Ich wollte nie ein Handy: Warum ich heute genau deshalb gleich drei besitze

Ich war nie ein Handy-Fan, aber jetzt besitze ich gleich drei. Wie kam es dazu und wann kommt das Upgrade?

Ich habe und benutze drei Handys – nicht so ganz freiwillig. Ich habe und benutze drei Handys – nicht so ganz freiwillig.

Ich hatte noch nie viel für Mobiltelefone übrig. Immer erreichbar sein? Wozu? Ich mag Telefonieren ja nicht einmal. Und ich bin auch keine Jane Bond, das heißt, die Welt geht nicht unter, wenn man mich nicht an die Strippe bekommt.

Dennoch sitze ich nun hier und schaue auf drei Handys neben meiner Tastatur – ja, drei, die ich auch benutze – und frage mich, wie es nur so weit kommen konnte.

Falls ihr euch das gerade auch fragt und noch dazu, was mit mir nicht stimmt, nehme ich euch gerne mit auf meine Reise zu den drei Handys, die vor mir liegen und warum ich als Nicht-Fan von Handys, kaum eine andere Wahl hatte.

Ich fange mal weit vorn an, okay?

Damals als Teenie habe ich meiner Mutter nur zu gerne immer mal ihr Handy, ein Alcatel, abgequatscht, um es übers Wochenende für Notfälle mit zu Unternehmungen mit Freunden zu nehmen. Richtig, diese 8-förmigen waren das.

Ich fand es eine Weile lang schon lustig, Nachrichten hin und her zu texten und irgendwie hatte es da auch noch etwas Magisches. Wenn ich etwa meinem Schwarm etwas schreiben wollte, begrenzt auf 160 Zeichen, habe ich ganz genau überlegt, was ich wie am besten vermitteln kann.

Kichernd und aufgeregt saßen meine Kumpels und ich herum und haben über unsere schlichten Handys gewacht. Zumindest die, die eins hatten. Das war damals noch nicht selbstverständlich.

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Die meisten in meinem kleinen Freundeskreis, vorwiegend Nerds, die lieber gezockt und gelesen haben, als sich mit Mobiltelefonen zu beschäftigen, hatten kein eigenes. Auch hier mussten die Eltern- und Familiennotfallhandys herhalten.

Natürlich konnte das so nicht weitergehen, obwohl das wirklich nur eine sehr kurze, aber dennoch intensive Interessensphase war. Ich bekam mein eigenes Handy. Wenn ich mich richtig erinnere, war das dieses hellblaue Nokia. Ihr wisst schon … Ja? Ich nämlich nicht mehr. Es ist zu lange her und ich habe mich über Snake und Space Impact hinaus kaum für das Teil interessiert.

Mein erstes Handy

Der Schwarm vom Alcatel-Notfallhandy war zu dem Zeitpunkt auch schon wieder ad acta gelegt. Mein neuer Crush, eine Mitschülerin, war mit mir jeden Tag zusammen im Klassenraum und nach der Schule haben wir halt übers Festnetz telefoniert. Manchmal. Um Tipps zu Tomb Raider auszutauschen.

Jahre vergingen. Mobiltelefone spielten für mich weiterhin keine Rolle, bis das Online-Banking eine immer größere Bedeutung bekam. Von TAN-Listen zum Durchstreichen war nicht mehr viel übrig. Immer mehr Banken setzen auf Codes per SMS – auch meine.

Inzwischen studierte ich, an meinem Verhältnis zum Handy hatte sich zwar nichts geändert, aber mittlerweile besaß ich ein Klapphandy von Samsung. Keine Ahnung, was mit dem Nokia von davor passiert ist. Ich glaube, es war irgendwann kaputt.

Kollege Linh brachte mich letztes Jahr noch auf einen weiteren Verwendungszweck, falls das Klapphandy doch irgendwann einmal hinüber sein sollte. Kollege Linh brachte mich letztes Jahr noch auf einen weiteren Verwendungszweck, falls das Klapphandy doch irgendwann einmal hinüber sein sollte.

Dankenswerterweise waren auch die neuen präferierten Menschen in meinem Leben ähnlich handyfaul, obwohl ich auch einzelne kannte, die damals schon erste Smartphones besaßen. Diese Einzelpersonen sind mir damit oft auf die Nerven gegangen.

Zum einen bemängelten sie, dass man mir keine Fotos schicken kann und zum anderen machten sie selbst ständig welche. Egal, wo man war, sei es auf Partys oder in der Uni, nirgends war man davor sicher, ungefragt fotografiert zu werden. Damals war diese Möglichkeit, seinen Fotoapparat ständig bei sich zu haben und mitunter heimlich zu benutzen, noch ziemlich angesagt. Heute hat sich unser Verhältnis dazu zum Glück gewandelt.

Ich entwickelte jedenfalls eine regelrechte Aversion gegen Smartphones. Zu meiner Erleichterung teilte mein engerer Freundeskreis eine ähnliche Einstellung.

Mein Klapphandy verlor ich irgendwann auf dem Full Force- oder auf dem Hard Taste-Festival und kaufte mir nach dem Studium das Nachfolgemodell für rund 15 Euro. Das Samsung E1272 besitze und benutze ich auch heute noch. Und ich liebe es.

Der Akku hält … wochenlang. Es ist zuverlässig. Ich kann es in meinen Seesack oder sonst wohin pfeffern, ohne dass es Schaden nimmt. Ich finde es einfach fantastisch, denn es macht bedingungslos, wofür so ein Handy früher einmal da war.

