie geht es mit Life is Strange weiter?
Die Zukunft von Life ist Strange ist indes ungewiss. Wie Publisher Square Enix kürzlich während eines Finanz-Meetings ungewöhnlich offen mitteilte, hat Double Exposure die Erwartungen des Konzerns nicht erfüllt und sogar für finanzielle Verluste gesorgt. Ob unter diesen Umständen ein Nachfolger entwickelt wird, ist fraglich.
Dabei ist Life is Strange: Double Exposure kein schlechtes Spiel. Im Test lobten wir die packende Story-Prämisse, die liebevoll gestaltete Welt und die tollen Gesichtsanimationen. Lediglich vom Finale waren wir nicht überzeugt. Bei Serien-Fans kam das Spiel allerdings deutlich schlechter weg als in den internationalen Pressekritiken.
Unseren Test und mehr News zum Zustand der Gaming-Branche findet ihr in der obigen Linkbox.
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