"Let's fix PC Gaming!": Riesiges Community-Projekt listet Mikrotransaktionen aller Spiele auf

Bei modernen Monetarisierungstaktiken von Videospielen durchzusehen, ist nicht einfach. Eine Community-Datenbank will dabei helfen.

von Mathias Dietrich,
20.04.2020 08:45 Uhr

Mit dem Kauf eines Spiels enden die Ausgaben heutzutage häufig nicht mehr. Mit dem Kauf eines Spiels enden die Ausgaben heutzutage häufig nicht mehr.

Da Mikrotransaktionen heutzutage immer undurchsichtiger werden, hat die PCGaming-Wiki - ein riesiges Projekt, das sich an die Bedürfnisse von PC-Spielern richtet - ein großes Unterfangen angekündigt: Sie wollen ihre Datenbank um detaillierte Informationen zur Monetarisierung sämtlicher PC-Spiele erweitern.

Auf der Unterseite zu den einzelnen Spielen werdet ihr in Zukunft eine neue Sektion namens »Taxonomy« vorfinden, die euch die Mikrotransaktionen neutral und umfangreich erklären soll.

Wie stark ist ein Spiel monetarisiert?

Die Wiki wird so jeweils sieben Kategorien zur Beschreibung der Monetarisierung einführen und weitere sieben, die die Art der Mikrotransaktionen erklären. Da das Projekt komplett auf Englisch gehalten ist, erklären wir euch an dieser Stelle die Begriffe, wie ihr sie auf der Seite antreffen werdet, und was sie bedeuten.

Monetarisierung

  • Ad-Supported: Spiele die durch Werbung finanziert werden, welche keinen natürlichen Teil des Spiels darstellt.
  • DLC: Diese Titel besitzen kleinere bezahlte Zusatzinhalte wie Pferderüstungen oder neue Charaktere.
  • Expansion Pack: Umfangreiche Addons, die die Spielzeit substantiell erhöhen. Ein Beispiel ist die Erweiterung Blood and Wine für The Witcher 3: Wild Hunt.
  • Freeware: Spiele die ihr komplett kostenlos herunterladen und in vollem Umfang ohne Mikrotransaktionen nutzen könnt.
  • Free-to-Play: Titel, die euch kostenlosen Zugriff auf einen großen Teil ihrer Inhalte bieten, jedoch auch Abo-Mechaniken oder Mikrotransaktionen beinhalten.
  • Player Trading: All jene Spiele, in denen ihr Währung oder Gegenstände mit anderen Spielern handeln könnt.
  • Subscription: Diese Titel benötigen ein Abo um gespielt zu werden, oder bieten zahlenden Nutzern zusätzliche Features. Dazu zählen unter anderem Titel wie World of Warcraft oder Fallout 76.

Mikrotransaktionen

  • Loot Box: Ihr könnt Lootboxen kaufen, aus denen ihr zufällig ausgewählte Items verschiedener Seltenheitsstufen erhaltet.
  • Cosmetic: Der Kauf von Skins oder dekorativen Items, die sich nicht maßgeblich auf das Gameplay auswirken, ist möglich.
  • Unlock: Mit dem Einsatz von Echtgeld schaltet ihr verschiedene Inhalte frei, die sich auf das Gameplay auswirken. Dazu zählen Dinge wie Charaktere, Maps, Level, Waffen und so weiter.
  • Boost: Im Austausch für Echtgeld könnt ihr euren Spielfortschritt beschleunigen, indem ihr zum Beispiel schneller levelt oder eine höhere Chance auf seltene Items erhaltet.
  • Currency: Es gibt eine für echtes Geld erwerbliche Ingame-Währung.
  • Infinite cap: Das Spiel besitzt Mikrotransaktionen, die nicht limitiert sind und sich unendlich oft kaufen lassen.
  • Pay-to-Skip: Ihr könnt Belohnungen zwar erspielen, gleichzeitig gibt es jedoch die Möglichkeit das Gameplay mit einer Zahlung zu überspringen.

Neben dieser allgemeinen Auflistung erhält jeder Titel zudem eine neue Textbox, die die Mikrotransaktionen des jeweiligen Spiels im Detail erklärt und auch möglicherweise problematische Monetarisierungstaktiken hervorhebt.

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Das Projekt sucht Unterstützung

Da das Unterfangen, die Mikrotransaktionen sämtlicher PC-Spiele aufzulisten, äußerst umfangreich ist, bittet Projektgründer Andrew Tsai um eure Mithilfe. Man suche vor allem neue Redakteure, die die Unterseiten zu den Spielen um neue Informationen erweitern.

Gleichzeitig ist auch Feedback zum Layout, den Kategorien, deren Benennung und Definition gewünscht. Vorschläge nimmt das Projekt auf dem offiziellen Discord-Kanal im Chatraum »#projects« entgegen.

Bei der GameStar haben wir uns bereits 2018 auf diese Entwicklung in der Videospielindustrie eingestellt und änderten deswegen unser Wertungssystem. Seitdem werten wir Spiele ab, wenn sie Mikrotransaktionen besitzen, die sich negativ auf den Spielspaß auswirken.

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