Wenn ich die Demo von Morbid Metal mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es Flow
. Virtuelle Kämpfe sind eine Kunst für sich, blocken, parieren, ausweichen, schlagen, stoßen. Je nach Waffe oder Spielerkönnen verkommt der stählerne Tanz schnell zum unbeholfenen Spießrutenlauf. Ich verliere die Balance, torkle, hämmere irgendwann nur noch einzelne Buttons.
Nicht so in Morbid Metal. Schon im Tutorial greifen meine Bewegungen unglaublich geschmeidig und natürlich ineinander, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Ich gleite über Abgründe, ziehe mich an Greifpunkten hoch und wirble durch Gegner. Ein Aufleuchten in mechanischen Augen suggeriert wie üblich das perfekte Ausweichfenster. Ich drücke einen passenden Knopf und vollführe fast wie von selbst einen beeindruckenden Finisher.
Die kostenlose Demo zum Actionspiel dauert etwa 20 bis 50 Minuten - je nachdem, wie gut ihr euch anstellt. Denn obwohl die eleganten Kämpfe so choreografiert klingen, als würden sie sich fast von alleine spielen, erwartet Morbid Metal Präzision und Mitdenken von mir.
Kämpfen bis die Simulation bricht
Müsste ich einen Vergleich ziehen, wären wir wahrscheinlich irgendwo zwischen Devil May Cry, Nier: Automata und Sekiro. Thematisch und spielerisch. Eine richtige Story lässt sich nach dem Anspielen noch nicht erahnen, allerdings verspricht die Steamseite eine tiefschürfende Lore. Und ein wenig blitzt das schon jetzt zwischen den stylischen Kombos durch, wenn eine KI-Stimme höhnisch kommentiert, dass ich meinesgleichen auslösche, um mich in der Simulation zu behaupten.
Ich bin austauschbar, ein Spielzeug - aber bleibe ich es auch? Morbid Metal setzt auf den klassischen Zyklus, den man von Roguelites kennt. Ich starte nach dem Tod immer wieder von vorne und erschlage emsig Gruppen von roboterhaften Gegnern, die mich anschließend zwischen drei zufälligen Upgrades wählen lassen.
Ein bestimmter Angriff wird dann zum Beispiel deutlich verstärkt oder ich regeneriere auf einmal Gesundheit durch perfektes Ausweichen. Das macht mich stärker und sorgt für Abwechslung, weil ich meinen Kampfstil daran angleiche.
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Morbid Metal: Neuer Trailer zum stylishen Hack’n’Slash-Roguelite mit coolem Gameplay-Twist
Sinkt meine Gesundheit auf null, beginnt die Reise von vorne. Was bleibt sind permanente Upgrades und die freigeschalteten Charaktere, die mir dann in jedem Run zur Verfügung stehen.
Vier Helden in einem
Die Helden von Morbid Metal wähle ich aber nicht vor dem Durchgang aus. Ich darf sie direkt im Kampf wechseln. Das erweitert meine Kampfstrategie noch zusätzlich: Während Flux wie ein Samurai über das Schlachtfeld tanzt und sich mit schnellen Schnitten sogar durch die Luft schnetzelt, haut Ekku Feinde mit wuchtigen Flächenangriffen aus den Latschen.
Gegner greifen mich auf ganz unterschiedliche Arten an und sind oft sehr zahlreich. Deshalb fühlen sich die Kämpfe am besten an, wenn ich regelmäßig wechsle und versuche, sie gezielt mit den Stärken meiner Helden zu kontern. Alles läuft so schnell ab, dass mir keine Zeit zum Zögern bleibt, ich stürze mich einfach mitten ins Getümmel.
Insgesamt sollen es vier spielbare Helden werden, die ihr dann alle fließend während eures Runs austauscht. Jeder von ihnen bringt drei Spezialangriffe, sowie einen aufladbaren Superangriff mit.
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Morbid Metal - Im Gameplay-Trailer zeigt das Hack & Slash nicht nur seine Grafikpracht
Zwischen Sekiro und Cyberpunk
Ich durchstreife beim Spielen der Demo das erste, sehr lineare Level, das sich grafisch aber sehen lassen kann. Es erinnert mit seinen steilen Berghängen und Shinto-Torbögen auch optisch stark an Sekiro. Immer wieder brechen aber futuristische Details mit der malerischen japanisch angehauchten Landschaft, die keinen Zweifel daran lassen, dass ich mich in einer von Maschinen dominierten Welt befinde.
Die Gebiete sind teilweise generiert, teilweise von Hand gebaut und sollen mit ganz unterschiedlichen Biomen aufwarten, etwa einst menschlichen Ruinen oder einer lebensfeindliche Wüste. Jedes Level bringt neue Gegner, Bosse und Verbesserungen, die mich langfristig stärken.
Geboren als kleines Herzensprojekt
Das alles wirkt auf mich durchdacht und poliert, mit einem klaren Fokus auf eine Kernidee: Ein Roguelite mit stylischen Kämpfen, in dem ich meinen Helden direkt im Gefecht austausche. Schnörkellos und auf den Punkt. Umso überraschter bin ich, als ich herausfinde, dass das Spiel ursprünglich nur von einem einzigen Entwickler stammt.
Felix Schade scharrt inzwischen ein kleines Team bei Screen Juice um sich und hat mit Ubisoft einen namhaften Publisher an seiner Seite. Ganz auf sich allein gestellt ist er also nicht mehr. Trotzdem war Morbid Metal ursprünglich ein Herzensprojekt, an dem er alleine getüftelt hat. Den Fortschritt teilt er seitdem unermüdlich auf X. Dieser Post zeigt zum Beispiel anschaulich, wie weit das Spiel seit 2019 gekommen ist:
Link zum Twitter-Inhalt
Seid ihr neugierig geworden, könnt ihr die Demo auf Steam auch selbst ausprobieren. Oder ihr geduldet euch noch ein wenig, denn Morbid Metal soll im Herbst 2025 offiziell in den Early Access starten.
Aktuell läuft auf Steam übrigens ein Sale rund um Spiele aus Deutschland. Wollt ihr grundsätzlich mal schauen, welche Spiele aus eurer Heimat (vielleicht sogar mit tollen Rabatten) unter dem Radar fliegen, werdet ihr bei Games Forged in Germany
fündig.
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