Was für eine merkwürdige Situation: Ein neuer Titel, entwickelt von Veteranen, die zuvor an der gefeierten Titanfall-Reihe gearbeitet haben, steht unmittelbar vor der Veröffentlichung.
Normalerweise würde man in dieser Phase, sechs Tage vor dem Launch, einen massiven Anstieg an Trailern, Blog-Posts und einer Form von Community-Interaktionen erwarten. Bei Highguard ist das Gegenteil der Fall.
Das Spiel, das als überraschender »One More Thing«-Abschluss der The Game Awards im Dezember 2025 enthüllt wurde, ist fast vollständig von der Bildfläche verschwunden – und das wirft Rätsel auf.
Funkstille seit dem großen Auftritt
Der letzte offizielle Post auf dem X-Account von «Highguard» datiert auf den 12. Dezember 2025. Die Ironie dabei ist kaum zu übersehen: In diesem letzten Lebenszeichen antwortete das Social-Media-Team auf das Interesse des bekannten Musikproduzenten Zedd mit den Worten: »Wir können es kaum erwarten, dir mehr zu zeigen.« Seitdem wurde jedoch nichts mehr gezeigt. Weder DJ Zedd noch der Öffentlichkeit.
Dabei spricht eigentlich eine Menge für das Projekt, zumindest auf dem Papier: Ein neuer Shooter von ehemaligen Titanfall-Entwicklern, da könnte man direkt von wuchtigem Gunplay und einem flüssigen Movement träumen. Dennoch war die Reaktion auf die Enthüllung als Rausschmeißer der Game Awards bereits gemischt.
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Highguard soll ein neues Shooter-Genre etablieren: Ex-Titanfall-Macher schicken uns mit Sturmgewehr, Schwert & Magie in große PvP-Schlachten
Viele Zuschauer empfanden die Wahl eines bis dato unbekannten Live-Service-Hero-Shooters als Abschluss der wichtigsten Preisverleihung des Jahres als antiklimaktisch. Doch statt die große Skepsis nun durch mehr Infos und echtes Gameplay zu zerstreuen, haben sich die Entwickler in ein Schweigen gehüllt, das eher an eingestellte Projekte erinnert als an einen bevorstehenden Launch.
Auf der Steam-Seite des Spiels gibt es aktuell lediglich ein paar Bilder sowie eine knappe Beschreibung:
Von den Machern von Apex Legends und Titanfall kommt jetzt Highguard: Ein PvP-Raid-Shooter, in dem Spieler als verborgene Revolverhelden, sogenannte Wächter, reiten, kämpfen und raiden, um die Kontrolle über einen mythischen Kontinent zu erlangen.
Kämpfe gegen rivalisierende Wächtergruppen um den Besitz des Schildbrechers, dringe dann in die feindliche Basis ein und zerstöre sie, um dir in diesem völlig neuen Shooter-Genre Territorien zu sichern.
Geoff Keighley macht sich zum PR-Manager
Die einzige Person, die derzeit überhaupt an die Existenz und den baldigen Release von «Highguard» erinnert, ist Geoff Keighley selbst – weil er offenbar wirklich an das Spiel glaubt.
Link zum Twitter-Inhalt
Kürzlich wurde bekannt, dass das Entwicklerteam den besten Slot bei den The Game Awards gar nicht selbst gebucht oder bezahlt hat. Stattdessen soll Keighley den Spot aus »Liebe zum Spiel« zur Verfügung gestellt haben.
Tatsächlich wirkt es gerade aber so, als habe der TGA-Host das Spiel in ein Rampenlicht gezerrt, für das das Studio noch gar nicht bereit war. Während Keighley aktuell weiter den Hype-Train befeuert, scheinen die Macher selbst keine Anstalten zu machen, das Marketing ins Rollen zu bringen.
Womöglich ist die Funkstille aber auch reiner Selbstschutz: Nach der negativen Stimmung beim TGA-Reveal dürfte jeder neue Trailer aktuell nur zerrissen werden. Statt die aufgebrachte Menge mit neuem Material zu füttern, hoffen die Entwickler vielleicht darauf, dass das fertige Spiel zum Launch für sich selbst spricht und die Qualität am Ende die Vorurteile widerlegt.
Wir drücken zumindest die Daumen, denn von einem schlechten Spiel hätte am Ende niemand etwas – außer jenen Besserwissern, die schon beim Trailer ganz sicher wussten, dass das ja nichts werden kann.
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