Nach nicht einmal fünf Sekunden war klar: Das hier brauche ich für Zuhause. Dabei war ich mit meinem 1999er-Baujahr doch eigentlich viel zu jung, um ein Massagegerät zu besitzen.
Dachte ich zumindest. Genauso bin ich aber viel zu jung, um jetzt schon an chronischen Rücken- und Nackenschmerzen zu leiden. Während der Arbeit oder spätestens danach plagten mich Kopfschmerzen, ausgelöst durch die Verspannungen. Es war immer schwieriger produktiv zu sein und mich zu konzentrieren.
In meiner Freizeit drückte ich ständige an meinem Kopf herum, anstatt mich auf das konzentrieren zu können, das mir Freude bereitet,
Nachdem ich über Monate versucht habe, durch Kissen, Sport und Meditation die Symptome und Ursachen meiner Probleme loszuwerden, akzeptierte ich mein Schicksal einfach – vorerst zumindest.
Dabei besaßen meine Eltern seit fast zehn Jahren ein Massagegerät. Kaum zu glauben, dass ich erst letztes Jahr auf die Idee gekommen bin, es über die Weihnachtstage auszuleihen. Und was soll ich sagen: selten war ich so begeistert! Sogar so sehr, dass ich mich kurzerhand dazu entschied, selbst eines zu kaufen.
Meine beste Investition seit langer, langer Zeit.
Massagegeräte: Lieber teuer und gut
Meine Kaufentscheidung: Hersteller von Massagegeräten gibt es Dutzende. Vor dem Kauf musste ich daher ordentlich recherchieren. Schlussendlich habe ich mich für das hochpreisige „Donnerberg Original Nackenmassagegerät Premium NM0892” entschieden. Das ist mit einem Preisschild von 190 Euro fast siebenmal so teuer wie die Modelle einiger Konkurrenten, hat aber eine Reihe von Vorteilen.
Bei Donnerberg bekomme ich nämlich satte sieben Jahre Garantie auf den Motor, während ich bei den meisten anderen Herstellern vor deren Kurzlebigkeit gewarnt werde. Außerdem konnte mich bereits bei dem Modell meiner Eltern die hochwertige Verarbeitung überzeugen.
Wie funktioniert es? Das eigentliche Massagegerät besteht aus acht Massageköpfen, die auf zwei Achsen in entgegengesetzten Kreisbewegungen rotieren und so eine Shiatsu-Daumendruckmassage simulieren. Das Gerät hängt ihr mittels zweier Schlaufen um den Hals oder an eine andere Körperstelle und bestimmt durch euren eigenen Armdruck die Stärke der Massage. Letzteres klingt zwar ziemlich anstrengend, ist es aber tatsächlich gar nicht.
Was kann es noch? Durch optionale Infrarotwärme wird zusätzlich die Blutzirkulation angeregt, um die Wirkung der Massage zu verstärken. Außerdem könnt ihr eine Vibration einschalten, um eure Faszien zu lockern. Die Energie erhält das Gerät durch ein Netzteil, einen Akku gibt es nicht. Das äußere Material ist eine Mischung aus hochwertigem Kunstleder sowie einem austausch- und waschbaren Netzstoff.
Tipp für Sparfüchse: Wer auch mit drei Jahren Garantie zufrieden ist und genau wie ich auf die Vibrationsfunktion verzichten kann, sollte über die Basic Variante nachdenken. Die kommt mit 140 Euro nämlich deutlich günstiger daher und bietet ansonsten den gleichen Nutzen.
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Ein weiterer Gadget-Tipp: Handy-Controller sind vielleicht sinnvoller, als ihr glaubt.
Das Massagegerät in der Praxis
Ein Beispiel, um die Power des Geräts zu demonstrieren: Bereits bei meiner ersten Anwendung im Nacken konnte ich eine hartnäckige und extreme Verspannung lösen, die beim Drücken in der Schulter ein Stechen im Auge verursachte. Ohne Hilfsmittel war mir das zuvor nicht möglich. Selbst eine Thai-Massage konnte nur wenige Tage Linderung verschaffen.
Auch wenn es zunächst so klingen mag, handelt es sich jedoch nicht um ein Wundermittel. Zwar können die größten Probleme im Nacken- und Kopfbereich beseitigt oder zumindest langfristig gelindert werden, dafür muss das Gerät aber auch regelmäßig genutzt werden. Eine einmalige Anwendung schafft nur kurzfristig Erleichterung.
Einschränkungen gibt es erfreulich wenige: Zwischen den rotierenden Achsen kann das Gerät nicht geklappt werden. So ist der Spalt zwischen den Massageköpfen zu groß, um unten am Kopf beide Seiten gleichzeitig therapieren zu können, was gerade bei stressbedingten Verspannungen sinnvoll wäre. Bei Massagen an den Gliedmaßen ist manchmal etwas Kreativität gefragt, da es hier schwer sein kann, eine gemütliche Sitzposition zu finden. Regionen wie der Nacken, der untere Rücken und die Füße funktionieren dafür umso besser. Die Vibrationsfunktion ist für mich persönlich eher ein Reinfall, da sie bei mir Kopfschmerzen auslöst und daher ausgeschaltet bleibt.
Ein neuer Alltag: Das Massagegerät ist für mich zum (fast) täglichen Ritual geworden. Beim Serien schauen und Musik hören lasse ich mir regelmäßig den Stress aus dem Körper drücken. Das entspannt mich so sehr, dass ich währenddessen sogar schon mehrere Male eingeschlafen bin. Schnell über den Nacken geworfen oder am Schreibtisch zwischen Lehne und Rücken geklemmt, hat es mir sogar schon so manchen Arbeitstag gerettet.
Zu behaupten, dass ich durch das Massagegerät gar keine Schmerzen mehr hätte, wäre gelogen. Das liegt erstens daran, dass ich das Gerät häufig erst benutze, wenn bereits Symptome vorhanden sind und zweitens, dass ich es nicht überall mitnehmen möchte, etwa zum Arbeiten in der Bibliothek. Dennoch kann ich meine Freizeit endlich wieder genießen und habe einen großen Teil der Lebensqualität zurückgewonnen. Lebensverändernd ist ein gigantisches Wort, doch es passt.
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