Inzwischen sieht mein Alltag ziemlich monoton aus: Nach der Arbeit werfe ich mich voller Freude auf die Couch und starre meinen neuen TV an.
Mein letzter Fernseherkauf liegt über neun Jahre zurück und ich bin überrascht, was man heute für 600 Euro bekommt.
Ich habe mich nämlich für den TCL Q7C entschieden, einen klassischen LCD mit QD-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung. Warum es ganz bewusst kein OLED geworden ist, erkläre ich euch jetzt.
Der Q7C ist zudem seit fast einem Jahr die allgemeine Preis-Leistungs-Empfehlung in unserer Kaufberatung: Welcher 4K-TV ist der beste? Großer Vergleich von OLED, QLED und Mini-LED-TVs aller Marken
Warum kein OLED?
»Einmal OLED, immer OLED!« Diese Aussage höre und lese ich immer wieder – und habe sie sogar schon selbst getroffen. Immerhin ziert seit zwei Jahren ein QD-OLED-Monitor meinen Schreibtisch. Den möchte ich nicht mehr missen!
Also warum dann kein OLED-TV? Zum einen liegt es an meiner Ausgangslage. Mein Wohnzimmer wird täglich von einer zweiflügeligen Balkontür mit extremer Helligkeit geflutet. Der Feind jedes Spielers!
Um nicht jeden Tag die Rollläden herunterzulassen und sich bei dunklen Ladescreens verdutzt in die Augen zu schauen, braucht mein TV zwei Eigenschaften: eine hohe Helligkeit und idealerweise ein entspiegeltes Display.
Extreme Helligkeitswerte können inzwischen auch (Tandem-)OLEDs liefern, allerdings zu einem deutlich höheren Preis. Daher bin ich auf einen preiswerten TV gestoßen, der hohes Ansehen genießt: Der TCL Q7C mit 55 Zoll.
Wie in einigen Tests (hifi.de) untersucht wurde, erreicht der Fernseher nahezu 2000 Nits Helligkeit bei HDR-Inhalten. Die Praxis spricht für sich: Selbst wenn die Sonne mit voller Kraft auf den Fernseher scheint, erkenne ich sämtliche Inhalte glasklar.
Welche Unterschiede es bei den einzelnen TV-Technologien gibt, erkläre ich im folgenden Video:
11:48
OLED-Killer? RGB Mini-LED & Super Quantum Dots kommen! TV-Trends 2026
Wie groß ist der Unterschied?
Wie groß der Unterschied bei einem neun Jahre alten TV ausfällt, hängt natürlich auch von den Geräten ab. In meinem Fall habe ich mir im Dezember 2016 einen Sony-LCD-Fernseher mit Edge-LED-Hintergrundbeleuchtung für 880 Euro gekauft.
Den großen Unterschied zum TCL Q7C mache ich an drei Punkten fest.
- Das Display: Logisch, dass der Mini-LED-TV im Vergleich überzeugt. Es leuchtet sichtbar heller, bietet dank vieler Dimming-Zonen extrem hohe Kontraste und satte Farben. Die Farben knallen und auch das Schwarz wirkt zunehmend wie Schwarz und nicht wie Grau.
- Performance: Beide TVs haben Android TV, was ebenfalls für meine Wahl des TCL spricht. Während beim alten Sony jede Eingabe noch sichtbar ruckelt, gibt es beim neuen Fernseher nichts zu bemängeln.
- Ausstattung: Während der Sony nur 60 Hertz schafft und HDMI 2.0 unterstützt, ist die Ausstattung des TCL zeitgemäß. Er verfügt über zwei HDMI-2.1-Anschlüsse, ein 144-Hertz-Display sowie VRR-Unterstützung. Das ist die perfekte Ausgangslage für leistungsstarke Konsolen. Obendrein unterstützt der Fernseher dynamische HDR-Formate wie Dolby Vision und HDR10+.
Hier wird der Unterschied zwischen den TVs schon deutlich sichtbar. Die Farben beim TCL sind knalliger, heller und insgesamt schicker. (Bild: Patrick S. - GameStar Tech)
Der alte Sony spiegelt zudem deutlich mehr. Von der Gardine im Hintergrund ist viel mehr zu sehen. Trotzdem macht der 9 Jahre alte TV keine schlechte Figur. (Bild: Patrick S. - GameStar Tech).
Hinweis: Natürlich sind die Unterschiede live deutlicher zu erkennen als auf Bildern. Dennoch kann man sich auf den Fotos einen guten Eindruck verschaffen. Neben Helligkeit und Farben spielen weitere technische Aspekte eine große Rolle.
Mit dem Filmmaker-Modus liefert der Q7C zudem ein sehr natürliches und zufriedenstellendes Bild. Ab Werk musste ich also nicht viel an der Farbgebung herumexperimentieren.
Natürlich würde der optische Unterschied zu einem höherpreisigen OLED insgesamt deutlicher ausfallen. Schwarz ist bei OLED nun einmal schwarz, und an die extremen Kontraste kommt mein neuer TV nicht heran.
