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Magic: Legends - Ein spannendes Hack&Slay mit gefährlichem Geschäftsmodell

Magic: Legends startet bald in die Open Beta. Wir konnten vorher reinspielen und erklären, was ihr darüber wissen solltet. Das Gameplay überzeugt, der Rest macht aber Sorgen.

von Fabiano Uslenghi,
18.03.2021 15:00 Uhr

Als ich in der Schule war, konnte ich mit Magic nicht viel anfangen. Zumindest wenn es um das eigentliche Spiel ging. Doch während sich meine Freunde in der Pause um einem Tisch sammelten, und Kraft aus Wäldern, Ebenen oder Gebirgen zogen, griff ich mir gerne Mal die ungenutzten Decks.

Faszinierender als das Spiel selbst fand ich nämlich immer die atmosphärischen kleinen Beschreibungstexte. Zwei oder drei Sätze, die das Wesen auf der Karte kurz zusammenfassen. Diese kleinen Erklärungen reichten aus, um ein Gefühl für diese wundersame Welt zu bekommen. Für das Magic-Multiversum, das über die Jahre immer weiter ausgebaut wurde.

Inzwischen hab ich dank Magic: Arena auch am Spielsystem einen Narren gefressen und die Welt fasziniert mich nach wie vor. Und so war auch mein Interesse an Magic: Legends schnell geweckt. Meine Hoffnung: Das Magic-Multiversum endlich einmal selbst und hautnah erkunden zu können.

Diese Gelegenheit hab ich jetzt bekommen. Noch vor dem Release der Open Beta am 23. März durfte ich ein wenig durch die immergrünen Wäldern von Tazeem schlendern und kläre hier auf, was euch in Magic: Legends genau erwartet.

Legends punktet bei Magic-Fans mit der Inszenierung bekannter Charaktere. Hier stellt sich uns Noyan Dar entgegen und setzt mit blauen und weißen Zaubern auf Defensive. Legends punktet bei Magic-Fans mit der Inszenierung bekannter Charaktere. Hier stellt sich uns Noyan Dar entgegen und setzt mit blauen und weißen Zaubern auf Defensive.

Was ihr über das Gameplay wissen solltet

Magic: Legends wurde zwar ursprünglich als eine Art MMO angekündigt, präsentiert sich mittlerweile allerdings als waschechtes Action-Rollenspiel. Eine Diablo-Alternative, in der ihr euren Helden aus der Iso-Perspektive durch die Welt steuert und mit der Maustaste monströse Plagegeister dutzendfach übers Knie legt.

Legends versucht aber nicht nur epische Magic-Schlachten visuell darzustellen, sondern gleichzeitig das Kartensystem selbst in die Spielmechanik zu integrieren. Die Vorstellung, dass ein Planeswalker Zauber wirkt und damit Kreaturen beschwört oder Effekte erzeugt, bleibt in Legends unangetastet.

Statt feste Skills stehen euch deshalb immer vier Zauber zur Auswahl. Wird einer davon ausgelöst, verschwindet er vorerst und aus eurem Deck wird zufällig die nächste »Karte« gezogen. Allein diese Fähigkeitenrotation sorgt schon dafür, dass sich Magic: Legends von Konkurrenten wie Diablo oder Path of Exile abhebt.

Im Spiel selbst fühlt sich das alles durchaus taktisch an, ohne dass das für ein Hack&Slay so entscheidende Gefühl von rasanter Action groß darunter leidet. Erwartet aber nicht diesen unvergleichlichen Spielfluss oder gar die brutale Wucht wie man es aus Diablo kennt. Ein Angriff fühlt sich in Legends in der Regel mehr nach Respektschelle als Mordversuch an.

Beschworene Monster bleiben so lange an unserer Seite, bis sie besiegt werden. Beschworene Monster bleiben so lange an unserer Seite, bis sie besiegt werden.

Da macht es deutlich mehr Spaß, eine Horde Monster zu beschwören. Die stürzen sich dann auf eure Feinde, während ihr selbst Hexereien wirkt und Monster bufft. Die Viecher wachsen sogar, wenn ihr etwa mit Giant Growth ihre Angriffskraft erhöht.

Was ihr über das Spielsystem wissen solltet

Die Magic-Wurzeln sind in Legends an jeder Ecke spürbar. Wie effektiv euer Planeswalker auf seiner Reise durch die Ebenen gegen seine Feinde ankommt, entscheidet sich oft schon vor dem Aufbruch. Denn wir müssen eben wie beim Kartenspiel unser Deck erstellen.

