Eine Coca-Cola-Dose hier, ein schicker Audi da und am Handgelenk noch eine protzige Breitling-Uhr. Produktplatzierungen wie diese sind in Kinofilmen bereits gang und gäbe. Die entsprechenden Firmen zahlen den Filmstudios eine schöne Stange Geld, um ihre Marken prominent auf die Kino-Leinwand zu bringen.
Für die Filmemacher sind solche Deals willkommene Möglichkeiten, die teuren Produktionskosten zu drücken. In der Spielebranche sind solche Produktplatzierungen zwar ebenfalls schon lange bekannt, gleichwohl aber weit weniger verbreitet. Da aber auch in der Gaming-Branche die Produktionskosten in den letzten Jahren in die Höhe schnellen, könnten Produktplatzierungen auch Entwicklerstudios helfen, finanzielle Engpässe zu überwinden - findet jedenfalls der ehemalige Bioware-Chef Mark Darrah.
Denn nur über reine Verkäufe finanziert man laut des Entwicklers heute kein Spiel mehr. Große Studios setzen daher vermehrt auf Live-Service-Elemente, um sicherzustellen, dass Spieler weiter am Spiel dranbleiben und mehr Geld im Spiel investieren.
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War's das jetzt mit BioWare?
Darrah, der fast zwanzig Jahre lang die Dragon-Age-Reihe als Executive Producer prägte, sprach kürzlich auf seinem YouTube-Kanal über das Thema Produktplatzierungen und was die Spiele- von der Filmbranche lernen könnte. Weil Triple-A-Spiele heute hunderte Millionen Dollar verschlingen, stopfen Publisher sie gezwungenermaßen voller Mikrotransaktionen.
Darrah prophezeit: »Wir riskieren, in einer Welt zu leben, in der es bald keine AAA-Spiele mehr gibt, die keine Live-Service-Titel sind.« Das sei eine Welt, in der niemand von uns leben wolle. Auch Abo-Dienste wie der Xbox Game Pass oder PlayStation Plus hätten die Branche bislang nicht retten können. Viele Spiele werfen dort laut Darrah kaum Geld ab.
Schlimmer noch: Solche Modelle fördern »degeneratives Design«, nur um Spielerzahlen künstlich in die Höhe zu treiben.
Als Lösung bringt Darrah Werbung per Produktplatzierung ins Spiel. In seinem Video nennt der Entwickler etwa den Live-Action-Film der Schlümpfe als Vorbild. »Soweit ich weiß, hat sich der Schlümpfe-Film komplett durch Produktplatzierungen bezahlt«, erklärt der Ex-BioWare-Chef. Die Macher drehten den Streifen durch den Verkauf von Werbeflächen praktisch für null Dollar.
Videospiele nutzen dieses Werkzeug nach Ansicht Darrahs aktuell noch viel zu selten. »Vielleicht könnte das ein größerer Teil der Entwicklung sein«, überlegt der ehemalige BioWare-Boss. »Vielleicht lassen sich da Beziehungen aufbauen.«
Natürlich trinkt ein Zwerg in Dragon Age kein Bitburger Bier und zieht auch Gucci-Klamotten an. I passenden Settings bietet Ingame-Werbung laut Darrah aber eine enorme Chance, teure Singleplayer-Blockbuster ohne lästige Echtgeld-Shops zu finanzieren.
Was denkt ihr über Produktplatzierungen in Spielen? Stören euch Cola-Dosen und Autos oder retten sie unser liebstes Hobby womöglich vor dem Live-Service-Zwang? Schreibt es uns in die Kommentare - oder stimmt bei unserer oben eingebundenen Umfrage ab!
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