Highguard ist am Ende. Das verkündeten die verbleibenden Entwickler von Wildlight in einem offiziellen Statement bei X (früher Twitter). Man habe nicht geschafft, eine ausreichende Spielerbasis aufzubauen und werde am 12. März 2026 die Server abschalten.
Damit lebte Highguard nur genau 31 Tage länger als das berüchtigte Concord.
Viele Stimmen hatten für Highguard schon vor Release eine extrem kurze Lebensdauer prophezeit. Das Spiel war seit seinem Reveal bei den Game Awards 2025 heiß umstritten: Veranstalter Geoff Keighley hatte es als finale Enthüllung der Show gezeigt, laut ihm aus persönlicher Begeisterung – für den begehrten Sendeplatz sollen die Entwickler nichts bezahlt haben.
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Hinter dem Hass: Das ECHTE Problem von Highguard
Nach dem Reveal war es dann wochenlang völlig still um das Spiel. Keine Werbung, keine Posts in den sozialen Medien. Erst in den letzten Tagen vor Launch gab es neue Infos zu Highguard. Ursprünglich war laut den Entwicklern ein Überraschungs-Release geplant, ehe das Angebot von den Game-Awards-Veranstaltern kam.
Das Publikum reagierte weitgehend ratlos bis spöttisch, für viele sah Highguard nach einem weiteren generischen Multiplayer-Shooter aus, der wenig Chancen auf dem Spielfeld neben den etablierten Größen haben würde. Nicht zu Unrecht, wie sich nun zeigt.
Was ging schief?
Das Wildlight-Statement geht nicht tiefer auf die Probleme von Highguard ein, sondern bemüht sich um einen positiven Tonfall. Seit Launch hätten zwei Millionen Spieler den Shooter ausprobiert.
Link zum Twitter-Inhalt
Tatsächlich waren zum Release knapp 100.000 Leute gleichzeitig bei Steam im Spiel. Das ist allerdings blitzschnell rapide abgesunken, in den vergangenen 24 Stunden waren es laut SteamDB nur noch 460. Und da dürfte ein Teil Katastrophen-Tourismus sein, nachdem das Aus bekanntgegeben wurde.
Wenig verwunderlich, denn in den Nutzer-Bewertungen etwa bei Steam kommt Highguard nicht gut weg, gerade mal 45 Prozent vergaben dort eine positive Wertung.
Im Statement zum Aus heißt es weiter, das Entwickler-Team freue sich, noch ein finales Update zu liefern. Ob diese beliebte PR-Phrase der wahren Stimmung bei Wildlight entspricht, sei mal dahingestellt. Sicher ist, dass bereits zwei Wochen nach dem Release Kündigungen ausgesprochen wurden. Dass auch die Website des Spiels nicht mehr erreichbar war, sahen viele als Omen des nahenden Endes.
Damit ist klar: Obwohl der Free-to-Play-Shooter von Industrie-Veteranen (von Apex Legends, Titanfall und Call of Duty) erschaffen wurde, ist er wie so viele andere Spiele in diesem Genre krachend gescheitert. Er folgt nun Spielen wie Crucible oder Concord in die ewigen Shooter-Jagdgründe. Wie hoch die finanziellen Verluste ausfallen, ist nicht genau bekannt – laut Insider-Infos soll der Mega-Konzern Tencent während der Entwicklung investiert haben.
So reagieren die Leute
Highguard bekam von Anfang an mehr Unkenrufe als Jubel – außer von Geoff Keighley, der sich auch nach seiner Show bei X öffentlich für das Spiel einsetzte und sich zuversichtlich über dessen Erfolg zeigte.
Der Spott in den sozialen Medien bleibt jetzt natürlich nicht aus, aber viele reagieren auch mit Bedauern, etwa der bekannte CoD-Streamer ModernWarzone:
Das ist aus so vielen Gründen traurig.
Auf X hat Highguards Game Director Chad Grenier weitere Infos zum Spiel veröffentlicht. Laut ihm war die PS5 die spielerstärkste Plattform für Highguard, die meisten Spieler kamen aus den USA und Japan.
Auf die Frage eines Nutzers, warum man denn nicht die geplante Roadmap für das restliche Jahr 2026 verfolge um zu sehen, ob sich Highguard mit neuen Inhalten erholen könnte, schreibt er:
Kein Geld, um irgendwen angestellt zu lassen, der daran arbeiten könnte, leider.
Zum Launch bot Highguard nur einen 3vs3-Modus im PvP, was viele lauststark bemängelten. Schnell wurden 5vs5-Matches nachgeliefert, die allerdings auch nichts mehr retten konnten. Laut der Roadmap hätten alle zwei Monate neue spielbare Charaktere erscheinen sollen, neue Maps, neue Basen, neue Waffen, neue Reittiere und so weiter.
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