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»Das macht mich so traurig« - Entwickler von 1666: Amsterdam gerät wegen offenbar exzessiver KI-Nutzung in die Kritik

Im spielbaren Prolog von 1666: Amsterdam fanden viele Spieler KI-Assets. Jetzt hat sich der Entwickler zur Kontroverse geäußert.

1666: Amsterdam wird aktuell für KI-Inhalte im spielbaren Teaser kritisiert. Der Entwickler hat sich bereits zur Problematik geäußert. 1666: Amsterdam wird aktuell für KI-Inhalte im spielbaren Teaser kritisiert. Der Entwickler hat sich bereits zur Problematik geäußert.

Die Nutzung von KI in der Spieleentwicklung sorgt aktuell immer noch für reichlich Kontroversen. Während manche vor allem die generative KI verurteilen, bei der ganze Assets, Artworks oder Texturen erstellt werden, stören sich andere schon am Einsatz von Künstlicher Intelligenz als hilfreiches Tool, etwa bei der Programmierung.

Schaffen es KI-Inhalte direkt ins Spiel, muss das auf Steam eigentlich angegeben werden. Allerdings findet sich bei 1666: Amsterdam kein solcher Hinweis auf der Shop-Seite. Trotzdem haben Spieler haufenweise eindeutig generierte Assets im spielbaren Prolog entdeckt und sind mächtig sauer. Offenbar handelte es sich hier um einen Fehler, weil der Entwickler schlicht vergessen hatte, dass KI-Assets zum Einsatz kamen.

Nachdem das Thema online für hitzige Diskussionen sorgte, äußerte sich der Entwickler Panache Digital Games auf X und auch Chef-Entwickler Patrice Désilets sprach bei einem Preview-Event über das Thema (via Eurogamer).

Die KI-Inhalte werden nicht im fertigen Spiel sein

Auf X bestätigt dass Team die KI-Inhalte und erklärt, dass es sich um frühe Versionen handelt, die nicht wie geplant überarbeitet oder komplett ausgetauscht wurden:

Wir verfügen über ein engagiertes Team aus über einem Dutzend talentierter und erfahrener Grafiker. Gemeinsam mit ihnen haben wir die betreffenden Assets untersucht und festgestellt, dass tatsächlich einige frühe Versionen dieser Assets ihren Weg in den Prolog gefunden haben. Dazu gehören einige Porträts im Spiel sowie externe Marketing-Assets.

Wir überprüfen die betreffenden Grafikelemente derzeit intensiv. Von Menschen erstellte Versionen werden in einem bald erscheinenden Update veröffentlicht.

Es handelt sich laut dem Entwickler also um ein Versehen und die Assets sollen so nicht im Early Access oder dem fertigen Spiel zu finden sein. Der Post wurde fast 2 Millionen Mal angezeigt und fast 400 Mal kommentiert. Unter dem Statement finden sich auch viele kritische Stimmen. So schreibt der bekannte Account Out of Context Pokémon etwa spöttisch:

Es tut uns leid, dass wir dabei erwischt wurden, wie wir KI nutzen.

Offenbar nimmt er dem Entwickler die Entschuldigung nicht ganz ab. Auch für Cyber Rukh sind die Aussagen problematisch:

›Wir haben ein engagiertes Team aus Dutzenden talentierten und erfahrenen Künstlern‹ - Warum in aller Welt nutzt ihr dann generative KI?

Video starten 22:28 Ich hab’ über 15 Jahre auf 1666 Amsterdam gewartet. War’s das wert?

Insgesamt überwiegen kritische und enttäuschte Stimmen in den Kommentaren auf X und im Resetera-Forum. Andere wie Drunken Master finden die Reaktionen aber übertrieben und hoffen, dass die KI-Tools den Artists die Arbeit erleichtern und verantwortungsbewusst eingesetzt werden.

Diese Ansichten prallen bei KI-Themen rund um Spielen oft aufeiander, weil viele die Nutzung von KI aus ethischen Gründen grundsätzlich ablehnen, während andere das Potenzial in ihr sehen, kreativen Köpfen zu erlauben, sich mehr auf die schönen und spannenden Aspekte ihrer Arbeit zu konzentrieren.

Künstliche Intelligenz ist jetzt eben überall

Studio-Gründer und Assassins-Creed-Erfinder Patrice Désilets hat sich kürzlich auf einem Preview-Event zu 1666: Amsterdam ebenfalls zur KI-Kontroverse geäußert. Er sieht die Problematik erstaunlich gelassen:

Es wird nicht im finalen Produkt sein. Wir leben in einer Welt voller KI - lasst uns hier ehrlich sein - aber da waren ein paar Assets, die wir in der Pipeline nicht gut genug überarbeitet haben und seitdem haben wir sichergestellt, dass nirgendwo im Spiel KI zum Einsatz kommt.

Das klingt danach, dass das Team die generative KI in einer frühen Prototypen-Phase einsetzte und dann nach und nach ersetzte. Dabei war man wohl nicht gründlich genug. Désilets betont gegenüber den anwesenden Journalisten auf dem Event, dass man nun weniger und weniger mit der KI arbeiten würde, weil man sie schlicht nicht mehr brauche.

Er entschuldigt sich darüber hinaus noch einmal, steht aber weiterhin dazu, dass die Künstliche Intelligenz hilfreich für die frühe Entwicklung war:

Ich kann der KI sagen, dass sie mir 75 unterschiedliche Varianten von etwas geben soll, aber ich habe keine 75 Illustratoren, die das in drei Sekunden können. Das ist die Welt, in der wir leben und als wir dieses kleine Team waren, das am Spiel gearbeitet hat, haben wir sie reingepackt.

Er erklärt danach, dass er das Thema in der Runde nicht weiter diskutieren möchte, endet aber mit dem Schlusssatz, dass KI eben überall sei und man selbst auf Google kaum noch an ihr vorbeikäme. Désilets scheint also zumindest akzeptiert zu haben, dass die Künstliche Intelligenz inzwischen ein fester Bestandteil unseres Alltags ist - in welcher Form auch immer.

Der kanadische Entwickkler Panache Digital verfügt über rund 70 Mitarbeiter und arbeitet seit 2020 an 1666: Amsterdam. Das Spiel vom Assassins-Creed-Erfinder galt lange als verschollen, wurde dann aber überraschenderweise beim diesjährigen Summer Game Fest mit einem Trailer enthüllt.

Gleichzeitig wurde der spielbare Prolog veröffentlicht, der einen ersten Blick auf das Amsterdam in dieser Zeit ermöglicht, wo wir als Hexe mit treuem Katzengefährten mysteriöse, übernatürliche Kreaturen jagen. Der Early-Access-Release soll am 25. August auf Steam erfolgen.


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