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Seite 2: Netflix: 12 Film-Tipps der GameStar-Redaktion

I’m Thinking of Ending Things

Genre: Psychodrama | Netflix-Release: 28. August 2020 | Laufzeit: 134 Minuten | Regie: Charlie Kaufman | Darsteller: Jesse Plemons, Jessie Buckley, Toni Collette

Dimitry Halley: Surreale Filme haben eine richtig unangenehme Nebenwirkung: Sie ziehen Leute an, die gerne mit ihnen angeben. Dieses typische Oh, David Lynch, ja, Lost Highway habe ich natürlich direkt beim ersten Schauen komplett verstanden und mir ist völlig klar, wieso in ‘What Did Jack Do?’ ein kleiner Affe im Kreuzverhör landet. I’m Thinking of Ending Things ist auch so. Furchtbar schwierig zu durchschauen, extrem konfus, kryptisch, aber ich verspreche euch, dass ich nicht aus einer elitären Monokel-und-Schnauzbart-Haltung heraus sage: Dieser Film lohnt sich, gerade weil er so schwierig ist.

I’m Thinking of Ending Things ist wie ein Gedicht, das sich richtig, richtig schwieriger Themen annimmt, die mich ziemlich berührt haben. Es geht um die großen Träume, mit denen gerade wir Millenials aufwachsen. Träume von Ruhm, Reichtum, Liebe, von einem bedeutenden Leben, an das sich Millionen Menschen zig Generationen lang erinnern - und wie man mit der Erkenntnis umgehen soll, dass nichts davon je Wirklichkeit wird.

Fühlt euch nicht schlecht, wenn ihr nach dem Schauen nichts peilt. Auf YouTube gibt’s zig gute Erklärungen, die alles in Perspektive setzen und das zweite Schauen zu einem großen Erlebnis machen. Aber schaut den Film bitte auf keinen Fall, wenn es euch aktuell nicht gut geht. Mir hat er geholfen, aber solche Filme sind per Definition eine sehr, sehr persönliche Angelegenheit.

Im Thinking of Ending Things - Trailer zum surrealen Psychothriller 2:37 I'm Thinking of Ending Things - Trailer zum surrealen Psychothriller

Auslöschung

Genre: Science-Fiction-Horror | Netflix-Release: 12. März 2018 | Laufzeit: 115 Minuten | Regie: Alex Garland | Darsteller: Natalie Portman, Gina Rodriguez, Tessa Thompson, Oscar Isaac

Tillmann Bier: Ich muss zugeben, dass in meiner Freizeit neben Spielen und Serien nur noch wenig Zeit für Filme bleibt. Deshalb schaue ich auch wirklich nur, was ich wirklich sehen will. Auslöschung hat es in die Liste geschafft wegen des Trailers, der die unheimliche und faszinierende Ästhethik des Films zeigte und mich mit einem Geheimnis lockte, das hinter den schimmernden Wänden einer tödlichen Kuppel verborgen war.

Trotz des Horror-Tags entschied ich mich, den Film anzuschauen. Das lag vielleicht auch daran, weil mich die Geschichte über ein mysteriöses und gefährliches Gebiet unbekannten Ursprungs an Picknick am Wegesrand und die daraus entstandene S.T.A.L.K.E.R.-Reihe erinnerte. 

Diese Entscheidung habe ich nicht bereut: Auslöschung ist eine surreale und traumhafte Mischung aus Mystery, Survival-Thriller und ein wenig Horror, der eine teils vage, aber mitreißende Geschichte erzählt. Zwischen den überzeugenden Actionsequenzen bleibt auch genug Zeit, die Charaktere und ihre Motivation für die gefährliche Mission kennenzulernen. Nebenbei widmet sich der Film dann sogar existenziellen Fragen um die Menschheit und ihre Rolle im Ökosystem.

In guten Händen

Genre: romantische Komödie | Kinostart: 22. Dezember 2011 | Laufzeit: 99 Minuten | Regie: Tanya Wexler | Darsteller: Jonathan Price, Hugh Dancy, Maggie Gyllenhaal

Natascha Becker: Habt ihr euch schon mal gefragt, wie und warum eigentlich der Vibrator erfunden wurde? Ich auch nicht! Aber In guten Händen ist trotzdem ein absolutes must-see, meiner Meinung nach. Tatsächlich war es der erste Film, den ich damals auf Netflix angeschaut habe, und noch dazu aus reinem Zufall.

