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Mr. Prepper ist ein Bunker-Aufbauspiel und geht nach dem Ende der Welt erst richtig los

Im Indie-Game Mr. Prepper baut ihr heimlich einen Bunker, schmiedet Fluchtpläne, kümmert euch um eure Grundversorgung und haltet alles vor der Regierung geheim.

von Sascha Penzhorn,
19.03.2021 19:00 Uhr

Wir schaffen die Ölfässer, unsere Werkbank und detaillierte Fluchtpläne in den Kellerbunker, dann verstecken wir die Einstiegsluke unter einem Wohnzimmerteppich. Die Routineinspektion durch den Regierungsagenten kann kommen! Und der ist erst mal zufrieden. Von der Tatsache, dass wir heimlich unterm Haus Gemüse anbauen, bekommt er ebenso wenig mit wie vom Bau unseres Raketensilos.

Ein Patzer ist uns aber doch unterlaufen: Beim Blick in die Küche entdeckt er, dass wir tonnenweise Tomatensuppe horten. Das macht ihn misstrauisch, was er nach der Hausdurchsuchung auch prompt kritisiert. So ist das in der Welt von Mr. Prepper: Haben wir auffällig viel von etwas (etwa Tomatensuppe), machen wir uns sofort verdächtig.

Verarbeiten wir sämtliche Teller, Lampen oder Sitzmöbel zum Crafting in ihre Einzelteile, gibt das ebenfalls Ärger. Wenn wir uns richtig blöd anstellen, werden wir schlimmstenfalls verhaftet. Und das wollen wir nicht - schließlich träumen wir davon, im Keller heimlich unsere Rakete zu bauen und schleunigst abzuhauen, bevor im fiktiven Städtchen Murricaville alles vor die Hunde geht!

Viele Probleme, viele Lösungen

In unserem versteckten Bunker bauen wir Lebensmittel an und sammeln Wasser für schlechte Zeiten, wir können auch einen Generator bauen, um gegen Stromausfälle gewappnet zu sein, während wir natürlich auch immer brav an unserem Raketensilo werkeln. Zum Bauen und Verbessern des Bunkers und der dort versteckten Gerätschaften benötigen wir Rohstoffe wie Glas, Metall oder Holz.

Benötigt ihr eine Lampe für einen eurer unterirdischen Räume? Zerlegt doch einfach ein Getränkeglas aus eurer Küche und schmiedet es in eine Lampe um - ja, einige Fertigungsrezepte sind nicht fürchterlich komplex oder realistisch. Dafür sind sie intuitiv und leicht erlernbar. Doch Vorsicht: Verarbeitet ihr sämtliche Gläser, Teller und Tassen im Haus oder schrottet zwecks Metallgewinnung die Dunstabzugshaube, kann das Ärger bei der nächsten Inspektion geben!

Ein Agent der Regierung inspiziert regelmäßig unsere Behausung, um sicherzustellen, dass wir nicht heimlich irgendwelche unterirdischen Bunker anlegen. Ein Agent der Regierung inspiziert regelmäßig unsere Behausung, um sicherzustellen, dass wir nicht heimlich irgendwelche unterirdischen Bunker anlegen.

Darum ist es schlauer, Materialien auf anderem Weg zu beschaffen - beispielsweise im Handel mit euren Nachbarn. Alternativ erkundet ihr die Spielwelt und macht einen tiefen Wald und ein paar alte Minenschächte unsicher, fahrt später in einem Mini-Game auch mal mit dem Auto durch die Wüste und plündert ein paar alte Tankstellen oder ihr erledigt in Nebenmissionen kleinere Aufträge für NPCs und erhaltet dann Gegenstände von ihnen als Belohnung.

Zwar gibt es keine Dialogoptionen und die Aufträge fallen sehr generisch aus, aber immerhin haben wir immer genug zu tun. So prügeln wir beispielsweise mit dem Baseballschläger die Wölfe vor der Gartenhütte der örtlichen Kräutertante weg und erhalten dafür tonnenweise Gemüsesamen. Wer keinen Bock hat, Essen anzubauen, einzukaufen oder zu tauschen, kann im Wald auch Fallen und Köder auslegen. So gibt's recht mühelos ganz fix ein paar wilde Tiere, die zu Hause bequem in den Ofen passen. Schön, wenn man Alternativen hat! Leider setzt Mr. Prepper die im Prinzip spannende und unverbrauchte Spielidee nicht überall so geschickt um.

