Die meisten von uns dürften Werbepausen als ziemlich nervig empfinden. Wenn im Fernsehen ein Werbeblock losgeht, schalten viele Leute automatisch weg. Das mehrere Streamingdienste mittlerweile nicht überspringbare Werbeblöcke in ihre Abomodelle integriert haben, sorgt auch bei den Serienfans in der GameStar-Redaktion immer wieder für Frust.
Und weil wir alle Werbung so sehr lieben, hat sich Microsoft wohl gedacht: Das klappt sicher auch im Gaming. Wie unter anderem Dexerto berichtet, hat der Tech-Konzern Anfang September beim US-Patentamt einen Antrag mit dem wunderbar sprechenden Titel Contextually Aware Management of Interactive Software Application Access
eingereicht; auf Deutsch etwa: Kontextbezogene Kontrolle des Zuganges zu interaktiven Softwareanwendungen.
Der Antrag beschreibt ein System, das euer Gameplay an geeigneten Stellen durch Werbeeinblendungen unterbricht. Um euch dabei nicht völlig aus der Immersion zu reißen, setzt Microsoft auf ein sogenanntes »Credit«-Modell.
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So funktioniert das Werbe-Konto
Zum Start einer Spielesession erhaltet ihr einen Credit, der euch eine bestimmte Menge an ungestörter Spielzeit gewährt. Das können beispielsweise 15, 30 oder 60 Minuten sein. Alternativ orientiert sich dieses Guthaben an eurem Spielfortschritt, etwa dem Abschluss eines Levels oder dem Besiegen eines speziellen NPCs.
Nähert sich dieser Credit seinem Ende, wird das Werbesystem ausgelöst. Es unterbricht euch aber nicht mitten in einem Kampf. Stattdessen analysiert die im Patentantrag beschrieben Software das Spielgeschehen und wartet auf eine natürliche Pause. Solche Momente sind laut dem Patent zum Beispiel ein Ladebildschirm, das Ende einer Zwischensequenz, der Abschluss einer Quest oder der Moment direkt nach einem Bosskampf.
Sobald dieser Punkt erreicht ist, friert das Spiel eure Steuerung ein und spielt einen Werbeclip ab. Ein Countdown warnt euch auf Wunsch vorher, sodass ihr die Werbepause sogar vorziehen könnt. Habt ihr euch den Clip angesehen, füllt sich euer Credit-Konto wieder auf und ihr dürft weiterspielen.
Die Technologie soll plattformübergreifend auf PC, Konsolen, Smartphones und Smart-TVs funktionieren und eignet sich für lokal installierte Spiele ebenso wie für Cloud-Gaming. Bislang lässt Microsoft allerdings völlig offen, für welche Art von Spielen diese Technik überhaupt gedacht ist. Denkbar wäre ein Einsatz bei Free2Play-Titeln oder besonders günstigen Spielen. Ob der Konzern Werbeblöcke in teuren Vollpreistiteln riskiert, bleibt fraglich.
Auch dass das System überhaupt jemals zur Anwendung kommt, ist mit dem Patentantrag noch nicht zwangsläufig gesagt. Sich Ideen zu patentieren, gehört im Tech-Business zum täglich Brot – denkbar wäre natürlich auch, dass Microsoft die Werbung mit irgendeiner günstigeren Game-Pass-Variante verknüpfen will, wie es eben die Streaminganbieter vorleben. Eine Werbepause nach jedem Banditenlager im neuen Elder Scrolls-Teil klingt allerdings wahrlich wenig verlockend.
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