Der langlebige: FSX
Bevorzugter Simulator war viele Jahre lang der Flight Simulator X. Für das Produkt aus Redmond erschienen unzählige Addons – hunderte Flugzeuge und Flughäfen konnten kostenlos runtergeladen oder für mitunter recht viel Geld erworben werden. Zeitschriften wie PC Pilot (englischsprachig) oder das aus Deutschland stammende FS MAGAZIN widmen sich diesem Markt mit ausführlichen Reviews und sorgten mit Workshops und Tutorials für die Weiterbildung der Community.
Andere Simulatoren wie X-Plane (seit 1993) existierten zwar, aber ihre Nutzer waren Außenseiter. Der mitunter anstrengende Missionseifer mancher X-Plane-User ließ sie auf langjährige Microsoft-Fans wie fanatische Sektenanhänger wirken – ganz egal, ob X-Plane zumindest früher wirklich gewisse Vorteile hatte, oder außer auf PCs auch auf Macs und unter Linux läuft. X-Plane galt lange als schwer bedienbar, außerdem gab es wenig gute Addons. Klar war daher für die meisten: Flugsimulation ist Flight Simulator.
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X-Plane 12 - Test-Video zur besten Alternative zum Flight Simulator
Doch dann der Paukenschlag: 2009 gab Microsoft bekannt, das noch von FS-Erfinder Bruce Artwick gegründete Aces Game Studio aufzulösen – eines der Opfer einer Stellenstreichung, bei der insgesamt 5.000 Mitarbeiter des Konzerns ihre Jobs verloren. Damit sah sich die Szene drei Jahre nach dem FSX plötzlich der Erkenntnis ausgesetzt, dass es von Microsoft bis auf weiteres keinen neuen Flight Simulator mehr geben würde.
Erstmal konnte man zwar beim FSX bleiben, vor allem, weil er noch Jahre später durch Drittanbieter mit vielen Addons versorgt wurde. Aber während sich die Spieletechnik in anderen Bereichen rasant weiterentwickelte, blieb der FSX auf dem Stand von 2006. Der 2012 veröffentlichte Free-to-Play-Simulator Microsoft Flight war keine vollwertige Alternative und verschwand schnell wieder in der Versenkung.
Verlockend: Lockheed-Martin Prepar3D
Nachdem Microsoft seine treuen Simulatorfans so plötzlich im Stich gelassen hatte, kam Rettung von unerwarteter Seite. Der Rüstungshersteller Lockheed-Martin erwarb nach dem Ende des Aces-Studios alle Rechte an der FSX-basierten Enterprise Simulation Platform (ESP). Auf dieser Grundlage wurde 2010 Prepar3D herausgebracht – zumindest offiziell nur für professionelle Anwendungen und Bildungszwecke. Der bald folgende Wechsel auf die 64 Bit-Plattform löste Speicherprobleme, auch Grafik und Performance wurden verbessert.
Logisch, dass viele FSX-Nutzer zum Prepar3D wechselten – obwohl nicht für Freizeit gedacht, wirkte Prepar3D doch wie der neue Flight Simulator, auf den man so lange gewartet hatte. Und da Lockheed-Martin wohl nie nachprüfte, ob man wirklich berechtigt für die günstige Academic License war, wurde der Prepar3D zum neuen Standard. Die Community konnte ihre langjährigen Kenntnisse weiternutzen und weiterentwickeln. Seit Version 6.0 (2023) ist Prepar3D nun auch offiziell für Privatnutzer erhältlich – eine Rückkehr zu den Wurzeln.
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