Als es in der GameStar-Redaktion darum ging, wer denn die Pressevorführung zu The Odyssey übernimmt, fielen Sätze wie »Vor dem Film graut mir unendlich!« Autsch. Ich möchte an dieser Stelle keine Namen nennen oder mit dem Finger zeigen.
Aber ihr merkt vielleicht, dass selbst bei unseren eingefleischten Kino-Fans eine gewisse Skepsis gegenüber Christopher Nolans neuestem Werk herrschte.
Und verdammt, mir ging es ja genauso.
Sämtliche Poster, Fotos oder Trailer zu The Odyssey lösten bei mir so gut wie gar nichts aus. Keine Vorfreude, keine Anspannung und auch kein Prickeln in meinem Bauchnabel. Wenn dann vielleicht noch so etwas Ratlosigkeit und eine gewisse Skepsis, was für eine Art von Film das überhaupt werden soll.
Die ganze Debatte um die historische Akkuratheit von The Odyssey hat natürlich nicht geholfen. Klar, bei der circa 2.800 Jahre alten Sage von Homer handelt es sich um einen Heldenepos voller Götter, Zyklopen und Sirenen mit wenig bis gar keinen Anspruch an die reale Geschichte.
Doch die Entscheidungen, die bei den Kostümen, Set-Designs, dem gesprochenen Dialekt und selbst dem Casting für eine der bekanntesten Mythen aus Griechenland getroffen wurden, wirkten auf mich eher inkonsequent. Vor allem für einen so peniblen Filmemacher wie Christopher Nolan.
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The Odyssey: Fans lassen am finalen Trailer von Christopher Nolans neuem Historien-Epos kein gutes Haar
Und mir geht es hier natürlich nicht um irgendeinen transphoben oder rassistisch motivierten Bullshit, der bei GameStar ohnehin nichts verloren hat. Denn mir braucht niemand erzählen, dass Lupita Nyong’o nicht als die schönste Frau der Welt durchgehen würde, für die Herrscher in den Krieg ziehen und Königreiche in Grund und Boden stampfen würden.
Ich hätte mir nur etwas griechische Repräsentation anstelle der immergleichen Hollywood-Nasen gewünscht. Aber klar, große Namen ziehen natürlich große Massen an.
Letztendlich bin ich aber heilfroh, dass ich dann - naja - mich selbst für die Vorstellung von The Odyssey auserwählen durfte. Ich könnte mich ja wohl kaum als der Film- und Serien-Kerl bei GameStar schimpfen, würde ich einem der größten Kino-Ereignisse des Jahres keine Chance geben.
Denn auch wenn The Odyssey in meinen Augen kein perfekter Film geworden ist, hat er mich zu keiner Sekunde gelangweilt. Ganz im Gegenteil: Was sich auf der großen Leinwand abspielte, hat mich über die Laufzeit von zwei Stunden und 52 Minuten regelrecht an den Kinositz gefesselt.
Worum geht es in The Odyssey?
Ich habe arg mit mir gerungen, ob ich diese Art von Zwischenüberschrift überhaupt in diese Kritik einbaue. Denn eigentlich kennt jeder von uns Homers Odyssee oder hatte schon mal in irgendeiner Form damit zu tun. Und selbst wenn es nur um den eigenen kläglichen Versuch einer Heimreise nach einer durchzechten Nacht geht.
Fakt ist, dass es bereits mehr als 30 verschiedene Adaptionen der Irrfahrt von Odysseus nach Ithaka gibt. Meine liebste davon spielt sich in den 1930ern ab, dreht sich um drei entflohene Sträflinge und stammt von den Coen-Brüdern. Und schon hallt mir I Am a Man of Constant Sorrow der Soggy Bottom Boys durch den Kopf …
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