Nvidia und AMD folgen einem Trend, der mir langsam lästig wird

Redakteur Alex hatte sich auf der Computex von den beiden großen Grafikkarten-Herstellern AMD und Nvidia mehr neue Gaming-Hardware erhofft.

KI, wohin das Auge blickt. Redakteur Alex ist davon etwas genervt. (Bildquelle: GameStar, YouTubeNvidia) KI, wohin das Auge blickt. Redakteur Alex ist davon etwas genervt. (Bildquelle: GameStar, YouTube/Nvidia)

Keine Frage: Künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle, da ist es wichtig, zu wissen, was sich in diesem Bereich alles tut. Und da Grafikkarten nun mal das Zugpferd der KI-Industrie sind, ist nur allzu verständlich, dass die großen GPU-Fabrikanten Nvidia und AMD ihren Fokus auf die Technologie legen.

Entsprechend fielen auch die Keynotes zur Computex aus. Groß und breit wurde dargelegt, was die eigenen Rechenmaschinen doch alles zu leisten vermögen, wie viel schneller KI-Funktionen damit ausgeführt werden können.

Es geht natürlich auch ums ganz große Geld. Der Fall Nvidia verdeutlicht das: Das Unternehmen von CEO und Gründer Jensen Huang ist längst in die Top 3 der wertvollsten Firmen der Welt vorgestoßen und schickt sich an, demnächst den Thron zu besteigen.

Kein Wunder: Die Welt giert geradezu nach Grafikkarten. Und die Geräte von Nvidia sind derzeit mit Abstand am stärksten.

Natürlich sind das keine normalen Grafikkarten, wie sie in Gaming-PCs stecken. Die Basis, also die Architektur dahinter, ist zwar oftmals dieselbe, aber sie bieten mehr und schnelleren Speicher und verzichten auf die für Spiele wichtigen Schnittstellen wie DirectX, OpenGL oder Vulkan.

Gleichzeitig lassen sich die KI-Beschleuniger für sehr viel mehr Geld verkaufen als gewöhnliche Spielegrafikkarten.

Wo ein Topmodell aus der Gaming-Reihe von Nvidia an die 2.000 Euro kostet, werden für seine auf KI getrimmten Geschwister schnell mehrere zehntausend Euro fällig. Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben in der Regel mehr Geld als Ottonormalverbraucher. Entsprechend größer fallen auch die Gewinnmargen aus.

Und nicht zu vergessen, dass die Upgrade-Zyklen recht kurz sind. Wer in Sachen KI in der Spitze mitspielen will, ist auf die neueste Technik angewiesen und muss schnell aufrüsten – ein Markt, der sich selbst erhält und immer größer wird.

Während bei Spielern der Trend eher in die entgegengesetzte Richtung geht: Grafikkarten werden mit Blick auf ihre Leistungsfähigkeit immer langlebiger. Auch dank KI-Technologien wie DLSS.

Wer kann es Nvidia und Co. da schon verdenken, auf KI-Grafikkarten umzusatteln.

Alexander Köpf
Alexander Köpf

Alex schreibt seit 2019 für GameStar, zuvor stand er im Dienste kleinerer Magazine. Sein Interesse für Computer-Hardware und Technik reicht aber bis weit in seine Kindheit und damit in die frühen 1980er-Jahre zurück. Seinen ersten eigenen PC (einen 286er mit satten 10 MHz) bekam Alex im Alter von zwölf Jahren, damals noch mit Windows 3.1, dem Norton Commander und natürlich The Secret of Monkey Island. Seither hat er kein Windows ausgelassen, so schmerzhaft manche Erfahrungen auch waren. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb beschäftigt er sich auch heute noch nur allzu gerne mit Betriebssystemen und deren Optimierung. Sein Interesse für Hardware geht praktisch Hand in Hand damit einher. Abseits davon fasziniert ihn alles Naturwissenschaftliche, allen voran jedoch die Physik.

Ich habe auf den Keynotes mehr als genug zu Künstlicher Intelligenz gehört

Aber schön für uns Spieler und Journalisten ist diese Entwicklung nicht unbedingt. Zumindest kann ich mir etwas Schöneres vorstellen, als auf einer Keynote fast ausschließlich Erläuterungen zu den neuesten KI-Technologien zu hören, während ich eigentlich darauf warte, wann denn nun endlich neue Gaming-Grafikkarten erscheinen und wie viel besser sie sind als ihre Vorgänger.

Auch wenn manche Neuerung in Sachen KI uns Spielern zugutekommt, wie das folgende Beispiel zeigt:

Schließlich will ich aus ureigenem Interesse nicht, dass die Entwicklung in diesem Bereich ins Stocken gerät. Ich möchte immer bessere Grafik, mehr Spiele, die die Unreal Engine 5 voll ausschöpfen und aussehen wie Senua’s Saga: Hellblade 2.

Die Gerüchteküche kocht jedoch ein anderes Süppchen. AMD greift wohl zumindest in der kommenden Generation gar nicht mehr in der Spitze an. Und Nvidia verschiebt den Release neuer Modelle möglicherweise direkt ins nächste Jahr, anstatt den traditionellen Zweijahres-Rhythmus einzuhalten – Druck von AMD gibt es ja offenbar nicht.

Daher meine Bitte: AMD und Nvidia, vergesst uns Spieler (und Journalisten) nicht! Schenkt uns Keynotes, die unsere Augen zum Leuchten bringen, die uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen!

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