Konsolen-Gaming ist super!
Mein neuer Wohnzimmer-Liebling wird hauptsächlich von der Playstation 5 Pro bemüht. Sie an den alten Fernseher anzuschließen, wäre ohne Frage Overkill. Dank der HDMI-2.1-Buchse und des leistungsstarken Displays kann mein Neuling die Power der Konsole ordentlich ausreizen.
Natürlich erreicht die PS5 Pro je nach Spieltitel nicht immer die maximalen 120 Hertz. Ein flüssiges und erstklassiges Konsolenerlebnis ist mit dem TV aber ohne Frage gegeben – trotz des VA-Panels, das deutlich langsamer als etwa ein OLED ist.
Unseren Test zur PlayStation 5 Pro lest ihr übrigens hier: PS5 Pro im Test: Die beste PlayStation aller Zeiten, aber das ist nicht genug
Über das Spielmeister-Menü habe ich spielend leicht Zugriff auf sämtliche Gaming-Optionen, darunter: Auto Low Latency Mode, HGiG, VRR, Bildmodus und vieles andere mehr.
In der Praxis schnetzle ich mich bei Diablo 4 mit konstanten 60 Hertz durch die höllischen Gegnermassen. Die mitunter hektischen Bewegungen und Effekte ziehen keine Schlieren nach sich.
Auch Avowed sieht auf dem TCL wunderschön aus und selbst hier sind keine nennenswerten Performance-Probleme zu verzeichnen. To be fair: Das ist ein eher ruhigeres Singleplayer-Spiel.
Auffälligkeiten wie Tearing (Zerreißen des Bildes) oder Schlieren, die das Spielgefühl trüben, sind mir bislang kaum untergekommen. Auch das mitunter berühmte Problem von VA-Panels, das »Black Smearing«, habe ich nicht wahrgenommen.
Grob erklärt: Die Flüssigkristalle benötigen bei der VA-Technik deutlich mehr Zeit als bei IPS-Panels – ganz zu schweigen von OLED – um von völliger Dunkelheit zu Grau zu wechseln. Reagiert das Panel nicht schnell genug, ziehen einzelne Bildpunkte einen schwarzen Schweif hinter sich her und das Bild wirkt »matschig«.
Als einzigen »Feind« konnte ich VRR (Variable Refresh Rate) identifizieren. Diese Technologie sorgt dafür, dass sich der Fernseher an die stetig wechselnde Frequenz der Konsole anpasst und so für ein sauberes Bild sorgt.
Je nach Spieltitel kommt es bei einigen Helligkeitspunkten zum Flimmern. Dieses Video auf Reddit zeigt das Problem ziemlich gut, auch wenn es in meinem Fall weniger aggressiv wirkt:
Link zum Reddit-Inhalt
Dieses Verhalten beobachte ich zudem nur vereinzelt bei einigen Spieltiteln – und das auch nur je nach Bildszene. Dieses VRR-Phänomen ist abseits des TVs immer wieder ein Diskussionspunkt – auch bei OLED.
Ein solides Klangbild
Im Audiobereich fällt der Unterschied zu meinem alten Sony leider ernüchternd aus. Im Vergleich zum Fernseher sind Stimmen etwas klarer zu orten, Soundeffekte mit tiefen Tönen klingen basslastiger und insgesamt ausgewogener.
Der Sound des TCL ist solide. Aber es ist definitiv kein Upgrade, das mich aus den Socken haut. Die Sony-Lautsprecher hätten für mich weiterhin einen zufriedenstellenden Job gemacht.
Es gibt auch schlechte Nachrichten
Ich habe VRR bereits angesprochen. Ich kann allerdings noch nicht eindeutig ausmachen, ob es an VRR selbst liegt oder in Kombination mit dem Paneltyp – ich vermute Letzteres.
Bauartbedingt ist der Q7C kein TV für eine große Filmrunde. Die Blickwinkelstabilität lässt im Vergleich zu OLED nämlich deutlich zu wünschen übrig. Die Farben verblassen zunehmend und die Helligkeit nimmt ab, wenn man seitlich auf den Fernseher schaut.
Um das schöne Bild des Fernsehers zu sehen, müsst ihr möglichst mittig darauf schauen.
Zudem sei noch der Stromverbrauch erwähnt. Der TCL verbraucht im HDR-Betrieb auf Papier deutlich mehr Energie als der Sony und wird entsprechend mit dem Energielabel »F« versehen.
Mein Fazit
Ich bin froh, dass ich mit dem Kauf eines neuen Fernsehers so lange gewartet habe. Die Auswahl an leistungsstarken Fernsehern ist 2026 größer als je zuvor. Und das für große und auch kleine Budgets.
Den Reiz von OLED kann ich verstehen, denn am Schreibtisch bin ich selbst einem verfallen. Aber ein klassischer LCD mit Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung hat definitiv seinen Reiz und seine eigenen Vorteile. Zudem kann die Anschaffung günstiger ausfallen.
Bereue ich es, nicht ein paar hundert Euro mehr für einen OLED ausgegeben zu haben? Keineswegs!

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