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Netflix warnt: Neues deutsches Gesetz könnte weniger Filme und TV-Serien bedeuten

Deutschland verpflichtet Streamingdienste mit einem neuen Gesetz zu höheren lokalen Investitionen, das passt Netflix und Co. allerdings nicht.

»Unnötig und unverhältnismäßig« - Ein Gesetzesentwurf für Deutschland stößt bei Netflix, Prime Video, Disney Plus und Co. auf KritikBildquelle: Netflix »Unnötig und unverhältnismäßig« - Ein Gesetzesentwurf für Deutschland stößt bei Netflix, Prime Video, Disney Plus und Co. auf KritikBildquelle: Netflix

Ab 2027 sollen große Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney Plus dazu verpflichtet werden, mehr in den Filmstandort Deutschland zu investieren. Den entsprechenden Gesetzesentwurf zur hiesigen Filmförderung hat das Bundeskabinett beschlossen, jetzt geht er ins Parlament.

Höhere Subventionen gegen höhere Abgaben

Erstmal geht es darum, die Film-Subventionen 2025 in Deutschland von 133 Millionen auf 250 Millionen Euro anzuheben. Im Gegenzug verpflichtet man unter anderem große US-Konzerne dazu, acht Prozent ihres Jahresumsatzes in die deutsche Filmlandschaft zu stecken. Bisher lag der Satz bei 1,8 bis 2,5 Prozent, damit dürfte sich die finale Summe auf mehrere hundert Millionen Euro belaufen.

Denn laut dem Branchen-Verband Vaunet (der etwa Disney Plus, Paramount Plus, Joyn oder RTL Plus vertritt) lagen die Umsätze aus Pay-TV und Paid-VoD in Deutschland schon 2024 bei circa 5,5 Milliarden Euro, für 2026 werden 6,5 Milliarden prognostiziert (via Spiegel).

Von den neuen Maßnahmen sind aber nicht nur internationale Konzerne betroffen. Auch Fernsehsender wie RTL und ProsiebenSat.1 zählen dazu, ebenso die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF

Das Ziel des neuen Gesetzentwurfs sei, die strauchelnde deutsche Filmbranche zu unterstützen. So bleiben derzeit in großen Studios wie Babelsberg oder Bavaria die großen Aufträge aus, andere europäische Länder seien aufgrund Steuervorteile oder besserer Konditionen attraktiver.

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Zuspruch von der Politik, Kritik von der Industrie

In der Politik bekommen die Maßnahmen zur Filmförderung in Deutschland Zuspruch (etwa von der SPD oder den Grünen, wie ZDFHeute berichtet), die Industrie lässt eher das Gegenteil verlauten.

Via der Financial Times argumentiert mit Wolf Osthaus der Senior Global Affairs Director von Netflix Deutschland:

Wenn Regulierungsmaßnahmen letztendlich Investitionen in ambitionierte Projekte erschweren und infolgedessen insgesamt weniger Titel produziert werden, nützt das weder dem Publikum noch dem Produktionsstandort.

Es besteht die Gefahr, dass große, ambitionierte Projekte wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sind, da sich derart hohe Budgets oft nicht durch Co-Finanzierung aufbringen lassen.

Vaunet bezeichnet den Gesetzesentwurf als unnötigen und unverhältnismäßigen Eingriff in den medialen Freiraum. Der Managing Director der Gruppierung Daniela Beaujean appelliert für eine Überarbeitung der Pläne:

Das eigentliche Ziel, Deutschland als Produktionsstandort mit vielfältigen Inhalten zu stärken, lässt sich nicht durch gesetzliche Vorgaben erreichen.

Im Netflix-Subreddit stoßen die Maßnahmen der deutschen Regierung wiederum auf viel Zuspruch:

  • Nee, das ist ein kluger Schachzug. Netflix will einfach nur das ganze Geld in den USA lassen. Da bin ich auf der Seite der EU und Deutschlands. Ich bin mir sicher, dass Netflix keine Steuern zahlt, also ist das im Grunde nur ein anderer Weg, sie zur Einhaltung der Vorschriften zu bewegen. [...] - bloke_pusher 
  • Der übliche Corporate Bullshit – egal, wie viele Sendungen sie produzieren, die Preise werden sie so oder so erhöhen. - gutster_95
  • Als jemand, der in den USA lebt, finde ich das eigentlich ziemlich cool. Da von lokalen Einnahmen die Rede ist, muss ein Teil des Geldes, das sie mit den Einheimischen verdienen, in die lokale Kinolandschaft investiert werden. Klingt gut – ich hoffe, sie machen keinen Rückzieher. - Vielros

Mehr dazu, was sich aktuell auf der Streamingplattform tut, könnt ihr unter den Links oben nachlesen. So wehrte sich der deutsche Synchronsprecher Santiago Ziesmer zuletzt gegen die neue KI-Klausel von Netflix. In der Community stieß außerdem auf Kritik, dass Netflix kürzlich nützliche Funktionen entfernte.