Auf dem Papier klingt es nach einem gewaltigen Erfolg für Embark Studios: Über eine Million Spieler haben in Arc Raiders freiwillig den Reset-Knopf gedrückt. Damit haben sie ihre hart erarbeitete Ausrüstung, ihren Fortschritt und ihre Reichtümer geopfert, um im Rahmen des »Expedition«-Systems von vorn zu beginnen.
Doch hinter dieser beeindruckenden Zahl verbirgt sich ein Design-Problem, das die Entwickler nun offen ansprechen und korrigieren wollen.
Die falsche Art von Angst
Anders als in klassischen Extraction-Shootern wie Escape from Tarkov, wo sogenannte »Wipes« meist zwangsweise erfolgen, geht Arc Raiders einen anderen Weg. Wer die »Expedition« wagt, erhält im Tausch gegen seinen gesamten Besitz dauerhafte Belohnungen: mehr Lagerplatz, kosmetische Items, XP-Buffs und – als begehrtesten Preis – zusätzliche Skill-Punkte für den nächsten Durchlauf.
Doch genau bei diesen Skill-Punkten hakte es im ersten Zyklus gewaltig. Um die maximale Belohnung einzustreichen, mussten Spieler nicht einfach nur resetten, sondern einen Lagerwert von fünf Millionen Credits vorweisen.
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In einem aktuellen Interview mit PCGamesN räumte Design Director Virgil Watkins ein, dass dieses Ziel zu einem Spielverhalten führte, das so nicht beabsichtigt war. Anstatt die beste Ausrüstung zu nutzen, um spektakuläre Kämpfe zu bestreiten, verfielen viele Spieler in extreme Sparsamkeit. Die Angst, den Lagerwert unter die magische Fünf-Millionen-Marke zu drücken, sorgte dafür, dass die besten Waffen und Gadgets im Schrank verstaubten.
»Wir erkennen voll und ganz an, dass es nicht besonders fesselnd ist, nur auf Geld aus zu sein«, erklärte Watkins. Das System habe dazu geführt, dass Spieler ihre Ausrüstung genau dann nicht nutzen, wenn es eigentlich am meisten Spaß machen sollte – nämlich am Ende eines Zyklus.
Die Daten untermauern dieses Problem: Von den einer Million Spielern, die den Reset wagten, erreichten nur etwa 35 bis 40 Prozent das volle Ziel von fünf Millionen Credits. Für den Rest fühlte sich der Grind am Ende oft mehr nach Arbeit an als ein spannendes Finale.
Besserung in Sicht
Embark Studios hat verstanden, dass ein System, das Passivität belohnt, in einem Action-Spiel nichts zu suchen hat. Zwar läuft der aktuelle, zweite Zyklus noch unter ähnlichen Bedingungen, doch für die Zukunft sind Änderungen fest eingeplant. Der nächste Reset steht in rund sechs Wochen an (Mitte bis Ende Februar 2026), und die Entwickler arbeiten bereits an Anpassungen.
Ziel ist es, weg vom reinen »Horten von Reichtümern« zu kommen und mehr Abwechslung in die Anforderungen für den Reset zu bringen. Das System soll dann auch jene Spieler belohnen, die nicht jede Sekunde ihrer Spielzeit auf maximale Effizienz optimieren.
Dank extrem detaillierter Telemetrie-Daten – laut Watkins weiß das Team bis ins kleinste Detail, welche Items gespendet wurden – will Embark die Balance zwischen Risiko, Belohnung und vor allem Spielspaß neu justieren.
Die eine Million freiwilligen Resets beweisen bereits, dass die Community gewillt ist, sich auf das Experiment einzulassen. Nun liegt es an Embark, dieses Vertrauen zu nutzen und sicherzustellen, dass sich der nächste Neuanfang mehr wie ein echtes Abenteuer statt endlosem Grind anfühlt.
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