Dabei ist es unerheblich, für welche Klasse ihr euch entscheidet. Zwar bringen Weihepriester, Nekromagier, Geomagier, Gedankenmagier und Bestienrufer ganz eigene Stärken und zwei einzigartige Fähigkeiten mit, jeder davon kann aber jede Karte und damit jede Fähigkeit ausrüsten. Es liegt am Spieler zu entscheiden, welche Karten, Farbkombinationen und Strategien am besten zu welcher Klasse passen. Aber keine Sorge: Im Zweifel könnt ihr die Klasse problemlos wechseln.

Magic: Legends - Neuer Trailer erklärt den Deckbau des Action-Rollenspiels 4:50 Magic: Legends - Neuer Trailer erklärt den Deckbau des Action-Rollenspiels

Die Jagd nach neuen Karten und damit Fähigkeiten stellt in Legends die Lootspirale dar. Items gibt es zwar auch, die platzen aber nicht im Sekundentakt aus erschlagenen Gegner. Außerdem gibt es keine Waffen, jede Klasse benutz immer ihren eigenen todbringenden Gegenstand. Helme, Rüstungen oder Handschuhe sind zudem eher als Träger für passive Boni zu verstehen. Ihr könnt deshalb auch sogenannte adaptive Mods eines Gegenstands untereinander hin- und hertauschen. Mal sehen, ob das langfristiger motiviert, als in vielen anderen aktuellen Action-RPGs:

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Final könnt ihr euren Charakter mithilfe mächtiger Artefakte ausstatten. Auch diese Objekte bieten passive Effekte und können aufgestuft werden. Darunter sogar ein paar wirklich coole legendäre Fähigkeiten. Mit dem Draconic Flux besteht etwa eine vier prozentige Chance, nach einem Zauberspruch für 15 Sekunden einen roten Drachen zu erschaffen.

Solltet ihr also in einem Action-Rollenspiel in erster Linie minutiös an eurem Charakter tüfteln und den perfekten Build suchen, bekommt ihr in Legends mehr als genug Möglichkeiten dafür. Nur müsst ihr eben ausnahmslos mit dem arbeiten, was Gegner zufällig fallen lassen oder - was ihr aus einem der Booster Packs zieht.

Was ihr über das Geschäftsmodell wissen solltet

So spannend das Konzept hinter Magic: Legends auch ausfällt, es wirft ein paar sehr lange Schatten. Legends wird Free2Play und die Entwickler garantieren, dass Spieler kostenlos jede Mission und damit das ganze Spiel durchspielen können. Allerdings hat das Team natürlich trotzdem einen Finanzierungsplan.

Und der bewegt sich auf einem sehr schmalen Grat. Neben Free2Play-Standard wie einem Battle Pass samt kostenloser und kostenpflichtiger Ränge, gibt es auch noch die Booster Packs. Und hier gehen die Probleme los. In den Packs stecken nämlich zufällige Zauber, Artefakte und Klassen. Das sind aktive Fähigkeiten und passive Boni.

Im Battle Pass von Magic: Legends stecken neben kosmetischen Objekten noch Zauber oder Währung. Die kostenpflichtige Premium-Strecke bietet von all dem noch mehr. Im Battle Pass von Magic: Legends stecken neben kosmetischen Objekten noch Zauber oder Währung. Die kostenpflichtige Premium-Strecke bietet von all dem noch mehr.

Pay2Win sei Legends laut der Entwickler trotzdem nicht, da Zauber, Artefakte und Klassen aus den Packs Spieler nicht per se mächtiger machen, ihnen aber mehr Optionen geben. Wenn man sich aber ansieht, wie oft in einem Action-RPG gerade die kreative Kombination von Fähigkeiten das ist, was einem Build seine Macht verleiht, scheint dieses Argument recht schal.

Ein wenig steuern die Entwickler noch mit dem Währungs-Austausch entgegen. So können Spieler durch spielerischen Fortschritt Aether erhalten, den sie wiederum an einer Tauschbörse für die Premium-Währung Zen wechseln. Der Kurs hängt dabei komplett von den Spielern ab. Auf diese Art sollen alle Spieler kostenpflichtige Booster einsacken können, ohne echtes Geld auszugeben.

Final gilt es abzuwarten, wie destruktiv sich dieses Modell wirklich auf das Spiel auswirkt und ob man beim Spielen permanent das Gefühl bekommt, ohne echtes Geld auf der Strecke zu bleiben. Die Zeichen stehen nicht sonderlich gut - und es wäre sehr schade, wenn die spannende Welt und das ungewöhnliche Spielprinzip dem letztlich zum Opfer fallen.

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