Survival Light

Mr. Prepper hat drei Leisten am oberen Bildschirmrand für Müdigkeit, Gesundheit und Vorbereitung. Den ersten Wert steigert ihr am einfachsten, indem ihr schlafen geht - logisch. Blöd nur, dass unser Held mit der Konstitution einer kettenrauchenden Eintagsfliege gestraft ist, sodass er nach ein paar Stunden Arbeit am Bunker oder Entdeckungsreisen durch die Spielwelt zu motzen anfängt und ein Nickerchen fordert. Zu Hause ist das halb so wild, da packen wir ihn einfach für ein paar Stunden auf die Couch. Sind wir gerade mitten in der Pampa, gibt's kein Nickerchen, was am Vorbereitungsbalken unseres Preppers zehrt. Mehr dazu gleich.

Wird es dunkel, will der Prepper in die Heia. Nur so können wir unser Spiel speichern. Wird es dunkel, will der Prepper in die Heia. Nur so können wir unser Spiel speichern.

Nebenher bekommt der Herr Prepper sehr regelmäßig Hunger, worauf seine Gesundheitsleiste sinkt. Landet die auf null, bekommen wir einen Hunger-Debuff und der Balken für Vorbereitung schrumpft schneller als sonst. Mehr passiert übrigens nicht - wir haben es ausprobiert und einfach mal eine Woche lang überhaupt nichts gegessen. Meister Prepper klagt dann zwar über Hunger, bis auf den Debuff passiert bei null Gesundheit aber exakt nichts.

Und dass man Essen in einem Spiel, zu dessen wichtigsten Elementen Survival gehört, theoretisch komplett ignorieren kann, ist eher suboptimal. Überhaupt ist das Spiel überraschend gnädig mit der Vernachlässigung von Bedürfnissen. Ignorieren wir Müdigkeit und Schlaf mal so lange, dass unsere Vorbereitung komplett auf null sinkt, werden wir für einige Stunden ohnmächtig und wachen dann gut ausgeruht wieder auf.

Okay, unsere maximale Vorbereitung schrumpft dann zur Strafe um 25 Prozent, was sich durch erneutes Schlafen aber beheben lässt. Nur, wenn wir vier Mal in Folge ohne zu pennen ohnmächtig werden, stirbt die Hauptfigur. Das zu bewerkstelligen, erfordert schon Absicht oder mindestens eine extrem dämliche Spielweise.

Die Rakete ist unsere Motivation – bald entsteht unter unserem Haus eine geheime Abschussbasis. Die Rakete ist unsere Motivation – bald entsteht unter unserem Haus eine geheime Abschussbasis.

Low Budget

Auch abseits der unglücklich balancierten Survival-Elemente hat Mr. Prepper seine Schwächen: Wenn wir im lachhaft schlechten Kampfsystem mit dem Baseballschläger Wölfe totklicken, werden diese pausenlos durch Bäume und Sträucher verdeckt oder verschwinden einfach am Bildschirmrand, wohin ihnen die Kamera partout nicht folgen will.

Einige Aufgaben werden mit der Zeit etwas monoton (»Sammle Anzahl X von Rohstoff Y«). Die Grafik ist minimalistisch, die Außenareale sind ganz nett, aber wirken steril - besonders im Wald sieht jede Ebene mehr oder weniger identisch aus. Das wenig subtile Murricaville ist dafür ganz schick präsentiert und hat ein paar spaßige Gags im Hintergrund, wie gelegentliche Ufos am Horizont.

Mr. Prepper: Im Trailer naht der Weltuntergang - doch wir sind vorbereitet 0:41 Mr. Prepper: Im Trailer naht der Weltuntergang - doch wir sind vorbereitet

Die Animationen sind jedoch schwach, und die ins Deutsche übersetzten Bildschirmtexte… sagen wir mal so: Wenn euch an Sätzen wie »Ich muss ein Ausweg finden!« nichts weiter störend auffällt, könnt ihr das Teil getrost auf Deutsch spielen, andernfalls solltet ihr euch auf viele kleine Rechtschreib- und Grammatikfehler einstellen. Das Spiel verwendet außerdem einen nervigen Film-Grain-Effekt, der sich nicht deaktivieren lässt.

Freies Speichern und Laden gibt's nicht, stattdessen speichert das Spiel immer automatisch, wenn ihr euren Prepper des Nachts zu Bett schickt. Um die Handlung voranzutreiben, arbeitet ihr eine Liste von Aufgaben ab: Legt fünf Beete an, geht Nachbar X zur Hand, repariert Gerät Y. Es ist natürlich nicht schlimm, wenn man so durchs Spiel geführt und immer ein Ziel vor Augen hat, macht die ganze Sache aber auch recht linear.

Viel Wiederspielwert gibt's so freilich nicht, dafür kommt ihr immer noch auf bis zu 30 Spielstunden, wenn ihr die Welt sehr gründlich unter die Lupe nehmt und all euren Nachbarn hilfreich unter die Arme greift. Man kann seine Zeit in diesem Preissegment denkbar schlimmer verbringen.

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