Wir folgen dem jungen Arzt Mortimer Granville, der vom renommierten Frauenarzt Robert Dalrymple als Assistenzarzt angestellt wird. Und dort hat er alle Hände voll zu tun - im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist das Jahr 1880 und eine mysteriöse Krankheit zieht sich durch die weibliche Bevölkerung. Hysterie äußert sich in nervösen Zuständen, Reizbarkeit und manchmal feuchter Sekretion im Bereich der Vulva.

Die einzige wirksame Behandlung ist eine manuelle Therapie, um hysterischen Paroxysmus auszulösen. Granville stellt sich als ausgesprochen geschickt heraus und so erlöst er reihenweise Frauen von ihrer Hysterie. Doch die Heilung hält nie lange an und schon bald leidet er selbst an den Folgen der schweren manuellen Arbeit. Die Lösung liegt auf der Hand: Der Mann braucht maschinelle Unterstützung. 

In guten Händen ist die witzige und humorvolle Nacherzählung einer wahren Begebenheit, die sich großzügig kreativer Freiheit bedient. Dazu gibt es noch ein bisschen weibliche Emanzipation, medizinische Emanzipation und eine kleine Liebesgeschichte. Leichte Kost und ein Muss für einen netten Abend zu zweit oder zu dritt.

In guten Händen - Trailer zum romantischen Netflix-Film mit besonderem Clou 1:32 In guten Händen - Trailer zum romantischen Netflix-Film mit besonderem Clou

The Hater

Genre: Thriller | Netflix-Release: 29. Juli 2020 | Laufzeit: 135 Minuten | Regie: Jan Komasa | Darsteller: Maciej Musialowski, Vanessa Aleksander

André Baumgartner: Die kleine Filmproduktion aus Polen hatte keinen einfachen Start, denn wenige Tage nach der Filmpremiere schlossen sämtliche Kinos aufgrund der Pandemie ihre Pforten. Glücklicherweise sicherte sich Netflix kurze Zeit später die weltweiten Rechte und machte ihn so einem breiten Publikum zugänglich.

Er ist es nämlich absolut wert, gesehen zu werden. Der Film thematisiert auf eindringliche Weise das Thema der willkürlichen und gezielten Verleumdung im Netz. Wir begleiten den gescheiterten Jurastudenten Tomek, der von seinem vorgezeichneten Lebensweg verdrängt wird und sich zum Erhalt seines sozialen Status in immer mehr Lügen verstrickt.

Schließlich wurde ihm das Studium nur durch die Förderung der wohlhabenden Krasucki-Familie ermöglicht und die Wahrheit würde nicht nur einen zugedrehten Geldhahn bedeuten. Er würde auch das Gesicht vor ihrer Tochter verlieren, in die er seit geraumer Zeit verliebt ist.

Zur Tarnung sucht er sich ein neues Tagwerk und heuert ausgerechnet bei einer PR-Agentur an, die sich auf Hass- und Verleumdungskampagnen gegen Prominente und Politiker spezialisiert hat. Seine neuen Fähigkeiten wendet er dabei zunehmend auch gegen die Krasuckis an.

Als ein junger aufstrebender Bürgermeister-Kandidat zu seinem Ziel wird, schließt er sich dessen Wahlhelfer-Team an und beginnt am eigenen Leib zu erfahren, was seine Handlungen im Netz bewirken und dass virtuelle Verleumdung auch in realer Gewalt gipfeln kann.

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The Unforgivable

Genre: Drama | Netflix-Release: 25. November 2021 | Laufzeit: 112 Minuten | Regie: Nora Fingscheidt | Darsteller: Sandra Bullock, Jon Bernthal, Vincent D’Onofrio

Sören Diedrich: Bei Sandra Bullock denken viele immer nur an eher leichtherzige Rollen wie in Miss Undercover. Dabei stellt sie schon seit den 90er-Jahren immer wieder unter Beweis, dass sie eine hervorragende Charaktermimin ist, etwa in 28 Days oder in While You Were Sleeping. The Unforgivable ist da keine Ausnahme!

