Ein Microsoft Surface Laptop für nur 138 Euro? Ist das Angebot zu gut um wahr zu sein?

Was kann das Surface SE für nur 138 Euro wirklich leisten? Entdeckt, warum gerade das Betriebssystem zum größten Stolperstein wird!

Optisch wirkt das Suface SE durchaus gefällig. (Quelle: Microsoft) Optisch wirkt das Suface SE durchaus gefällig. (Quelle: Microsoft)

Ich habe euch in der jüngeren Vergangenheit ja bereits immer mal Laptops vorgestellt, die besonders günstig sind, meist waren sie allerdings keine Empfehlung wert. Hardware aus der Steinzeit, gruselige Displays und wabbelige Gehäuse, so etwas möchte man nicht wirklich mit sich herumtragen. 

Was aber kann ein echtes Schwergewicht der IT-Branche für deutlich weniger als 200 Euro bieten. Das Surface SE von Microsoft gibt es bei Amazon gerade für läppische 138 Euro. Eingeführt wurde das SE in Deutschland im Jahr 2023, es ist also noch nicht steinalt.

Ursprünglich gedacht war das kleine Gerät primär für den Bildungsbereich gedacht. Schauen wir uns mal zusammen an, ob sich das Gerät vielleicht für euch lohnen könnte.

Design

Dank des 11,6-Zoll-Displays ist das Surface SE sehr kompakt. (Quelle: Microsoft) Dank des 11,6-Zoll-Displays ist das Surface SE sehr kompakt. (Quelle: Microsoft)

Gewöhnlich muss man in diesen Preisregionen das Design nicht groß thematisieren, das ist beim Surface SE anders. Sein weißes Kunststoffgehäuse wirkt tatsächlich elegant und erinnert ein wenig an die Tage, als Apple die normalen MacBooks noch aus Polycarbonat statt aus Alu baute. 

Eine weitere Besonderheit ist das Format, das Surface SE kommt mit einem 11,6-Zoll-Display und weist handliche Abmessungen von 283,7 x 193,05 x 17,85 Millimeter bei etwas mehr als 1 kg auf. 

Dem günstigen Preis geschuldet ist dann, dass es sich beim Display um ein einfaches TFT handelt, ein IPS oder sogar OLED wäre zwar ein Traum, aber für unter 140 Euro auch absolut utopisch. Die Auflösung fällt mit 1366 × 768 Pixel selbst für eine Diagonale von 11,6 Zoll etwas mager aus. Mit einer Pixeldichte von lediglich 135 ppi sieht die Darstellung immer etwas grob aus.

Was steckt unter der Haube?

Wirklich leistungsstarke Hardware ist für so wenig Geld natürlich nicht zu bekommen, so entsprechen die verbauten Komponenten dann auch meinen Erwartungen. 

  • CPU: Intel Celeron N4020 mit 2 Kernen und max. 2,80 GHz
  • GPU: Intel UHD 600 iGPU
  • RAM: 4-GB-DDR4
  • SSD: 64-GB-eMMC

Die CPU kam bereits 2019 auf den Markt und war schon bei der Vorstellung des Surface SE veraltet. Mit ihren 2 Kernen und dem geringen Takt eignet sie sich lediglich für einfache Office-Tätigkeiten und das Surfen im Internet. Über die Grafik müssen wir nicht viele Worte verlieren, Solitär und Youtube-Videos sind machbar. 

Ursprünglich war das Surface SE für den Bildungsbereich gedacht. (Quelle: Microsoft) Ursprünglich war das Surface SE für den Bildungsbereich gedacht. (Quelle: Microsoft)

Der Arbeitsspeicher fällt mit lediglich 4 GB ebenfalls ausgesprochen mager aus. Zudem ist er auf der Hauptplatine verlötet und kann nicht gewechselt werden. Und die SSD? Nun ja, eine klassische SSD gibt es nicht, stattdessen verbaut Microsoft eine sehr viel langsamere eMMC mit nur 64 GB. 

Selbst für die ehemals als Zielgruppe angepeilten Bildungsbereich fällt die Leistung heute sehr mager aus, für die Grundschule dürfte es aber wohl noch ausreichen.

Ein dickes Plus gibt es allerdings für die Akkulaufzeit, laut Microsoft soll das kleine Notebook bis zu 16 Stunden durchhalten. Unter welchen Bedingungen diese Laufzeit ermittelt wurde, ist allerdings nicht bekannt.

Der große Haken: Windows SE

Doch nicht die Hardware ist das wirkliche Problem des Surface SE, es ist das Betriebssystem. Microsoft installiert kein normales Windows 11, sondern das abgespeckte Windows SE.

Hier die wichtigsten Unterschiede:

Windows 11 SEWindows 11 (Standard)
ZielgruppeSpeziell für den Bildungsbereich Allgemeine Nutzer
App-InstallationStark eingeschränkt, nur durch IT-Admins, kein Microsoft StoreUneingeschränkt; voller Zugriff auf Microsoft Store und Installation aus jeder Quelle
Software-TypHauptsächlich Web-Apps und von Microsoft genehmigte Bildungs-AppsUnterstützt alle Windows-Programme (Win32, UWP, Web-Apps etc.)
BenutzeroberflächeVereinfacht und ablenkungsfrei (z.B. keine Widgets, Apps starten im Vollbild)Vollständiger Funktionsumfang (Widgets, anpassbares Startmenü, erweiterte Snap-Layouts)
Cloud-SpeicherStarke OneDrive-Integration, Speichern in der Cloud ist StandardOneDrive ist optional und eine von vielen Speicheroptionen
HardwareNur auf kostengünstigen, speziellen Bildungs-Laptops vorinstalliertLäuft auf einer breiten Palette von Geräten aller Leistungsklassen
VerfügbarkeitEingestellt, nicht frei erhältlich, nur für OEMsFrei im Handel als Lizenz verfügbar
Support-EndeOktober 2026Abhängig vom allgemeinen Windows 11 Lebenszyklus

Wie ihr der Tabelle entnehmen könnt, gibt es bei Windows SE diverse Einschränkungen. Das größte Problem ist allerdings, dass der Support in diesem Monat offiziell endet. Damit hätten wir dann auch den Grund gefunden, warum das Gerät gerade so günstig angeboten wird.

Kaufen oder besser liegen lassen ?

Die Antwort auf diese Frage fällt eindeutig aus: Lasst das Surface SE liegen. Zwar könnte man das robuste kleine Gerät durchaus noch als Drittrechner für den Urlaub einsetzen, aber mit einem stark abgespeckten Betriebssystem, das dazu auch noch keine Updates mehr erhalten wird, rate ich davon dringend ab. 

Warum nicht einfach ein normales Windows 11 installieren? Theoretisch sollte das möglich sein, offiziell ist die Installation des Betriebssystems auch mit 4-GB-RAM möglich. Aber glaubt mir, die Kombination aus wenig RAM und lahmer eMMC wird euch mit Windows 11 definitiv keinen Spaß bringen. Bliebe als Alternative noch der Einsatz von Linux, das ist dann aber wohl auch eher eine Option für die technisch versierten Anwender. 

Vielleicht haben wir ja Glück und Microsoft bringt irgendwann eine neue Generation des Surface SE mit etwas aktuellerer Hardware heraus. Für Einsteiger und Leute mit geringen Ansprüchen könnte das dann eine gute Wahl sein. Eine wirklich brauchbare Alternative gibt es in diesem Preissegment nicht wirklich, bestenfalls käme da noch ein Chromebook infrage.

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