Das Schreckgespenst aller OLED-Displays ist das berüchtigte Einbrennen. Dabei bleiben Geisterbilder zurück, nachdem statische Elemente (zu) lange auf dem Bildschirm angezeigt wurden.
2025 ist Einbrennen für den Otto-Normal-Nutzer keine Baustelle mehr. Eindrucksvoll bewiesen haben das die Kollegen von Chip, die drei OLED-Modelle (und ein LCD) 19 Monate lang im Dauerlauf betrieben haben.
Ich selbst nutze einen OLED-TV als Monitor. Wie spielt sich das Einbrenn-Problem da aus?
19 Monate Dauerlauf für OLEDs
Bei Chip hat das Labor über mehr als anderthalb Jahre OLED-TVs einem Stresstest unterzogen. Dabei haben die Kollegen unter folgenden Konditionen getestet:
- Drei OLED-TVs in 55 Zoll: LG OLED55CX9LA, Panasonic TX-55HZW2004 und Philips 55OLED935
- Ein LCD-TV in 55 Zoll: Samsung GQ55Q95T
- Testbilder mit statischen Elementen wie Logos und Bauchbinden
- Laufzeit von gut 6.700 Stunden, das entspricht etwa 4,6 Jahren
Dabei haben die Tester die normalen Reinigungsprogramme von OLED-TVs laufen lassen. Jeder moderne OLED besitzt Maßnahmen gegen besagtes Einbrennen.
- Pixel-Shift: Das Bild wird in regelmäßigen Abständen minimal verschoben, um statische Elemente nicht dauerhaft an derselben Stelle anzuzeigen.
- Pixel-Refresh: Nach längeren Betriebszeiten führt der TV eine Wartung durch, bei der einzelne Pixel leicht angepasst werden, um Abnutzung auszugleichen.
- Bildschirmschoner: Nach einer bestimmten Zeit ohne Eingabe aktiviert sich ein Bildschirmschoner.
- Adaptive Helligkeitssteuerung: Die Helligkeit des Displays wird je nach Bildinhalt angepasst.
Das kam beim Langzeittest heraus
Wenig überraschend hat der LCD-TV von Samsung den Dauerlauf ohne Tadel überstanden. Das ist nicht verwunderlich, sind die Flüssigkristallbildschirme ja nicht fürs Einbrennen bekannt (sie können aber sehr wohl ausbrennen).
Auch die OLEDs kommen vergleichsweise glimpflich davon. So resultieren die Tester, dass im normalen Betrieb keine dauerhaften Schatten zu sehen sind. Keine Schatten sieht man wohl auch auf dem durchsichtigen OLED von LG.
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Sichtbar werden die Effekte erst, wenn man den TVs mit einem Videophotometer zu Leibe rückt. Das erstellt Messbilder, welche die Leuchtdichte anzeigen. Das sind die Ergebnisse:
- Bei allen drei OLEDs zeichnen sich die Bauchbinde sowie statischen Elemente der Testbilder ab.
- Die entsprechenden Stellen sind zwischen 2,3 Prozent (Panasonic) und 3,8 Prozent dunkler als der darin eingebettete Text.
Interessant: Es sind nicht die hellen Pixel schneller eingebrannt, sondern solche, die dunklere Hintergründe zeigten.
Kurz und gut: Unter herkömmlichen Bedingungen ist Einbrennen kein Problem, nicht mal dann, wenn man viel spielt. Es ist unwahrscheinlich, dass ihr euch bei modernen OLED-TVs Geisterbilder einfangt.
Abgeraten wird davon, einen OLED-Bildschirm zu nutzen, wenn darauf dauerhaft Nachrichten oder Sportsendungen laufen, wie man es etwa aus Hotellobbys kennt. Auch als Servermonitor ist man mit einem LCD besser beraten.
Auf ein ganz ähnliches Ergebnis kommt auch in r/buildapc. Dort fragt ein Spieler, ob er beruhigt auf einen OLED-Monitor upgraden kann. Die fast 200 Kommentare vermelden bei sich keinen Burn-in.
Link zum Reddit-Inhalt
Als jemand, der einen OLED-TV als Monitor nutzt, kann ich das nur unterschreiben.
Kein Einbrennen beim OLED-TV als Monitor
Auf meinem Schreibtisch steht ein Philips OLED807, eigentlich fürs Heimkino gedacht. Der verrichtet seit über einem Jahr seine Arbeit tadellos, obwohl er von mir mit sehr vielen statischen Elementen gefüttert wird.
- Ich schreibe viel in Schreibprogrammen wie der Google Suite oder Papyrus Autor.
- Ich habe oft und lange mehrere Fenster nebeneinander geöffnet.
- Der TV wird nahezu tagtäglich mindestens 8 Stunden bespielt, oft mehr.
Bisher habe ich absolut kein Einbrennen bemerkt. Das wundert mich nicht, liest man das Fazit der Kollegen von Chip. Tatsächlich hatte ich aber vorher schon keine Sorgen bezüglich Burn-in, da ich auf die Reinigungsprogramme des Fernsehers vertraue.
Weder bei komplett weißem noch schwarzem Bildschirm fällt mir mit bloßem Auge etwas auf – und das, obwohl ich den TV viel stärker beanspruche als dasselbe Modell bei mir im Wohnzimmer.
Unterm Strich bleibt die Gefahr von Burn-in. Technisch gesehen können bei OLED-Bildschirmen Geisterbilder entstehen; diese Tatsache ist nicht aus der Welt zu schaffen.
In der Praxis stellt Einbrennen aber keine Gefahr mehr dar. Wer seinen OLED-TV (und auch Monitor) in normalem Umfang verwendet, muss allenfalls Jahre auf den Effekt hinarbeiten. Und selbst ich, der einen Fernseher als Monitor zweckentfremdet, sehe auch nach über einem Jahr noch keine Geister.







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