Es kann nichts tun, außer SMS und Anrufe zu empfangen und auszusenden. Noch immer verwende ich es für einige 2-Faktor-Authentifizierungen. Manche Menschen aus meiner Vergangenheit haben zudem nur diese Nummer.

Warum ein Smartphone doch notwendig wurde

Vor einigen Jahren verliebte ich mich dann in jemanden, der weit weg von meinem damaligen Wohnort lebte. Wir konnten uns nur am Wochenende sehen und überbrückten die Zeit vor allem mit Discord. Telefonieren fanden wir beide nicht so super.

Nathanphone (Uncharted 4 Screenshot) Nelephone Nathanphone (Uncharted 4 Screenshot) Nelephone

Ich wollte lange Zeit kein Smartphone haben, als ich dann aber eines brauchte, musste es eins von Sony sein oder noch besser: das von Nathan Drake aus Uncharted 4.

Zum ersten Mal störte mich, dass ich kein Smartphone besaß. Ich wollte auch von unterwegs, während der langen Zugfahrten, über Discord schreiben und Fotos schicken und empfangen können. Doch ich war faul und hatte weder den Überblick noch die Geduld, mich in Smartphones einzulesen.

Also ließ ich mich von den zahlreichen Produktplatzierungen in Uncharted 4 inspirieren. Ich war ja schon immer ein Sony-Fan. Nathan benutzt im Spiel ein Xperia Z5, also habe ich mir einfach das gekauft.

Und das würde mir auch noch immer vollkommen ausreichen, zusammen mit meinem Klapphandy. Aber meine Bank hat im letzten Jahr beschlossen, dass die Sicherheits-App für Online-Transaktionen nicht mehr von dem darauf befindlichen Android 7.1.1 unterstützt wird.

Glücklicherweise wurde mir ein ebenfalls recht betagtes Google Nexus 5X kostenlos überlassen. Das ist zwar auch schon etwas älter, konnte über LineageOS aber immerhin noch auf Android 8.1 aktualisiert werden. Somit kann ich meine Banking-App zumindest wieder verwenden.

In dem Google Nexus 5X ist keine SIM-Karte. Ich benutze es ausschließlich per WLAN für mein Online-Banking, sonst nichts. Ich würde mich damit abfinden, denn mein System funktioniert für mich. Aber Ende dieses Jahres werde ich erneut eine Entscheidung treffen müssen, denn dann läuft auch die Unterstützung der Bank-App für dieses Betriebssystem aus.

Mir graust schon davor und ich habe keine Lust, mich mit experimentellen Custom-ROMs auseinanderzusetzen, für die die veraltete Hardware inzwischen dann auch zu langsam ist.

Warum so kompliziert?

Mit Leichtigkeit könnte ich über die Firma ein neues Smartphone gestellt bekommen. Eines, das alle drei Handys ersetzt. Aber etwas in mir sträubt sich noch immer vehement. Ich bin weiterhin kein Handy- oder gar Smartphone-Mensch. Ich will kein Upgrade. Aber ich werde praktisch dazu gezwungen.

Mir ist bewusst, dass ich ein Extremfall bin. Als ich während eines Meetings dem Tech-Team von dieser Kolumne erzählt habe, sagte Fernando, einer unserer Smartphone-Experten, bestürzt: Sorry, ich habe mich gerade verschluckt!

Ich interessiere mich null für Handys und benutze sie auch nur äußerst sparsam. Social Media, Apps und sonst was habe ich früher nicht gebraucht und ich brauche es auch jetzt nicht. Ich muss auch nicht alle paar Minuten checken, ob ich irgendwo Nachrichten bekommen habe, und Spielen mache ich am PC, der PS5 oder der Switch.

Samsung E1272, Sony Xperia Z5 und Google Nexus 5X. Samsung E1272, Sony Xperia Z5 und Google Nexus 5X.

Das Einzige, was mein Sony Xperia Z5 im Internet macht, ist über Discord texten und manchmal Fotos schicken. Wenn ich Bilder damit mache, lade ich sie nicht in irgendeine Cloud hoch. Sie bleiben auf dem Gerät. Bevor ich sie losschicke, benutze ich eine der wenigen Apps auf dem Handy: Send Reduced Lite. Damit werden die Bilder automatisch verkleinert und Metadaten entfernt.

Ich könnte noch weiter ausführen, was ich anders mache als die meisten und warum ich kein neues Smartphone möchte. Heruntergebrochen auf den wichtigsten Punkt: Ich brauche es nicht und will mich auch nicht damit auseinandersetzen müssen.

Leider wird sich das aber höchstwahrscheinlich nach und nach ändern. Immer mehr Dinge im Leben setzen die Nutzung eines aktuellen Smartphones voraus. Online-Banking ist da nur eines von vielen.

Der liebe Linh hat bereits angeboten, mich persönlich zu beraten, und ich bin mir sicher, dass auch unsere anderen beiden Smartphone-Experten Fernando und Marinus mich ebenfalls bei der Suche nach einem passenden Modell unterstützen würden. Aber … ich mag einfach nicht, obwohl der Zugriff über die Firma problemlos möglich wäre.

Mein Fazit: Es ist 2025 nahezu unmöglich geworden, noch aufs Smartphone zu verzichten, und wer bereits eines besitzt, wird immer wieder dazu gezwungen, zu upgraden. Auch ich werde mir spätestens Ende des Jahres Gedanken machen müssen.

Jetzt seid ihr gefragt: Gibt es alte Technik, die ihr noch immer gerne benutzt, obwohl andere kein Verständnis dafür haben oder es für euch selbst vielleicht sogar kompliziert und unbequem ist?

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