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Eine Mutter hat mit ihrem Sohn einen Film mit 170 Euro Budget gedreht - in China macht er gerade Millionen, weil er miserabel aussieht

Der Animationsfilm Niu Lai macht gerade an Chinas Kinokassen sogar Christopher Nolans Odyssey nass. Und das, obwohl oder gerade weil er richtig, richtig grottig aussieht.

So schlecht, dass ein viraler Kino-Hit draus wurde: Niu Lai. Bildquelle: Xin Yumeng und Sun Lifang So schlecht, dass ein viraler Kino-Hit draus wurde: Niu Lai. Bildquelle: Xin Yumeng und Sun Lifang

Ein chinesischer Animationsfilm hat umgerechnet gerade einmal 170 Euro gekostet und in den Kinos mittlerweile stolze 2,1 Millionen eingespielt. Eigentlich unfassbar, wenn man sich Bilder und Videoclips aus Niu Lai aussieht.

Denn die Animationen sind schwerfällig und schrecklich undynamisch, die Charaktermodelle potenzielles Albtraummaterial und bei der Auflösung kriegt man direkt Augenbrennen. Doch trotz oder gerade wegen des grausigen Looks trifft Niu Lai bei chinesischen Filmfans einen Nerv. Und das aus gleich mehreren Gründen.

Warum Niu Lai zum viralen Hit wurde

Der überraschend herzerwärmende Hintergrundgeschichte: Hinter Niu Lai steckt kein Team oder auch nur ein erfahrener Filmemacher. Stattdessen handelt es sich um ein gemeinsames Projekt des 34-jährigen Xin Yumeng, der den Film gemeinsam mit seiner Mutter Sun Lifang umgesetzt hat. 

Und von den Animationen, dem Voice-Acting, dem Soundtrack und dem Theme-Song haben die beiden alles mit Second-Hand-Hardware selbst umgesetzt, weil neuere zu teuer gewesen wäre. Für richtige Werbung, Trailer oder gar Kinoplakate mangelte es nach fünf Jahren Arbeit an Niu Lai ebenfalls an Geld.

Der Film selbst dreht sich um das titelgebend Kalb Niu Lai, das sich eine Tages von seiner Herde trennt, um einer Feldlerche zu folgen und sich einer wichtigen Prüfung zu stellen. Hier könnt ihr euch selbst einen kurzen Ausschnitt ansehen:

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Die Anti-KI-Mentalität: Wie BBC berichtet, erfreuen sich chinesische Filmfans besonders an Niu Lai, weil dabei keine KI zum Einsatz kam. Und so will man gezielt ein handgemachtes Projekt unterstützen, auch wenn es qualitativ eher … durchwachsen daherkommt.

Ein virales Phänomen: Ursprünglich sah es für Niu Lai an chinesischen Kinokassen erstmal mau aus. Anfang August wurde der Film in nur vier Lichtspielhäusern gezeigt, während nur circa 300 Tickets verkauft wurden und damit umgerechnet 980 Euro rumkamen.

Doch dann generierte Niu Lai online plötzlich immer mehr Aufmerksamkeit: Im Netz machten sich die wenigen Zuschauer, die den Film sahen, darüber lustig und bemängelten so gut wie alles daran – die Handlung, die Vertonung und natürlich die Effekte.

Aus Niu Lai wurde ein virales Meme, bei dem sich die Leute gegenseitig Kinokarten schenkten oder sich eben selbst ein Bild davon machen wollten. Und auf einmal überholte Niu Lai an den chinesischen Kinokassen Hollywood-Blockbuster wie Spider-Man: Brand New Day oder Christopher Nolans Odyssee.

Video starten 2:24 The Odyssey - offizieller Trailer zu Christopher Nolans neuestem Film

Am 17. August 2026 wollten gleich mal 300.000 Menschen gleichzeitig Niu Lai sehen und mittlerweile kommt der Film auf ein Einspielergebnis von umgerechnet 2,1 Millionen Dollar. Die ursprüngliche Häme ist ebenso einer wohlwollenden Belustigung gewichen, wo eben auch die bereits genannte Anti-KI-Mentalität mitschwingt.

So zitiert BBC etwa einen besonders populären Social-Media-Post zu dem Thema:

Wenn du dir den Film ansiehst, wirst du es vielleicht 80 Minuten lang bereuen. Aber wenn du es nicht tust, wirst du das dein Leben lang bereuen.

Allerdings zeigt sich die chinesische Regierung von Niu Lai wenig begeistert. So bemängelt die Staatliche Zeitung Beijing News, dass durch derartige Projekte Kinos Gefahr liefen, das Vertrauen der Zuschauer zu verlieren.

So fordert man die Betreiber der Lichtspielhäuser auf, als Torwächter für das Publikum zu fungieren und die Filme, die offensichtlich nicht den Standards entsprechen, klar abzulehnen.


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