Mikrotransaktionen - Finanzanalyst erwartet Rückgang im Jahr 2018

Die letztjährigen Kontroversen um Mikrotransaktionen und Lootboxen werden laut einem Finanzanalysten Auswirkungen auf die Geschäftspolitik der Publisher haben. Außerdem sollen die Entwicklungskosten aktueller Spiele weiter ansteigen.

von Martin Dietrich,
29.01.2018 13:15 Uhr

Mikrotransaktionen wie hier in Assassin's Creed: Origins sollen laut einem Finanzanalysten 2018 zurückgehen. Mikrotransaktionen wie hier in Assassin's Creed: Origins sollen laut einem Finanzanalysten 2018 zurückgehen.

Geht es nach Finanzexperte Doug Creutz, werden die Bestrebungen der Publisher, Mikrotransaktionen in ihre Produkte zu packen, zurückgehen. Der Analyst der Wall-Street-Investment-Firma Cowen geht laut einem CNBC-Bericht davon aus, dass der Spieleraufschrei bei Titeln wie Star Wars: Battlefront 2 und Destiny 2 dazu führte, dass Publisher in Zukunft vorsichtiger agieren werden.

Battlefront 2 habe durch die Lootbox-Kontroverse drei bis vier Millionen weniger Einheiten verkaufen können, sagt Creutz. Bungies MMO-Shooter habe wiederum seine Spielerbasis enttäuscht und so langfristige Einnahmen verringert. Schuld daran sollen aber im Falle von Destiny 2 nicht nur die Mikrotransaktionen haben, sondern auch andere Probleme im Gamedesign.

Kolumne zu Destiny 2: Reißt euch zusammen, Bungie!

Boykott-Aufrufe nicht ignorieren

Für 2018 erwartet er einen Rückzug von der Geschäftspraktik, Mikrotransaktionen aggressiv zu fördern und ihr Wachstum sowie ihre Akzeptanz in dieser Form weiterzuführen. Er warnt außerdem Investoren davor, negative Stimmungen auf die leichte Schulter zu nehmen:

"Es ist nicht nur, dass Spieler wütend sind und sich beschweren; es gab eindeutig Konsequenzen in der Verkaufs-Performance der beteiligten Spiele. Und in einer Branche, in der jedes Unternehmen auf eine relativ kleine Anzahl von Franchises angewiesen ist, ist dies von Bedeutung. "

»Mikrotransaktionen finden wir kacke.« - Video: Die Spellforce-3-Entwickler beantworten Community-Fragen Sponsored 14:59 »Mikrotransaktionen finden wir kacke.« - Video: Die Spellforce-3-Entwickler beantworten Community-Fragen

Entwicklungskosten sollen weiter ansteigen

In Zukunft sieht Creutz darüber hinaus große Herausforderungen in der Finanzierung von Videospielen. So sind Entwicklungskosten in den letzten Jahren rasant angestiegen und nach seinen Prognosen werden sie dies weiter tun. Eine verärgerte Kundschaft kann sich deswegen durchaus auf die Geschäftszahlen auswirken.

Gerüchten zufolge soll im März 2018 zumindest Battelfront 2 seine Mikrotransaktionen in veränderter Form wiederbekommen. Nach Boykott-Aufrufen und vielen negativen Schlagzeilen zogen EA und Dice zum Release die Reißleine und entfernten die Möglichkeit, sich die Lootboxen per Echtgeld zu kaufen. Damals kündigten die Entwickler an, den Echtgeld-Shop zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu integrieren.

Star Wars: Battelfront 2 - Video: Der aktuelle Zustand des Spiels

Battlefield 2018 - Video: Mikrotransaktionen statt BF Premium für Battlefield 5 15:16 Battlefield 2018 - Video: Mikrotransaktionen statt BF Premium für Battlefield 5


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