Worum geht’s? Ich will an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, denn die Handlung wird von einem Geheimnis getragen, das sich erst nach und nach lüftet und euch am Ende förmlich umhaut. Ruth Slater kommt nach 20 Jahren Gefängnis wieder auf freien Fuß. Der Grund für ihre Strafe: Sie hat einen Sheriff getötet, um ihre kleine Schwester zu beschützen. Mit den Konsequenzen ihrer Tat wird sie auch nach ihrer Freilassung konfrontiert, was schnell zur echten Gefahr wird.

Ich gehöre zu der Sorte Filmeschauer, die schnell (und gerne) zum Taschentuch greifen, und The Unforgivable hat mich spätestens im letzten Akt in einer Tour schluchzen lassen. Die Figuren sind durch die Bank weg interessant und gut besetzt. Die Show stiehlt aber wieder einmal Sandra Bullock mit ihrem herzergreifenden Schauspiel - einfach der Wahnsinn, was sie hier abliefert!

Das bewegende Schicksal zweier Frauen, die nichts auf der Welt trennen kann, ist definitiv eure Zeit wert, wenn ihr kein Problem damit habt, auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt zu werden.

The Unforgivable - Trailer zum Netflix-Drama mit Sandra Bullock 2:37 The Unforgivable - Trailer zum Netflix-Drama mit Sandra Bullock

The Irishman

Genre: Crime-Drama | Netflix-Release: 27. November 2019 | Laufzeit: 209 Minuten | Regie: Martin Scorsese | Darsteller: Robert De Niro, Al Pacino, Joe Pesci

Wolfgang Rabenstein: Eigentlich hätte die Biografie des Auftragsmörders Frank »The Irishman« Sheeran nie erscheinen sollen. Zu ungewöhnlich war den traditionellen Hollywood-Studios Scorseses Konzept, auf einen klassischen Drei-Akt-Aufbau verzichten und ein demaskierendes, zähes Epos kreieren zu wollen, das dem vereinsamenden Gangsterdasein jede Form von Coolness entzieht.

Dass es am Ende doch noch zur Verfilmung kam, war schließlich den 159 Millionen US-Dollar von Netflix zu verdanken. Zum Glück - denn dieses Meisterwerk gehört definitiv auf die Leinwand:

In den rund 3 ½ Stunden erzählt Scorsese die Lebensgeschichte des verarmten Lastwagenfahrers Frank Sheeran (Robert De Niro), der einen Teil seiner wertvollen Ware unter der Hand an die Mafia verkauft. Als er dabei auffliegt, greift ihm Mafiaboss Russell Bufalino (Joe Pesci) unter die Arme und verhilft dem Iren so zu einigen Gelegenheitsjobs. 

Auf Empfehlung Russels wird er Bodyguard des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Al Pacino), der wiederum enge Kontakte zur Cosa Nostra pflegt. Als die Spannungen zwischen Gewerkschaft und Mafia sich immer weiter zuspitzen, kämpft Frank zunehmends mit inneren Konflikten, denn Bufalino und Hoffa sind für ihn längst wie eine Familie.

Der mittlerweile in die Jahre gekommene und auf seinen Tod wartende »Irishman« erzählt diese Rückblenden ohne große Action, dafür mit jeder Menge Melancholie und Bitterkeit und gibt uns so einen einzigartigen Einblick auf das zutiefst unglamouröse und einsame Leben eines Gangsters innerhalb der Cosa Nostra.

Die dabei subtil eingesetzte Verjüngungstechnik sorgt dafür, dass wir die drei Stars (De Niro, Pesci, Pacino) in unterschiedlichen Altersphasen ihres Lebens in Bestform erleben dürfen und ist ein Geschenk an Gangsterfilmliebhaber wie mich sowie Fans der drei Hauptdarsteller.

Trailer zu Martin Scorseses Mafiafilm The Irishman mit Robert De Niro und Al Pacino 2:01 Trailer zu Martin Scorseses Mafiafilm The Irishman mit Robert De Niro und Al Pacino

So, genug gelesen, jetzt schleunigst ab vor den Fernseher! Aber vorher wollen wir noch wissen: Welcher Film hat euch so sehr angesprochen, dass ihr ihm eine Chance gebt? Und habt ihr noch weitere Tipps, die ihr mit der Community teilen möchtet? Schreibt uns alles in die Kommentare!

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